Archiv für January 2004

Gähn

Gestern hab ich in der WAZ nen kleinen Artikel über die vielfältigen Ursachen von Müdigkeit gelesen. Neben langen Wintertagen, niedrigem Blutdruck und unbehandelten Depressionen war eine Ursache Weiblichkeit(!), weil Frauen beim vielen Menstruieren ja immer unmengen Eisen verlieren und ohne Eisen das Blut keinen Sauerstoff transporteren kann. Alles klar… Heute stand dann in der Telepolis “Eine neue Studie zeigt, dass es für eine überzeugende Denkleistung hilfreich ist, sich dem Schlaf in die Arme zu legen. Denkaufgaben werden besser gelöst, wenn die Probanten sich zwischendurch einige Stunden ablegten. Erstmal eine Nacht darüber schlafen, ist also wirklich ein guter Tipp.” Problem ist nur, dass einem diese Denkleistungen gerade wieder alle Energie nehmen. Und letztes hab ich mal drüber nachgedacht: Warum muss ich Montags um 6 Uhr aufstehen? Um um 8 in der Uni zu sein. Warum fängt die Uni um 8 an? Bzw. die Schule. Da wird doch nichts fabriziert ausser heisser Luft und die kann man sich um 10 auf jeden Fall besser reinziehen als um 8. Wenn ich beim montäglichen Mathediktat schreibend einschlafe, und sich Linien krakelig übers Blatt ziehen, dass keiner mehr zu entziffern vermag was das nun überhaupt bedeutet, ist das jawohl eindeutiges Indiz dafür das unser ganzer Arbeits- und Lebensrhythmus mindestens 2 Stunden vor geht. So merke ich um Beispiel auch, dass ich abends wesentlich besser Hausaufgaben machen kann als nach der Uni. Leider wird diese Produktivität dann immer davon unterbrochen, dass ich um 12 ins Bett muss um meine 8 Stunden Schlaf zu kriegen. Auch wenn das meistens nicht klappt. Resultat: Ich schlafe in der Uni ein, ich schlafe in der Bahn, ich komm nach Hause und schlafe wieder. Nur: Richtig wach ist man dann nie. Vielleicht liegt das Problem auch bei mir, andererseits kenne ich genug Leute, die von ähnlichen Erfahrungen erzählen.

Vorgestern bin ich beim Surfen über einen Artikel über RSS gestoßen. Ich hatte schon immer vor, mich damit mal ein wenig zu befassen und habe die Gelegenheit ergriffen und ein bißchen hin- und hergelesen. Heraus kam am Ende des Tages ein RSS-Feed für Cube-Europe. Nebenbei wollte ich mich auch mal umgucken, ob’s inzwischen vernünftige RSS-Aggregators für Windows gibt (nachdem das ohnehin schlechte Miranda-Plugin jämmerlich versagt hat). Tja, leider Fehlanzeige. Das beste was ich finden konnte war Feedreader und auch das war nur eine Alpha-Version, deren Bugs auch gleich zutage kamen. Dann bin ich allerdings über KlipFolio gestolpert, was sich für mich schon zum Tool des Jahres emporgeschwungen hat. Ziemlich durchdacht programmiert, stellt dieses Program nebeneinander sogenannter “Klips” dar, was eigentlich nicht anderes sind, als RSS-Headlines. Der kleine Unterschied ist, das man in Klipfolio nicht direkt RSS-Feeds einbauen kann, sondern diese in die genannten Klip-Files verpacken muss. Das Klipfile ist dabei eine XML-Datei, die Informationen zur Homepage, Version, eine kleine Beschreibung und Links zu einem Icon enthält. Der Clou ist jetzt das man über dieses Klip-File nicht nur RSS einbinden kann, sondern sich über eine JavaScript-Ähnliche Sprache selbst Parser für alles mögliche basteln kann. So gibt es unter anderem einen Klip, der bis zu fünf ebay-Auktionen im Auge behält. Erfreulich ist, das dieses Programm sehr sorgfältig programmiert scheint: Klein und schnell, trotzdem schick, alle Funktionalität nachvollziehbar, keine überflüssigen Optionen, und vor allem kostenlos, genau das wonach Ich immer gesucht habe. Hersteller Serence bietet gleich auch einen “Klipfarm” genannten Service an, eine große Datenbank in die man als Klip Provider seine Klips eintragen kann. Wie gesagt, ein Cube-Europe existiert bereits, der Kackreiz Klip sollte nachher fertig sein, eigentlich muss ich nur nochmal die Beschreibung überarbeiten.

So denn, werd ich mich mal wieder verabschieden und versuchen noch ein paar Mechanik Aufgaben zu bearbeiten, aber wahrscheinlich läufts wieder darauf hinaus, dass ich vor Metroid Prime hängenbleibe. Scheissleben.

Ach ja, allen sei nochmal wärmstens der brilliante Film Clerks nahegelegt, sowie dessen unterhaltsamer Soundtrack.

Huhu

Ich will seit Tagen auch mal wieder was posten, leider hatte ich bisher keine Zeit dazu. nun sitz ich hier, bettfertig und warte darauf, dass die Kopieraktion von Liedern auf meinen MP3-Stick endlich fertig wird, da kann ich also auch schnell mal was schreiben. In der Uni wirds langsam ernst, die Klausuren rücken näher und ich weiss nicht wie ich leistungsmÄßig dastehe. Ich würd mal sagen die Übungen laufen gut, aber zuhause die Zettel zu bearbeiten und in 90 Minuten im Hörsaal ohne Hilfmittel unter den Argusaugen der Aufsicht ist glaubich ein himmelweiter Unterschied. Ich habs inzwischen drangegeben (zumindest vorübergehend), in der S-Bahn Hausaufgaben zu machen. Stattdessen les ich lieber. Zur Zeit fesselt mich “Die Katzen von Ulthar” von HP Lovecraft. Was ich zuerst als eine Kurzgeschichtensammlung vermutete (wie auch im Klappentext angekündigt), entpuppte sich nach der dritten Geschichte / Kapitel als Sammlung einiger Erzählungen, die so eng miteinander verwoben sind, dass man das ganze auch als Roman hätte verkaufen können. Im Gegensatz zu Lovecrafts anderen Geschichten spielt diese nicht in unserer Welt, sondern in der Traumwelt der Erde, die Lovecraft noch mehr Gelegenheit bietet seine unglaublichen Beschreibungen unfassbar böser Abscheulichkeiten auszuschmücken. Für Fans von Lovecraft oder Horror/Fantasy allgemein ein Muss. Davor hat mich nach Hard-Boiled Wonderland Murakami endlich mal wieder beschäftigt: “Als ich eines Morgens das 100%ige Mädchen sah” ist eine Kurzgeschichtensammlung das erste Werk Murakamis das auch auf deutsch erschienen ist (obwohl es nicht das erste war das ins Deutsche übersetzt wurde). “Als ich…” gefällt mir im nachhinein betrachtet besser als “Hard Boiled Wonderland” oder “Wilde Schafsjagd”, vielleicht weil ich mich in einigen der Geschichten irgendwie wiedererkannt habe. Murakamis Hauptfigur ist immer die gleiche: ein Mann, Ende 30, arbeitet in einer Werbefirma für Haushaltsgeräte, trinkt viel, ist irgendwie gelangweilt vom Leben, zynisch aber nicht unfreundlich. Seien dies biographische Züge oder nicht, das zynische, gelangweilte macht ihn sehr sympatisch. Deswegen will ich das Buch jedem nahelegen, der kackreiz.net liest. Es könnte euch gefallen :)