Archiv für February 2004
Die Spektralanalyse eines ungefilterten FM-Signals aus Reason sieht wie folgt aus:

während das gleiche Signal durch den Reason-eigenen halboffenen LP12 gefiltert sich etwa so darstellt:

Ich dachte, ich erwähne das mal, weil das hier vielleicht nicht alle wissen. Aber eigentlich wollte ich erklären, wo der Unterschied zwischen guter und schlechter Kunst liegt.
Erstens: Alle Kunst ist gut, und zwar vom Standpunkt des Künstlers aus. Jedwede künstlerische Tätigkeit konstituiert (das Wort wollte ich schon immer mal benutzen) eine Erfahrung und ein Schaffen. Auch schlimmste Fehler, gröbste Schnitzer und sogar ausgesprochener Unsinn, Quatsch oder Müll stellen Ergebnisse und Zielpunkte dar, an denen sich ein Künstler orientieren und lernen kann. Daher ist alle Kunst gut.
Zweitens: Alle Kunst ist schlecht, sobald man Maßstäbe anlegt. Den subjektiven Betrachtern kann ein Kunstwerk niemals vollkommen gerecht werden, weil sie meistens auf andere Aspekte wert legen, als das Kunstwerk in seiner Konzeption zu erfüllen versucht, und ein Kunstwerk niemals den Wertvorstellungen aller Betrachter entsprechen kann. Objektiv kann kein reales Kunstwerk den ideelen Begriff des Kunstwerks als perfektioniertes Kulturobjekt in jeder Hinsicht beanspruchen. Deshalb ist alle Kunst schlecht.
Die Worte sind etwas hochgestochen, und vielleicht kommt auch nicht ganz das rüber, was ich eigentlich sagen wollte, aber ich lass es jetzt erst einmal so. Auf jeden Fall ist das der Grund, weshalb jede wertende Kunstkritik par definition ihre eigene Intention verfehlt, vollkommen ins Blaue schießt und fürs Kunstverständnis ungefähr so hilfreich ist wie ne Pressemitteilung aus dem U.S.-Informationsministerium.
Weise Entscheidung vom Diki, sich auf seinen Berlin-Besuch entsprechend vorzubereiten. Mit Vorbereitungen auf Dikis Besuch habe ich mich gestern ebenfalls beschäftigt, also Amp ausgeliehen und mein 1976er Rhodes Mark I SeventyThree Stage Piano getestet und richtig eingestellt, damit man auch entsprechend Krach schlagen kann. Nachdem das Einstellen der Tonabnehmer den ganzen Tag in Anspruch genommen hatte (okay, wenn man den Tag um 12 Uhr beginnt, ist er halt entsprechend kürzer), war es dann auch schon Zeit für harten Punkrock im Wild at Heart , gespielt von “Bad Machine” und “The Mansfields”. Bei der Musik und dem dazugehörigen Pogo zeigte sich dann die Notwendigkeit von Springerstiefeln oder ähnlichem in Berlin, da erstens der Boden sich nach der ersten halben Stunde in ein klebrig-rutschiges Gemisch aus Bier, Schweiß und Staub verwandelt hatte (Tip: schwarze Hosen tragen, darauf sieht man den schwarzen Dreck nicht), und zum zweiten der Aufprall von anderen Schuhen auf deinen eigenen gedämpft wird.
Irgendwie bin ich aber nach den 2,5 Stunden wilden Rumspringens, Schubsens und Rempelns doch recht angeschlagen. Meine FÜße schmerzen trotz DocMartens, und Schienbeine, Schultern und Arme klagen ein Lied über die übermäßige Belastung. außerdem macht sich eine leichte Übermüdung eklatant breit, da mir aufgrund der Ohrwurmqualität mancher Songs trotz Bierkonsums der Zutritt zu den tieferen Sphären der REM-Schlaf-Phasen verweigert wurde. Egal. Mal sehen, was heute abend wo startet.
Gestern war ich auf der Suche nach einer Hose in der Stadt . Diki ist aus langeweile, und weil er nicht ohne Springerstiefel nach Berlin wollte mitgekommen. Hinterher haben wir nach einem kurzen Abstecher zum Schettler meine alte Zivistelle besucht. Zum einen hatte ich da noch 10Eur Schulden, zum anderen wollte ich Diki den wirklich vorzüglichen Döner aus Uschis Hähnchengrill zeigen. Dabei wollte ich natürlich auch meiner Chefin Andrea guten Tach sagen. Genau das hat sich aber etwas schwierig gestaltet, denn die liebe telefoniert gern lange. Kurz bevor wir drauf und dran waren zu gehen, gebot sie uns noch 3 Minuten Geduld. Zum Glück.
Denn in diesem 3 Minuten hetzte auf einmal Paul, einer der Hausbewohner zur Tür rein, und wollte unbedingt sein Creative Inspire 2.1 2800 digital Lautsprecherset für 30Eur loswerden. Da ich seit gestern sowieso am Überlegen war, mir mal neue Boxen für den Rechner zu holen hab ich sofort zugeschlagen. Paul meinte dann noch, mir unbedingt seine Funkkopfhörer schenken zu müssen, dazu hab ich natürlich auch nicht nein gesagt.
Und die Boxen sind wirklich der Hammer, ziemlich klein, dafür umso lauter, mit glasklarem Sound, der Subwoofer wummert auch ordentlich und das ganze wird digital an die Soundkarte angeschlossen. Die Kopfhörer funktionieren auch perfekt. Supergeil! Dafür hat es sich gelohnt statt 5 Minuten 50 Minuten im Seemannsheim zu verbringen. Hinterher war allerdings höchste Eisenbahn um in den Proberaum zu kommen, was mir auch mal wieder richtig Bock gemacht hat. Mit Dikis Alleinunterhalter-Keyboard hab ich das Haus gerockt, dass den Leuten die Cola aus der Nase sprudelte.
Heute bin ich über einige coole Filme gestolpert, bei Langeweile angucken:
“Der Inspektor kam im April 2002 und sah leider nicht aus wie ein Inspektor, sondern wie ein DJ. Keegan erinnert sich: «Der Typ bestellte eine Cola und rief meinem Barkeeper zu, er solle mich holen. Dann gab er mir einen Strafzettel: Sechzehn Leute beim Tanzen erwischt. Hundert Dollar Busse. Kommt das nochmals vor, sagte der Mann, «wird die Bar geschlossen, und dann wird’s teuer». Ein knappes Jahr später erschien ein anderer Inspektor und machte zwölf Personen aus, die sich auf der Tanzfläche heftig zur Musik bewegten. Keegan musste innerhalb von bloss fünfzehn Minuten seine Bar schliessen. Am nächsten Morgen war das Lokal «padlocked» – Polizisten hatten ein massives Vorhängeschloss angebracht.
Keegan war gezwungen, das Strafgeld zu überweisen, knapp 30000 Dollar (hundert Dollar für jeden Tag, der zwischen der ersten und der zweiten Busse vergangen war), dann erst durfte er das Vorhängeschloss entfernen. Die achthundert Dollar für den Schlosser musste er selber aufbringen. Ein paar Monate später öffnete Keegan wieder. Ohne DJs, ohne Tanzfläche und ohne genug Kundschaft. An den Wänden verkünden jetzt drei Schilder: «No Dancing Allowed», vorschriftsmässig 2,5 · 1,5 Fuss gross.
Etwa 3000 solcher Einsätze haben die Inspektoren von MARCH allein zwischen April 2002 und Juni 2003 absolviert, und sie haben dabei mindestens 150 Lokalitäten «padlocken» lassen. Sie verteilen Strafzettel, wenn sich die Nachbarn über Lärm beschweren, wenn sich mehr Gäste als erlaubt in einem Etablissement aufhalten oder wenn sie Zeugen einer Schlägerei werden. MARCH ist ein Zusammenschluss verschiedener städtischer Behörden, von der Polizei bis zum Hygieneamt, mit zwei Aufgaben: Geld einzutreiben und das Nachtleben in Schach zu halten.”
mehr…
Das hier in letzter Zeit nur Shaly postet, muss ich mir wohl selbst zu Vorwurf machen. Jeden Tag 15 minuten Tippen hatte ich mir geschworen. 15 Minuten!
Das gute Vorsätze bei mir nix taugen sollte ich allerdings aus der Vergangenheit gelernt haben: Wäsche sofort bügeln, damit sie sich nicht nach 3 Woche bis unter die Decke türmt, Jeden Tag 15 Minuten auf den Hometrainer, nicht mehr soviel ekligen SÜßkram, nächste Woche endlich Klamotten kaufen,.. alles gebrochene Versprechen. Hm, Klamotten kaufen vielleicht komm ich da morgen ja zu, bei 1-5 Grad ist die Stadt bestimmt angenehm leer.
Was ist in meinem bewegten Leben also lustiges vorgefallen? Das jüngste Ereignis ist ein Glas blaue Fanta. Das Zeug erinnert verdächtig an die Binden- und Windel-Demonstrationsflüssigkeit aus der Hygiene-Artikel Werbung. Wenn man das mit Zucker versetzt kann’s nicht schlechter schmecken. Ich will die Melon Tropic wiederhaben!
Am Freitag hab’ ich mir bei Mediamarkt ein Exemplar von Squares neuester Geldmaschine gekauft. Final Fantasy X-2 ist bis zum Schluss auf Gewinnmaximierung ausgelegt: Das Wiederverwenden (fast) aller Levels aus FF-X spart ordentlich an Leveldesignern. Einfaches, flottes Gameplay lockt Gelegenheitsspieler, jede Menge Referenzen auf FF-X locken Stammkundschaft, bis zu hundert Stunden Spielzeit und ein Prozentometer fordern Profizocker heraus, die Powerpuff-Girls Mentalität der 3 Hauptfiguren Rikku, Yuna und Paine (sic) sowie die albernen Minigames sprechen Mädels an, ihre spärliche Bekleidung und Koketterie eher Jungs. Es gibt also niemanden, der NICHT in die Demografie dafür fällt (ausser Diki, der spielt nur Spheres of Chaos).
Aus beruflichen Zwecken hab ich mich mal mit Typo3, dem Open-Source Content Management System beschäftigt. TEH EVIL!!!11
Eigentlich sollen CMS einem doch Arbeit erleichtern. Typo3 scheint entwickelt worden zu sein, um natürliche Strukturen in gnadenlos komplizierte und sinnlose Verschachtelungen zu verpacken, ohne erkennbares System dahinter. Noch schnell nen superkompliziertes Template-System und ein Admin-BackEnd drüber um den Horror komplett zu machen. Will man sich so ‘ne Seite mal ansehen, kriegt man nur Javascript zu Gesicht.
Mann, mann, soeben haben mich meine Eltern nochmal drauf aufmerksam gemacht, dass ich, wenn ich nicht was für meinen Körper tue, das in 10 Jahren bitter bereuen werde. Und recht haben sie. Mir tut ja jetzt schon alles weh. Damnit. Aber was?