MoersFestival 2004
Noch ca. 3h Zeit, bis mein Zug zurück nach Berlin abfährt, daher denke ich, ich kann noch schnell versuchen, eine Art Review zum 33. Internationalen New Jazz Festival Moers zu schreiben. Vorsicht, der Text könnte länger werden.
Noch ca. 3h Zeit, bis mein Zug zurück nach Berlin abfährt, daher denke ich, ich kann noch schnell versuchen, eine Art Review zum 33. Internationalen New Jazz Festival Moers zu schreiben. Vorsicht, der Text könnte länger werden.
Er ist schlecht und er ist lang. Todesmutig werde ich ihn hier trotzdem veröffentlichen: Den Bericht über Rashomon im Theater Oberhausen. Geschrieben habe ich ihn am Montag oder Dienstag in der S-Bahn auf dem Weg zur Uni hin und wieder zurück.
Akira Kurosawa ist ein echtes Filmgenie. Zu seinen Meisterwerken zählt Rashomon, ein Film, basierend auf 2 Geschichten von Ryonosuke Akutagawa: Rashomon und Im Dickicht.
In Im Dickicht und dem Film geht es darum: Ein junges Paar zieht durch den Wald und wird dort von dem Räuber FIXME in eine Falle gelockt. Hinterher ist der Mann tot und die Frau verschwunden. Mehr Fakten sind nicht bekannt. Bei der Untersuchung des Falles kommen alle Beteiligten nochmal zu Wort, doch jeder schildert die Geschichte anders.
Weder das Buch noch der Film zeigen den Ablauf der Tat wie er wirklich passier ist, man sieht nur, was die Zeugen berichten. In diesem Punkt setzt die Inszenierung des Theaters Oberhausen unter Mitwirkung von FM Einheit an. Der Beginn und der Abschluss des Stückes entsprechen weitgehend der Vorlage, dazwischen jedoch sieht man, was vorher nicht zu sehen war: Den Ablauf der Tat als zentrales Element des Stückes.
Doch wie zeigt man etwas das man nicht kennt und gar nicht kennen soll? In der Aufführung wurde ein sehr abstrakter, moderner Weg eingeschlagen. Das Stück fand hinter der Bühne statt, in einem großen Sandkasten, die Zuschauer auf einer kleinen Tribüne sitzend, mit Blickrichtung Zuschauerraum. Rechts neben dem Sandkasten FM Einheit und seine Spiralen, Hölzer, Rohre und sein PowerBook.
(An dieser Stelle betritt ein Mädchen die S-Bahn (Essen-West) das auch bei der Aufführung war, aber sowas von überhaupt nicht nach Theater aussieht)
Man möchte meinen das Stück war von Anfang an eher als Multimedia-Musical geplant worden. Die etwa einstündige Darstellung der Tat wurde während der meisten Zeit lautstark von Einheit und seinem Kollegen am Baß (Caspar Brötzmann?) begleitet, gesprochenes Wort war nicht zu Hören. Dafür Gebärden, viel Tanz, viele Videoclips, sowohl Auf der Feuerschutzwand als auch auf dem Boden und viel Verwirrung. Das Spektakel war zwar interessant und spannend anzusehen, leider gelang es uns nicht, irgendeine Parallele zum Film oder Buch herzustellen. In dem Getose und Gewirbel waren immer mal wieder Elemente zu entdecken die der Vorlage entnommen schienen, das Ganze wollte sich aber nicht schlüssig fügen und schien ab und sogar jeglichen Bezug zu irgendwas dranzugeben und sich ganz auf den audiovisuellen Eindruck zu stürzen.
( AAARGH! KINDERHORDEN STÜRMEN DEN WAGGON, HABEN DIE KEIN FERNSEHEN? )
Irgendwann kam der Vorhang runter, dank unserer Position in der ersten Reihe, einen halben Meter vorder Bühne fast auf unsere Füße. Und genauso Abrupt wie es angefangen hatte war es auch schon wieder vorbei. Der Rest war das was man erwartet: Die Zeugen werden beim Untersuchungsrichter (in diesem Fall dem Publikum) vorstellig und schildern ihre Sicht der Dinge. Und plötzlich ergibt auch das Durcheinander einen Sinn.
Gut umgesetzt war in dieser Szene die Schilderung des Ermordeten. In der Vorlage spricht sein Geist durch eine Miko (eine Art Medium), hier spricht sein Kopf auf riesige Ausmaße projiziert von der Rückseite der Feuerschutzwand.
Trotz, vielleicht auch gerade wegen, ihrer “Kreativität” konnte die Inszenierung überzeugen. So konnte man sich auf Musik, Projektion und den Eindruck des Geschehens konzentrieren (wer sagt das alles immer darstellen oder aussagen muss?) wenn man irgendwann den Versuch einfach drangab, die Bilder zu entziffern oder mit der Vorlage in Verbindung zu bringen.
Ob man das Resultat noch als Theater bezeichnen kann? Im klassischen Sinne sicher nicht, als eine willkommene Abwechslung schon. Jeden Tag will ich mir sowas aber nicht reinziehen.
Jetzt weiss ich warum’s mir nicht gelingen will:
The secret to writing about videogames well — nay, the secret to living well with videogames in your life, at any rate — is to always have a good-looking woman by your side. No, it’s to have a very, very large rod, and a very good-looking woman to touch the tip of that rod, with four of her fingers, making a motion something like chalking a pool cue. It helps if the woman is maybe a foot shorter than you, maybe a foot and a half. So you play a videogame, and the woman touches your rod while you play the videogame, and this way, your mind is full of thoughts of a woman touching your rod while you’re playing a videogame, and then if you write something about that experience, leaving out the part about the woman, the fact that she’s twio feet shorter than you, and the conjecture that she was touching your rod like a pool cue, you will have a piece of writing about videogames, yet it will be colored by your having been having your rod touched like a pool cue, in itself an instrument of a game, by a good-looking woman either a foot or a foot and a half shorter than you while you were playing that game. This will make the writing flow, and reading that writing later, you will be able to fondly remember the look on that woman’s face when she smiled when she first beheld the girth of your rod.
Ja ich vernachlässige diese Seite. Shit. Sogar an diesem Wochenende an dem wahrlich mehr als genug Zeit war hab ich nix gepostet, obwohl direkt vor mir kleine Notizen mit Themen kleben. Stattdessen habe ich die freie Zeit genutzt um endlich wieder ein paar Videospiele zu spielen - statt nur darüber zu lesen.
Der Metagamer wird wieder zum Gamer. Neu angefangen: Super Mario Sunshine - Vielleicht raff ich mich diesmal auf, Bowser zu killen. Weitergespielt: Chrono Trigger - Vor Weihnachten angefangen. Das absolute Über-Rollenspiel (EX!). Im letzten Dungeon damals abgebrochen, jetzt weitergelevelt. Nächste Woche ist der Endgegner dran. Zone Of The Enders: 2nd Runner. ENDLICH Vic Viper besiegt und Level 3 geschafft. An dem hab ich lange geknackt. Gestern morgen hab ich mich hingesetzt und ihn PLATTGEMACHT. In höchstens 6 Versuchen (davon 2 ernsthafte). Und natürlich FF:TA. Wegen E3 und Uni-Stress für 2 Wochen auf Eis gelegt. Heute in Bochum am Hbf den ersten Endgegner besiegt. Far Cry wollte ich auch nochmal ne Chance geben - hab’ ich auch. Leider hat Far Cry bei mir verkackt. Das Spiel besteht daraus, dass man sich im Trial-and-Error-Verfahren von Speicherpunkt zu Speicherpunkt hangelt. Spannung Fehlanzeige. Plot idiotisch. Stattdessen eine Diashow bei mehr als 2 Leuten auf dem Bildschirm. Tut mir leid aber PC-Spiele bringens echt nicht (Note to self: Demnächst mal über 3-4 Seiten erläutern warum). Stop! Es gibt Ausnahmen: Gish, Triptych und Guild Wars. Die ersten beiden sind grandiose Minispielchen die ich schon gespielt hab. Letzteres verspricht der Diablo Killer zu werden (diesmal aber wirklich). Go read the review. Die Screenshots sind auch sehr beeindruckend.
n8in8
Sonntag, sehr früher Morgen, ich befand mich auf dem Rückweg vom Rantanplan-Konzert in der S-Bahn. Physischer Zustand: angeschlagen (durch Pogo), angetrunken (durch Bier), und relativ müde (eben sehr früher Morgen). Ich war mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt, als am Hackeschen Markt 6 unübersehbare Gestalten den Zug betraten. Dabei handelte es sich um 5 männliche Diskogestalten, die die Freundin von einem dieser Typen im Schlepptau hatten. Optisch fielen die 5 männlichen Individuen durch die übliche Uniformität von musikgeschmacklosen SchickiMickiProlldiskogängern auf. Augenscheinlich kamen ebenjene aus der Disko, und hatten dort auch die Getränkeindustrie gut gesponsort, ihrer Gangart nach zu urteilen schien für sie die einzig mögliche Verbindung zwischen zwei Punkten eine Schlangenlinie zu sein. Sie verteilten sich zwanglos auf die mich umgebenden Sitzplätze, und die wiebliche Person fing auch gleich an, das obligatorische Handy aus der obligatorischen Handtasche zu kramen und weniger obligatorisch in das Gerät die Worte “Fick Dich, Alter” (wiederholt) zu brüllen, in einer Lautstärke, die auch ausgereicht hätte, um die Verbindung zu ihrem Gesprächspartner ohne Mobiltelefon herzustellen. 4 der anderen 5 stritten sich kaum leiser darüber, wer am meisten getrunken hätte und wie man sich in einer S-Bahn korrekt benimmt (kleiner Tipp: so nicht!). Irgendwie konnte ich nicht anders, ich musste einfach lauthals loslachen. Schon bemerkte mich Nummer 5 des Sextetts (augenscheinlich der Freund der weiblichen Diskoleiche) und tat auch gleich seine Meinung zu mir und meinem Aussehen kund: “Ey du Vogel, was lachst du so? Du gammliger Punk hast hier nicht zu grinsen, wasch dich erstmal!” Zugegeben: Mein Outfit war zu dem Zeitpunkt wirklich nicht für einen Persil-Werbespot geeignet (wie auch, schließlich kam ich von einem Punk/Ska Konzert in Kreuzberg). Ob er mich mit der Bezeichnung “Punk” beleidigen wollte? Keine Ahnung…auf jeden Fall bin ich lieber “gammliger Punk” als so eine individualitätslose Diskogestalt, deren einzige Leistung es ist, seine Freundin besoffen zu halten, damit sie nicht merkt, wie öde er eigentlich ist. Was auch immer du mit deiner Anrede bezweckst hast, unbekannter Betrunker, ich werde es als Ehrenzeichen tragen!