Archiv für May 2004
Gerade auf dem Klo kam mir ein Gedanke. Heute verfluchen wir das Handy und den Wahn der die Jugend infiziert hat. Vor 5 Jahren wäre niemand auch nur im Traum darauf gekommen, welch groteske Auswirkungen das Handy auf die (adoleszente) Gesellschaft haben würde. Vor 10 Jahren hätte sich wahrscheinlich nichtmal jemand vorstellen können, überhaupt je ein Handy zu besitzen. Aber jetzt ist es soweit. Jeder hat mindestens ein Handy und ohne ist man Mensch zweiter Klasse.
Der Gedanke der mir also kam, ist die Frage danach, was in 20 Jahren an Stelle des Handys tritt (welches dann wahrscheinlich pränatal jedem Kind implantiert wird, ohne das jemand mit Ausnahme weniger Phonebashing-Aktivisten großes Aufheben darum machen würde). In der Generation unserer Eltern gab es, was weiss ich, Mopeds oder so, mit denen keiner gerechnet hat und die heute keine Sau mehr interessieren und ich bin mir sicher dass es die Generationen davor ebenfalls ähnliche Phänomene gab (Hosen für Frauen?). Alles Sachen an die vorher keiner gedacht hat. Auch mir ist nichts vernünftiges eingefallen für die Zukunft. Es gibt ja eigentlich schon alles und kybernetische Gliedmaßen oder Implantate brauchen glaub’ ich noch ein bißchen.
Was könnte es also sein?
Fragdieb
am 16.05.04
in
Music
…oder auch Eurovision Song Contest genannt.
Irgendwie waren gestern abend auch meine sozialen Kontakte mangels Kommunikation einerseits und Müdigkeit meinerseits andererseits nicht gut bestellt, daher habe ich das Grauen doch tatsächlich im Fernsehen verfolgt. Sternburg Export macht halt alles erträglich.
Los ging das ganze zur perfekten “Samstag-abend-weggehen-verhinder” -Zeit um 21.00 Uhr aus dem schon durch Stefan Raab hinlänglich bekanntgemachten Istanbul, mit einem türkischen, aber englisch parlierenden Moderatorenpaar und der Siegerin des letzten Jahres. Danach begannen auch gleich die Beiträge der Teilnehmer auf den hilflosen Zuschauer einzuhageln, unterbrochen nur jeweils von kurzen, fantasymÄßig angehauchten Werbespots der türkischen Tourismusbranche, die einem die Schönheit des Landes näherbringen und das Bedürfnis wecken sollten, alle zukünftigen Urlaube doch bitte dort zu verbringen.
Augenscheinlich hatten mehr als die Hälfte der 24 teilnehmenden Nationen auf ein ausschließlich schwules Publikum gehofft, es wimmelte nur so von gegelt-gefönten Schönlingen mit entweder fehlenden Hemdknöpfen oder zu kurzen Muskelshirts, die schnulzige Flachheiten vor sich hinträllerten. Wirklich herausheben konnte sich eigentlich keiner von ihnen, die Gesichter waren ähnlich austauschbar wie die Songs oder die Namen, lediglich die Österreicher fielen mit ihrer Boygroup durch besondere Geschmacklosigkeit auf, waren allerdings immerhin die einzigen, die Deutsch gesungen haben. Ansonsten vertrauen auch nur der französische und der spanische Schönling ihrer Landessprache, alle sonstigen Nationen sangen ausschließlich globalkompatibel Englisch mit diversen Akzenten.
Ein weiterer Großteil der übriggebliebenen Teilnehmer vertraute bei ihrer Präsentation auf leicht bekleidete Frauen, entweder sehr jung oder auf sehr jung geliftet, ein wirklich großer optischer Unterschied existierte nichtmal zwischen der mit 16 Jahren jüngsten und der mit 38 Jahren ältesten Teilnehmerin. Auch die übliche begleitung von wenig bekleideten Muskelmännern war fast völlig identisch und nichts neues. Musikalisch varierten die Beiträge immerhin von kitschigen Schnulzen bis zu Stücken, die mit etwas reduziertem Gesang sicherlich 1990 gute Chancen am Autoskooter gehabt hätten.
Wirklich herausragen konnten irgendwie nur wenige der 24 Nationen. Zum einen natürlich Deutschland wegen der optisch am wenigsten pompösen Präsentation, sie hätten wenigstens Elton als Bauchtänzerin dazustellen können. Weiterhin negativ auffällig waren die schon oben erwähnten Österreicher, wegen der 08/15 Boygroup, sowie der Beitrag der Urlaubsinsel Malta, ein von Ralf Siegel protegiertes Musicalduo, das wegen dem absolut höchsten Kitschfaktor des Abends auffiel. Optisch am meisten herausragend waren die Kostüme der siegreichen Ukrainer, bei denen ich zuerst dachte, Xena sei aus dem Schlechte-Nachmittags-Fantasy-Trash-Serien Container auferstanden, außerdem zeichneten sie sich durch die anstrengendsten Tanzbewegungen aus. Ihr Sieg zeigt mal wieder, dass sich körperliche Arbeit doch irgendwie lohnt. Meinem Musikgeschmack am meisten entsprechend war der türkische Beitrag, Ska vom feinsten mit orientalischen Elementen, und auch mit den irgendwie sympatischsten männlichen Teilnehmern. Die für diese Art von Musik sehr sehr hohe Platzierung zeigt auch, dass einige Teile der Fernsehzuschauer augenscheinlich die Nase voll von den pseudo-emotionalen austauschbaren Schnulzen haben.
Das überdurchschnittlich hohe Abschneiden der Balkanländer mit ihren eigentlich keinesfalls überdurchschnittlichen Beiträgen lässt sich nur durch den Zusammenhalt der Balkanbewohner untereinander erklären, auch wenn man in den Nachrichten stets das Gefühl hat, diese Leute könnten sich untereinander nicht leiden, können sie augenscheinlich den Rest der Welt noch viel weniger leiden.
So, jetzt muss ich mittels viel schlechtem Punk, Metal, und Qualitätsnoise vom Diki den Leichengeruch von austauschbarer Schnulzenmusik aus meinem Gehirn vertreiben. Over und out.
And there’s another problem, there.
Jak is a hero to the people, right? He’s a hero, one might be able to deduce, because the city needs a hero, because the instruction manual introductory text refers to the Baron of the city as an “evil” Baron. The entire city is under the rule of this fearsome Baron’s fearsome Crimson Guards, of whom you kill many in your quest to get revenge. The Crimson Guards of Haven City are a lot like Grand Theft Auto’s police officers, in that they all look the same and will attack you if you shoot them. However, there is a bewildering piece of… bewilderment at work here. Which is to say: The Guards, in the storyline, exist to kill random civilians and spread terror, yet if you should run into a civilian on your jet-board, they will shoot you as a criminal. Not only this: you, Jak, exist as a hero to the people, yet your main method of transportation in the city involves throwing them out of their cars and onto the pavement many dangerous meters beneath.
Why can you steal cars at all, you wonder? Well, because that’s what you can do in Grand Theft Auto. That’s how you get around the city — by stealing cars. Now, I have said, of Grand Theft Auto: Vice City, that I feel no pride for my cars when I steal them. I don’t mind when they blow up, or get shot up. I don’t mind taking them off bridges. This is okay, however, as all of Grand Theft Auto takes place in that gritty city world where you drive around in stolen cars listening to eighties music on the radio. The story is non-existent (no, don’t try to tell me Vice City’s popsicle-sticks-glued-with-yogurt statue of a Scorcese picture is a “story,” because I will shotgun your kneecaps) and the characters aren’t people we should care about so much as blank slates for us to doodle on with motorcycles.
I said, in my review of Grand Theft Auto: Vice City, and it was a glowing one, that I long for one of these go-anywhere, do-anything games in a modern setting that endows me with pride for my automobile. I want a game where I am a normal guy, and I can’t steal cars; however, I can own one, maybe even own one bought after saving up a lot of money through fighting RPG-style random battles? I want to do things like forget where I parked that car, and go all around the city looking for it, teeth clenched like an asshole, mashing buttons on my game controller because of my own damned fault. To me, that’s the future of freedom in videogames. Shame on Jak II on two levels, then, for giving me a wondrous Jet Board, which can be used at any time (even during the final boss fight!) with a click of the R2 button, and not letting me use it as my main method of transportation in the over-world. I get bumped off that Jet Board whenever I run into a Crimson Guard on the streets. I don’t get bumped off it when I run into an enemy in the Strip Mine level. Why is this, really?
[read on and laugh]
Sätze wie dieser:
It reminds me not of Goldeneye for Nintendo 64, nor of Mission: Impossible for that same system; rather, it reminds me of the difference between the two games, and how those “videogame journalists” who take their positions as “social institutions” too seriously jumped the gun and called the latter game a “killer” of the former one because you could navigate through a net of lasers while hanging from dental floss in the latter, even though the latter game was full of challenges you’d swear to never play again, and then never play again, and the former was full of things you played immediately again upon completing them.
Zu geil…
Mein Schüleraustauschpartner Matt studiert seit Anfang des Jahres in Wien Deutsch und hat mir letzte Woche sein Referat über Döner geschickt.
Hier jetzt der exklusive Auszug:
I: Die Geschichte des Döners in die Türkei
Der Döner Kebap ist ein Art Fast-Food, der seit hunderten Jahren, in der Türkei gegessen ist. Im mitte den 19. Jahrhundert, kamen zwei Köche, die Iskender und Hamdi heißen, auf die Idee, der Fleisch an einem vertikalen Spieß zu braten. Der Döner ist ein Verwandter des griecheschen Gyros, und ist mit Fleisch, Tomaten, Zwiebeln, Salat, Salz, türkische Joghurtsauce und Scharf vorbereitet. Der erste Deutscher, der türkischen Essen öffentlich priest, hieß Helmuth von Moltke, ein preußischer Militärberater, der die türkische Armee aufbaute. (ungefähr 1835)
II: Wie der Döner in die deutschsprachigen Länder kam:
In den 50er und 60er sind viele Gastarbeiter aus die Türkei nach Deutschland umgezogen. Es gab damals die „Wiederaufbau“ Deutschlands, und deswegen gab es für bereitwillige Arbeiter viel Arbeit. Die Deutschen hatten schon ihren eigenen Arten von Fast-Food (z.B. Currywurst) und die Türken hatten die erste Dönerbuden geöffnet. Bis 1975 sind Döner Kebap am beliebsten, viel beliebter als alle andere Arten Fast-Food zusammen. Zurzeit gibt es ungefähr 15000 Dönerbuden in Deutschland, und die Deutschen essen jährlich über 800 Millionen Döner Kebap 1996, verdiente die Türken über DM 3,6 Milliarde. Heute, das ist ¤ 1,85 Milliarde. In der Schweiz, werden monatlich 850 tausend Döner gegessen. Leider habe ich keine Statistiken über den Verbrauch des Döners in Österreich gefunden.
In Berlin, ist der Döner besonders beliebt. Es gab in 1995 ein Theaterstück, das „Der letzte Döner“ heißt. Es handelte sich von einem süchtigen Mensch, die gesetzlich verbotene Döner, und der Schwarzmarkt. Auch in Berlin, fand ein Ausstellung „Migrationsgeschichte in Berlin“ des Museums Europäischen Kultur statt. Ein Teil davon war der Döner Kebap. In den 80er, scheint der Hühner Kebap an, weil er „gesunder“ ist. Auch kann man Döner Kebap a la DürÜm bestellen, wenn man Pide statt Fladenbrot essen will.
III: Einführung in die türkische Sprache
Wie ich früher gesagt habe, ist der Döner ein Verwander des griecheschen Gyros. Eigentlich „Döner“ bedeutet „drehend“ und „Kebap“ bedeutet „Braten“ (wie ihr schon gewusst habt mit Sis Kebap, den wir schon in den USA haben). Wenn man einen Döner auf türkisch bestellen will, man sagt „Bir Döner(oder DürÜm) lütfen“ [ein Döner bitte]. Und am Ende, sagt man „tesekkür ederim“ [danke].
Dazu gibts noch folgende Quellen: „Aufgespießt – Wie der Döner über die Deutschen kam“ – von Eberhard Seidel Pielen
Artikel “Der Döner” - Skript zum Vortrag von Stefan Nehrkorn auf der 45. Sitzung der Humboldt-Gesellschaft von 1997
Döner 365 - Die DöNERSUCHMASCHINE.
Whoohoo!!!
Döner Tattoo:

AAAaaaa!
Schenkt mir den:

Fragdieb
am 04.05.04
in
Rant
So. Der revolutionäre 1. Mai in Berlin ist nun definitv überstanden, und er war dieses Jahr sogar verhältnismÄßig harmlos, wenn ich meinem Vorrat an öffentlich-rechtlichen, lokalen, niveaulosen und sonstigen Fernsehsendern, meinen eigenen Erfahrungen (wenige) und den Aussagen von Bekannten trauen kann. Wirklich live am Ort des Geschehens war ich nur am Abend des 30.04, da die cleveren Leute vom SO36 ein zur Situation passendes Musikangebot auffuhren, nämlich ein Terrorgruppe-Konzert, und das auch noch am passenden Ort, die Oranienstraße in Kreuzberg, exakt dort, wo am nächsten abend die schönen Bilder von einem glühenden Müllcontainer entstanden. Einlass war 20.00 Uhr, als wir um 21.00 Uhr zu viert dort aufkreuzten, waren bereits alle Karten von den extra zum ersten Mai angereisten Punks aus ganz Deutschland aufgekauft worden. Dank 10-minütigem forcierten Warten und dekorativ Rumstehen hatten wir es dann doch noch geschafft, 3 Karten irgendwelchen Leuten abzukaufen, und unser vierter Mann Chris kam gegen Bezahlung als “Nils” via Gästeliste rein. Die offizielle Aufforderung zum “Blutpogo” der Terrorgruppe wurde exakt fünf Lieder lang durchgehalten, dann waren alle Zuschauer extrem außer Atem, die Raumtemperatur betrug ca 35° und die Luftfeuchtigkeit weit über 100%. Nach dem Konzert flogen vor den Türen die ersten Flaschen auf Streifenwagen und vermeintliche Zivilpolizisten, und einigen verirrten BMW 3er Cabrio Fahrern wurde der Flascheninhalt dekorativ auf die Ledersitze verteilt. Wo die Flaschen herstammen, ist fraglich, da auf dem Konzert ausschließlich Plastikbecher ausgeschenkt wurden, und Flaschen am Eingang konfisziert. Die Lage dort und die allgemeine Müdigkeit bewog uns dennoch, nicht mehr wie ursprünglich geplant im Mauerpark weiterzufeiern, sondern nach Hause zu fahren. In der U-bahnstation stellten wir fest, dass es fast allen Konzertbesuchern ähnlich ging, wer auf diesem Konzert war, hatte eignetlich keinen Bock mehr auf Randale.
Die richtigen Krawalle gingen laut Fernsehen erst am Abend des 1.Mai los, und waren auch verhältnismÄßig harmlos. Es wurde lediglich ein Auto angezündet, das den türkischen Besitzer samt weinender Mutter auch groß ins Privatfernsehen brachte. Auch die gestern in der Berliner Zeitung interviewten Anwohner sprachen von einem sehr ruhigen 1.Mai, besonders hervorzuheben ist hier der Satz, den ein Anwohner von zwei Punks in seinem Hauseingang gehört haben will: “Ist das öde hier, ick geh nach Hause!”. Eine mir unbekannte Musikerin wurde dort ebenfalls erwähnt, die am 2. Mai zum Videodreh anch Kreuzberg kam, um dort eine verwüstete Kulisse nutzen zu wollen, und feststellte, dass eigentlich alles aussah wie immer. Nichtmal auf pseudoautonome “erlebnissorientierte Jugendliche” ist halt Verlass.