Archiv für June 2004

die katzenhasser-familie.

eigentlich hassen wir katzen schon immer, da wir aber tolerante menschen sind, haben meine eltern sogar mal eine besessen und dann und wann pack ich so ein vieh auch schonmal an. es gibt auch ein paar ganz sympatische exemplare, die ich in meiner gegenwart dulde und mit denen ich mir durchaus ein friedliches zusammenleben vorstellen könnte, im allgemeinen bin ich aber froh, wenn die dinger einen bogen von wenigstens 1,50m um mich machen.

heute abend kam der finale todesstoss für diese gattung, gestern der todesbiss für feivel, das meerschweinchen meiner kleinsten schwester. damit steht es 1:1 im killergame katze/hund, das vorletzte meerschweinchen hat der hund meiner cousinen auf dem gewissen. eine ära von 12 jahren nagetieren im hause block hat in einem blutbad ihr ende gefunden.

wir haben unseren haustieren schon immer ausreichend frischluftzufuhr im sommer gegönnt, anfangs hatten wir noch einen käfig, der hat sich aber immer recht schnell als sinnlos erwiesen, da meerschweine sich ausserordentlich rank und schlank machen können und selbst unter 5cm- löchern durchschlüpfen können. da unser garten von einer mauer umgeben ist und viel gestrüpp am boden ist haben wir uns den symbolischen käfig irgendwann gespart und die mobilen rasenmäher frei in den garten gesetzt. netterweise kamen die uns mit einbruch der dunkelheit auch immer entgegen gelaufen, sodass man sie relativ stressfrei wieder reinsetzen konnte. das ist 12 jahre gut gegangen - bis gestern kein meerschwein zu finden war. man denkt sich natürlich einiges, kalkuliert aber auch ein paar star-allüren ein, dass das gute tier eventuell die nacht durchmachen wollte oder so…

eben, als ich die rolladen runterlassen wollte, sitzt frech und breit eine katze mitten auf dem rasen, das meerschweinchen zu ihren füssen drapiert. kann mir jemand verraten, was sich dieses tier denkt, einen tag nach dem mord mit dem armen feivel hierher zu kommen und uns stolz zu präsentieren, dass sie den kampf gewonnen hat? sie hätte ihn wenigstens fressen oder ihrer familie schenken können. diese dreistigkeit macht mich rasend wütend. bis zum jagdtrieb kann ich argumentativ noch folgen, aber das muss echt nicht sein. von daher erhält die mannschaft katze mindestens 50 punkte abzug in der b-note. was hat dieses vieh überhaupt in unserem garten verloren?? unser armer “junger mann”, der das kaliber eines kleinen hundes hatte und die zweitlängsten haare in der familie… leben und leben lassen, war da nicht was?

okay, du hast es so gewollt. morgen geh ich gift kaufen. krieg. mein vater hatte nicht umsonst den beinamen “der katzenkiller”.

und wehe, mir kommt jemand mit “die will nur spielen”.

Xzibit ist der Weihnachtsmann!

Seit ein paar Wochen läuft auf MTV eine Show namens “Pimp My Ride”. Für alle die, die (wie ich) die bei MTV übliche Art, eine Sendung zu senden, nämlich mit viel Produktpräsentationen und durch geschmacklose Musik gecasteter Uncharaktere unterbrochen, absolut unzumutbar finden, fasse ich das Prinzip der Sendung mal kurz zusammen. “To pimp” heißt in diesem Fall (meinem ehemaligen Englischlehrer fällt vor Schreck die Sonnenbrille aus dem Gesicht) ein Auto “so richtig gangstermäßig optisch verbessern”. Der Ablauf ist stets der gleiche: irgendein junger US-Amerikaner oder eine junge US-Amerikanerin hat sein/ihr letztes Geld in ein Auto gesteckt, dass in Deutschland schon vor Jahren vom TÜV ausgemustert worden wäre. Interessant ist dabei, dass man in den USA selbst für sowas noch dreistellige Dollarbeträge ausgeben kann, vom Gebrauchtwagenhändler übers Ohr gehauen wurden jedenfalls alle Kandidaten der Sendung. Nach einer detaillierten Vorführung aller Mängel des Fahrzeuges kommt Rapper Xzibit, bekannt durch Lieder wie das Bassdruckpolo-erschütternde “X!” und macht sich erstmal über den Schrotthaufen lustig, um dann damit zu “West Coast Customs” zu fahren und dort für 20.000-50.000$ den Wagen so richtig “aufzupimpen”. Die dortigen Umbauten umfassen normalerweise erstmal eine Komplettzerlegung des Wagens, obligatorisch ist auch neuer Lack in spektakulären Farben und Effekten. Die restlichen Umbauten variieren zwischen irgendwie genial (ein Mini-Digitalphotostudio in der Mittelkonsole oder eine in den Pickup integrierte Tischtennisplatte) bis zu superkitschig-geschmacklos (gigantische Giovanna-Felgen in general, Unterboden-Neon-Beleuchtung) oder tendieren auch in Richtung absolut sinnlos (4 Fernseher in einem Daihatsu Hijet? wtf?). Wenn die Freaks von West Coast Customs genug gebastelt haben (leider gibt es in der Sendung keine Angabe über die vergangene Zeit, aber ich schätze, 1-2 Wochen benötigt man für einen solchen Umbau), darf der Fahrzeughalter oder die Fahrzeughalterin kommen und seine überquellenden Emotionen dekorativ der Kamera präsentieren. Danach fährt sie/er mit dem Pimpmobile nach Hause, und seine/ihre Freundinnen und Freunde dürfen auch ins Fernsehen und sagen, dass der Wagen garantiert das Leben des Besitzers zum positivsten verändern wird. Soviel zum Inhalt.

Auffällig daran ist die Analogie zwischen Xzibit als der großartigen Spenderfigur der Sendung (obwohl wahrscheinlich MTV die Umbauten bezahlt und garantiert auch einen Deal mit West Coast Customs laufen halt, das die die Rechnung als Dank für die ganze Werbung etwas kleiner ausfallen lassen) und dem Weihnachtsmann. Genau wie der Weihnachtsmann ausschließlich die braven Kinder mit Geschenken belohnt, werden auch bei MTV ausschließlich braver Kinder Autos aufgemotzt. Die Kandidaten der Sendung haben zwar allesamt kein Geld, arbeiten aber mindestens in 2 Jobs, kümmern sich brav um ihre Familie, hatten eine schwere Kindheit oder früher Drogenprobleme und sind jetzt zum “Guten” konvertiert. Obwohl MTV alles versucht, um die Fahrzeuge “gangster-ghetto-sytle” aussehen zu lassen und mit Xzibit eine der Idolfiguren der Möchtegern-Gangster-Kultur verpflichtet hat, machen sie bei der Auswahl der Kandidaten genau um diese Möchtegern-Ganster einen großen Bogen…irgendwie inkonsequent. Weiterhin ist “Pimp My Ride” ein eindeutiges Beispiel für die unbegrenzte Konsumverehrung der US-Amerikaner, der Glaube daran, dass möglichst teure und spektakuläre Konsumgüter das Leben einer Person zum Positiven hin verändern können, schwebt brutalst deutlich über der Sendung.

Zur Erinnerung

Morgen ist Europawahl. Heute mittag ging mir der letzte Krit-Newsletter zu, der wieder mal eine Reihe Beiträge zum leider immer noch nicht erledigten Thema Software-Patente enthielt. Diejenigen, die sich bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, möchte ich auf eine umfangreiche Linkliste bei segert.net hinweisen, die auch einige Links zu in die Thematik einführenden Texten enthält.
Wer meint, ihn gehe das alles nichts an, sei darauf hingewiesen dass diese Entwicklung, wie viele andere Themen der europäischen Politik früher oder später auch bei ihm ankommen, auf Wegen, die er vielleicht nicht für möglich gehalten hätte. Es geht hierbei nicht um ein paar Hobbyprogrammierer, die gerne ihren Spielplatz behalten wollen, sondern um eine dramatische wirtschaftliche Entwicklung, die angesichts des Umfangs der Softwareindustrie heutzutage auch über diese hinaus zu spüren sein wird.
Beide Themen – Europawahl und Softwarepatente – veknüpft, bietet der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. auf einer entsprechenden, umfangreichen Seite .

Allein um die Europawahl geht es z.B. bei Freitag (Steht der Verlierer schon fest?), bei der netzeitung oder bei wahl.blogg.de, speziell diesen Beitrag fand ich interessant.

Also: Morgen alle brav die Zettel ankreuzen, “wer nix macht, macht nix verkehrt”, gilt nämlich in der Politik genauso wenig wie sonst auch.

We got a Winner

Die einzigen “Drogenfilme” die ich bisher gesehen habe waren Big Lebowski und Fear and Loathing in Las Vegas, allerdings sind die beiden wohl eher die “andere” Art von Drogenfilm, die die man nicht im Reli-Unterricht zeigen sollte, wenn man seinen Job behalten will. Montag haben wir uns beim Shad Requiem for a Dream angeguckt, quasi der erste “ernsthafte” Drogenfilm für mich. Deswegen kann ich hier auch keinerlei Vergleiche zu Trainspotting, Das weisse Rauschen oder anderen Genrevertretern ziehen. Trotzdem bietet Requiem for a Dream eine Menge Punkte an denen man sich aufhalten kann. mehr…

All Life begins with Nu and ends with Nu

Als Rollenspiele nur 32MB zur Verfügung hatten, gab es keine Sprachausgabe. Als Final Fantasy VII rauskam (auf 3CDs) gab es keine Sprachausgabe. Auch bei Final Fantasy IX: keine Sprachausgabe. Erst seit FF-X “dürfen” wir die Charactere reden hören. (Nicht nur) in meinen Augen ein schwerer Rückschritt. Ähnlich wie beim Verhältnis Film <-> Buch zerstört die “vorgefertigte” Sprachausgabe das Bild das sich zu den Charakteren im Kopf entwickelt. Paradebeispiel: Seymour aus FFX: durch und durch böse, inklusive selbstsicherem Auftreten (sogar nach dem 4 Ableben lässt er den Stolz nicht sinken, im Gegenteil) macht die Sprachausgabe seine Auftritte jedesmal zu einem lächerlichen Schauspiel: Die Stimme klingt weinerlich, mit einem schwulen Unterton. Das ganze führt zu einer bizarren Widersprüchlickeit, die das ganze Spiel unglaubwürdig und lächerlich macht.

Vor allem aber ist es schade, dass man seine Charaktere nicht mehr selbst benennen kann.