Archiv für November 2004
Oder so…
Jeden Tag sag ich mir “poste mal wieder was auf deiner verdammten Website, dafür ist sie schließlich da”, trotzdem will und will es nicht klappen.
Scheisse, mein letzter Post war am 29.Oktober, fast einen Monat her. Wenigstens ist in der Zwischenzeit einiges passiert (leider kann ich mich aber an nichts davon mehr erinnern).
Der Nobember war hauptsächlich geprägt durch Rangeleien mit eplus, dass die mir dich bitte ENDLICH mein neues Handy schicken, das ich am 2. November bestellt hatte. Es kam dann vorgestern an, schlappe 3 Wochen später. Gesa hat ihr’s am gleichen Tag gekriegt aber nicht mal eine Woche vorher bestellt. Was soll das denn? Ich bin doch guter Kunde, darf man mich so behandeln? Nein.
Die Uni geht mir auf den Sack zur Zeit. Alles ist langweilig und nervig. Meinen Kommilitonen möchte ich manchmal nur noch eine reinhauen.
Aus verschiedenen Gründen.
Andere Weltbewegende Ereignisse diesen Monat: MGS3 ist raus. Aber wem erzähl ich das? Wen’s interessiert, der weiss es eh schon. It is teh Rock!!11 Eine Frechheite allerdings die Probleme beim Laden von Daten von der DVD. Ruckeln und Stocken ohne Ende. Laut Insertcredit Foren allerdings auch mit der Original-DVD.
Spielemäßig sonst noch interessant (halbwegs): Halo 2. Lustig im Coop. Alleine eher mau. Wenn man sich mit dem Spiel Mühe gibt und es richtig behandelt kann es Spaß machen. Sich mit dem Warthog durch Treppenhäuser zu quetschen, die eigentlich nicht für Autos gebaut wurden macht aber auch erst zu zweit richtig Spaß.
Letztes Wochenende musste ich trotz sich anbahnender Erkältung Motorrad fahren. Als ich wieder zuhause war hatte ich Fieber. Das war am nächsten morgen zum Glück verschwunden, inzwischen plagt mich nur noch ein rauer Hals und eine leichte Schniefnase.
Dienstag werde ich 22. Ich fühl mich alt.
Schettler
am 18.11.04
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Rant
Der Kurs „Einführung in das Studium der Neueren Deutschen Literatur“ hat mich doch sehr ins Grübeln gebracht. Gegenstand der heutigen Sitzung war Eichendorfs „Mondnacht“. Ein sehr schönes Gedicht, wie ich finde, über romantischen Transzendenzvorstellungen in Bezug auf die Natur. Anhand dieses Gedichtes wollte uns Privat Dozent Dr.Hucke die Vorzüge der Struktursemiotik beweisen.
Dazu muss man wissen, dass zu Anfang des 20.Jahrhunderts die vorherrschende Methode zur Interpretation Literarischer Texte die Textimmanente Interpretation war. Diese besagt, ein Text sei ein Kunstwerk und nur aus sich selbst heraus zu verstehen. Der Interpret müsse also nun selbst zum Künstler werden um „in den Text zu gehen“ und dessen Bedeutung herauszerren. Alle Kontexte werden dabei so weit das geht ausgeblendet. Das diese Methode ziemlich verklärt und das Auslassen, gerade der historischen Kontexte, eher Kontraproduktiv ist leuchtet wohl jedem ein. So haben denn die Literaturwissenschaftler die Struktursemiotische Methode entwickelt. Diese sagt jetzt, ein Text ist ein Geflecht von Zeichen, die man nur richtig deuten kann, wenn man sie in den richtigen Kontext setzt. Das man dabei auch selber von seiner Zeit und ääh seinem Leben beeinflusst ist, wird dabei, in der Theorie, sogar auch bedacht. Gar nicht so doof, ne. In der Praxis sah das allerdings etwas anders aus. Wir hatten also das Gedicht an das sich eine Interpretation eines gewissen Herrn Pfeiffer anschloss. Dieser schreibt: “Eichendorf beschreibt hier die Vereinigung des Selbst….“
Hucke: “Ja wie Vereinigung?“.
In einem längeren Quasi-Monolog führt Herr Hucke nun aus, dass seiner Meinung nach an dieser Stelle jede Art von Vereinigung mit etwas anderem gemeint sein könnte, da ja kein Kontext vorliegt. Auf den Hinweis, dass das Gedicht doch der Kontext ist geht der Dr. gar nicht erst ein und fängt an über jegliche intuitive art des Interpretierens herzuziehen. Ich könnte hier noch weiter den Vorgang der Struktursemiotischen Textanalyse ausbreiten. Aber nur soviel. Wie eine Hyäne das Aas, zerfleischte Dr. Hucke diese vier Zeilen bis ihre Gebein abgenagt und jegliche inhärente Bedeutung verschwunden war. Am Ende war das Ergebnis, dass die erst Strophe eine tiefe Sehnsucht ausdrückt. Aha, na das wusste ich vorher auch schon. Allerdings konnte ich da nicht behaupten dies auch komplett ohne Verweise auf den gefühlten Ausdruck der durch die Wortwahl vermittelt wird zu belegen. Sondern mich ausschließlich auf historisch überprüfbare Fakten und die Grammatik zu berufen. Das Problem der Subjektivität bis zur Beliebigkeit scheint mir hier auch nicht aus der Welt geschafft sondern hinter scheinbar logisch begründbaren verfahren verborgen.
Aber was ist so grundlegend verwerflich am intuitiven verstehen. Also dem natürlichen Vorgang des Verstehens, der ja automatisch einsetzt. Was ist Wissenschaftlich daran so zu tun als hätte dieser Vorgang gar nicht statt gefunden.
Nackt und Vergewaltigt lag die erste Strophe der „Mondnacht“ vor mir. Und ihre Blutigen Überreste sprachen: “Seid ihr jetzt zufrieden?“
Wissenschaftlichen Theorien müssen scheinbar Dogmatisch sein.
Kuhnen
am 15.11.04
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Rant
Guten Tag alle zusammen!
Ich habe heute frohen Mutes um 8:00 im Centro Oberhausen meinen neuen Job (Aushilfe für Lager, Verkauf und alles andere was so anfällt) bei der Firma LEGO angefangen. Natürlich war ich pünktlich und habe dann zuerst mal meinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Soweit so gut, doch dann fing die Arbeit an.
Habt ihr schon mal drei Paletten, die doppelt mit Plastikfolie eingeschweisst sind, worunter sich Kartons befinden, die doppelt eingepackt sind, aufgemacht, die Sachen rausgeholt und jedes Teil einzeln mit den selben Strichcodes beklebt, die eh schon darauf sind? Nein?
Dann habt ihr diese Kartons wahrscheinlich auch noch nie in ein Lager einsortiert, dass ziemlich überfüllt ist und ca. die Ausmaße einer guten Küche hat. Kennt ihr die große, ich meine GROßE Ritterburg von Lego? Davon waren 20 Stück dabei, Preis pro Stück: 169,90. Wer es hat…
Eine Arbeit für einen Blöden, kurz gesagt. Aber was tut man nicht alles um über Wasser zu bleiben…
Dann, so ca. 11:45 fing ich an den Laden wieder mit Produkten aufzufüllen. Dabei kamen wieder Abgründe unserer Konsumgesellschaft zutage. Von Lego Bionicles gibt es elektrische Zahnbürsten, die nur 20€ kosten, und Schaumstoffschwerter für 10€, Schlüsselanhänger für 4€, Rucksäcke für 17,99€, Stifte für 14,99€, Masken für 15,99€ und last but not least Terminkalender in DIN A4 Größe, schlecht geordnet und strukturiert für nur 25€. Dinge die die Welt nicht braucht, aber man staune: gerade diese Sachen gingen am besten weg!
Aber es gibt auch gute Dinge von Lego! Es hat sich wirklich viel getan seitdem unsereins mit Lego gespielt hat. Mein Favorit ist der Sternenzerstörer mit 3104 Teilen und den Ausmaßen B*H*T 30*40*130. Leider ist auch genau der das Teuerste was es in diesem Laden gibt – 369€.
Außerdem gibt es von Lego Technic Fergesteuerte Autos, von Lego Robotics gibt es Autos, die man an seinen PC anschließen kann und programmieren kann auf bestimmte Aktionen zu reagieren. Das Ganze soll dann in einem Robotergefecht enden, was keine schlechte Idee ist – man braucht auf jeden Fall zwei um richtig zu spielen!
Naja, die Mitarbeiter sind nett und freundlich haben aber keinen Mitleid mit Nikotinjunkies, sodass ich von 8:30 bis 14:00 nicht geraucht habe. War dann ein billiger Tag für mich. Jetzt bin ich fertig und freue mich schon auf nächsten Mittwoch wo es dann wieder heisst:
Sohn: PAPA ICH WILL VON BIONICLES DAS SCHWERT HABEN UND DEN NEUEN FILM AUF DVD. DER DA IST AUCH NEU UND DEN WILL ICH AUCH!!!
Papa: Ok.
Fragdieb
am 13.11.04
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Rant

Ich merke gerade, das schon lange kein Post mehr von mir dabei war; das muss ich gleich mal beilegen, nicht das uns die Inhalt / Text - Ratio über den Kopf steigt. Ich bin im Moment schwer beschäftigt, was daran liegt, dass mein Grundstudium gerade so richtig loslegt:
Im Wahlpflichtfach Zeichnerische Darstellung & Gestaltung dürfen wir jetzt mit Buntstiften und Kreiden zeichnen, was nach kurzer Euphorie (Die Farben! Die Farben!) in ziemlich ernüchternde Mehrarbeit ausartet. Mein Geduldsfaden reisst ungefähr dort, wo ich mit der Vorzeichnung in Bleistift fertig bin. Die ersten paar Lagen Schraffur gehe ich auf dem Zahnfleisch, bis ich spätestens bei der Banane / Mango / Pampelmuse vollkommen ausraste; ist vielleicht auch ungeschickt, zu jeder Sitzung eine andere Frucht mit neuen wahnwitzigen Farbverläufen aus Mutter Natur’s Trickkiste mitzunehmen. Das Ergebnis ist meistens nicht so toll, das beste Blatt war bis jetzt das allererste, als noch die Engelsgeduld und Motivation da war. (Hm, das ist jetzt wirklich eine Rant geworden, dabei war es gar nicht so negativ geplant. Ist doch eigentlich voll geil - Farbe. Ich meine, Farbe!)
Ach ja, und wir dürfen im Pflichtfach “Dramaturgie des Zwischenraums” jetzt mit Flash herumspielen. “Dramaturgie des Zwischenraums” heisst eigentlich Interfacedesign, aber unser Prof nimmt das ganze sehr ernst. Worte wie “Oberflächengestaltung” sind synonym mit Körperverletzung, und zwar am Studenten, durch den Prof. Wir gehen nämlich tiefer, viel tiefer - und auch viel höher -, aus der Oberfläche heraus in den Raum direkt in den Kopf, und zwar mit Klang. Aber es geht um auch Dramaturgie, und gerade in den neuen Medien brauchen wir dazu auch Stille. Die erste Vorlesung hat mit 20 Zeilen aus John Cage’s “Vortrag über Nichts” angefangen und trug Folientitel wie “Demokratie der Sinne”. In den letzten Wochen musste ich mir das Argument gefallen lassen, das Ohr wäre dem Auge gewissermaßen überlegen, weil es nämlich 10 Oktaven wahrnimmt, während das Auge nur etwa 1 Oktave abgreift. Eigentlich muss ich gar nichts mehr dazu sagen, will aber noch etwas bösartig werden. Ethno-Gebrabbel, quasiwissenschaftlicher Blödsinn, Pseudoargumente. Abgesehen davon ist der Mann voll kompetent, hat nen riesenhaufen Erfahrung auf dem Buckel, ist nicht mehr ganz jung und viel zu dynamisch; ich glaube auch, dass er nicht andauernd kokst, was heutzutage viel wert ist.
(Das hört sich jetzt an, als würden wir wer-weiss-was im Unterricht veranstalten. Fakt ist aber, dass wir technisch bis jetzt nur Buttons mit Sound in Flash gebaut haben. Das war alles. Schall und Rauch, anyone?)
Ooh, und wir haben jetzt Typografie, das ist grob gesagt der Umgang mit Schriften und im Moment nichts anderes als Bastelstunde mit vorgedruckten Lettern, aber auch ganz interessant. Ich weiss jetzt zum Beispiel, dass wir hier alle typografische Verbrecher sind, vor allem, wenn wir kursiv oder fett schreiben, ohne den dafür vorgegebenen Schriftschnitt zu verwenden, sondern den dreckigen Shortcut über berechneten Shit nehmen, bei dem dann die Schriftgewichtung und Linienstärke den Bach runtergeht; vom KR-Logo will ich gar nicht reden. Ich würd das auch alles besser machen, aber ich bin gerade einmal 3 Wochen in dem Stoff drin, also ruhig Blut. Trotzdem ist im Netz und auf der Straße aber alles Scheiße, weil nur noch Affen vor Rechnern sitzen und sich den Mist zusammenklicken, für den wir später vielleicht erfolglos Geld verlangen, nicht bekommen und dann selbst schlecht zusammenklicken, um die Miete zahlen zu können. Damnit, schon wieder ne Rant.
Ich schieb’ schon die ganze Zeit den Link nach unten, wegen dem ich eigentlich hier bin, nämlich Schriftgestaltung, bestes Fach ever der letzten 3 Wochen. Ich darf lobend erwähnen, dass WordPress im Admin-Bereich Minuskelziffern verwendet, die das Schriftbild positiv beeinflussen; im Blog kommt das allerdings in Versalziffern raus, die alles vollblocken. Yadda yadda, auf jeden Fall ist der Prof super, bringt uns interessante Fakten über die Schrift ins Hirn und hat uns außerdem die erste Hälfte der humanistischen Kursiv beigebracht, die wir in Zukunft mit Stahlfedern aufs Papier bringen werden. Mit der “ersten Hälfte” (übrigens sind die Anführungszeichen hier im Admin-Bereich auch nicht richtig, wollte das mal anmerken) meine ich die Lettern “inmlhjftocer”, uns fehlen also noch “abdgkpqsuvwxyz”. Das macht aber nichts, denn wir können die wichtigsten Ausdrücke der deutschen Sprache schon schreiben, nämlich “nein” und “heil hitler”, leider ohne Versalien, die kommen erst nächstes Semester. Es folgt ein schlechter Scan von schlechter Schriftgestaltung. Damit wären wir am Ende unserer Sendung.