Archiv für April 2005

Posen mit Himbeersirup

Gestern abend trat wie jeden Freitag das übliche Problem auf: was ist wo los und weshalb sollte ich dahin und nirgendwo anders hin gehen…dabei stieß ich auf folgenden Text über eine Band namens Kill Allen Wrench, die an dem Abend auftreten sollte:

Nichts für schwache Nerven und guten Geschmack, was da auf uns zu kommt. Mit Kill Allen Wrench macht sich eine neue Schocker-Combo auf, allen Moralisten den Mittelfinger des Satans zu zeigen…KAW, die selbsternannte “wichtigste Band im Punkrock-Business”, provoziert mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Ausgestattet mit angeklebten Teufelshörnern, Vampirzähnen und schwarzen Priesterroben haben die Herren Allen Wrench, Dr. Heathem Scum, Mariachi Mysterioso, Junky John Wohlfeil und The Prince Of Punk, Mark Hernandez in den USA schon alle Sittenwächter in helle Aufruhr versetzt. Ganz klar, denn an nicht-jugendfreien Inhalten mangelt es weder den Songtexten (verheißungsvolle Titel wie “I Want To Date A Porno Star” oder “Butt Fuck Princess” sprechen für sich) noch den wilden Live-Shows inklusive viel nackter Haut und literweise Blut.

Das klang für mich irgendwie nach “Kassierer meets Marylin Manson”, guter Geschmack war noch nie ein Muss für mich, und den Veranstaltungsort, das “Wild at Heart” in Kreuzberg mag ich auch, also Matthias mobilisieren und nichts wie hin da. Das Schöne an dem Laden ist, dass da keine Band vor 11 auf die Bühne geht, also vorher noch genug Zeit ist, gemütlich Pils zu trinken. Bis dann mal die Vorband gespielt hatte, die Instrumente umgebaut und der Sound neu gecheckt war, war es dann auch schon viertel nach 12.

Dann legten Kill Allen Wrench in US-Priesterhemden und Sänger Allen Wrench mit Show-Kontaktlinsen, Teufelshörnchen undVampirzähnen los, genau wie versprochen. Musikalisch nicht wirklich herausragend, irgendwie Horrorpunk mit etwas Hardcore und Trashmetal-Solos, aber bei der Show war das eigentlich völlig egal, ebenso wie Allen Wrenchs Probleme mit seiner Stimme, aber wozu hat man ein Publikum, das 10cm vor der Bühne steht und dank offensichtlicher Metalerfahrung bereitwillig jeden Refrain beliebig laut ins hingehaltene Mikro brüllt. Primitiv und wild ging es weiter, irgendwie geriet Allen Wrenchs Bierflasche beim Lied “Alcohol, Alcohol” in meine Hand und das Bier in meinen Mund. Dann kam das, worauf alle warteten…Blut! Allen nahm zwei goldene Kelche, und schütte sich den roten Inhalt über den Kopf. Jetzt war uns klar, dass es ein Fehler war, so nah an der Bühne zu stehen, andererseits hätten wir sonst nie die Erfahrung gemacht, dass es sich dabei um Himbeersaft und Lebensmittelfarbe handelt.

Als die Ankündigung kam, dass dies das letzte Stück sein würde, weil Wrenchs Stimme zu versagen drohte, hatte Matthias die rettende Idee des Abends: Jägermeister…ein paar geholt und auf die Bühne gereicht, und plötzlich waren noch zwei Stücke mehr möglich. Nachdem sich KAW dann aber auch nicht durch weiteren Alkohol auf der Bühne halten ließen, kam der zweite Vorteil des Wild At Heart zu tragen: der Backstage-Raum ist genau so gelegen, dass man von der Bühne aus quer durch den ganzen Laden gehen muss, daher ist für alle Anwesenden genug Zeit, die Musiker von vorne bis hinten zuzuquatschen. Kill Allen Wrench hatten allerdings gar nciht vor, im Backstage zu verschwinden, sondern zogen es vor, mit Leuten zu reden und zu trinken. Dabei stellte sich dann raus, dass die 5 bösen Schocker-Rocker-Kinderschrecken von der Bühne eigentlich nette Typen sind, die bereitwillig Sticker und Poster verschenken und sich freuen, wenn man ihnen sagt, dass man es toll fand.

Irgendwann um halb drei haben wir dann ziemlich “blutig” beschlossen, noch weiterzuziehen. Der Türsteher im Knaack hat uns irgendwie nicht geglaubt, dass wir uns nicht geprügelt hätten und das ganze nur Himbeersaft ist, aber rein durften wir trotzdem.

Den Nagel auf den Kopf…

As new program-launching needs have arisen in the Unix world, the reaction has always been to modify or piggy-back on one of the existing systems. For example, the ssh-agent daemon (think “keychain for ssh passwords”) needs to launch once, and only once for each user login session. Shell startup files are read every time a shell is started. Multiple terminal windows means multiple shells, but still only one login session. The Unix community’s solution was to make runtime checks at shell startup time to see if the ssh-agent was already running, and launch it if it was not. This passed from clever hack into common idiom as ssh-agent became more popular. This is a good example of “The Unix Way.”

Aus dem (sehr guten, sehr kompetenten) Mac OS X Tiger Review auf ars technica.

Ein perfektes Beispiel für die vielen Dinge die bei Unix komplett falsch laufen.

Kratzeis!!!

Kratzeis

Die Erfahrung wird überschätzt.

Ich habe in den letzten Tagen eine Menge cooler MAME-Roms gezogen und plane, daraus ein wöchentliches Feature zu machen, jede Woche ein Spiel. Ausserdem bin ich nach 30 Stunden zum zweiten Mal durch Metal Gear Solid 3 durch. Am liebsten würd ich gleich nochmal von vorne anfangen, das Spiel ist unglaublich, aber hier liegt auch noch Resident Evil 4 kurz vor Ende von Disk 1 rum und will geschafft werden. Bereitet euch auf aber ein laanges MGS-Review vor. Ob ihr’s dann auch kriegt steht zwar in den Sternen, aber ich geb mir alle Mühe. Zu RE4 ist auch eins geplant, aber man kennt das ja mit den Vorsätzen..

Blogging

Die letzten 2 Wochen Semesterbeginn waren etwas stressig, aber jetzt sollte es wieder gehen. Seit gestern abend bin ich dabei mir anhand von Empfehlungen aus dem insertcredit-Forum eine schöne Sammlung von MAME-Games herunterzuladen. Während ich darauf warte, dass mich planetemu wieder downloaden lässt, surfe ich so rum und stoße auf Berichte über eine neue Blogging-Engine die auf Ruby on Rails basiert. Ruby on Rails ist ein Web-Development Framework in Ruby (wer hätte es gedacht), ausgehend von dem Model-View-Controller Pattern.

Die Sache hat mich jedenfalls daran erinnert, dass ich mit meinem CMS immer noch kein Stück weiter bin. Vielleicht komm ich dieses Wochenende ja dazu, nachdem ich mich ausführlich mit Komplexitätstheorie und Swing (oh gott) auseinandergesetzt habe. Für Juli/August plane ich einen Umzug mit allem Webkram zu hosteurope, bis dann will ich eigentlich was stehen haben.

Das Ratzinger Papst geworden ist find ich deshalb lustig weil es bei Final Fantasy IX einen Gegner namens Ratzinger gibt. Apropos: Bitte bitte, und das gilt besonders für Schettler, nehmt euch 20 Minuten und guckt euch bitte das an: Sega Fantasy VI (auf “New Game” klicken)

Beatles

Tim Rogers war für ungefähr einen Monat verschollen in Korea. Nach seiner Rückkehr hat er auf largeprimenumbers.com ein paar Texte veröffentlicht für die, die ihm mindestens 1,08$ überweisen. Einer dieser riesigen Artikel handelt von Rockmusik. Rockmusik, heisst bei Tim meist japanischer Punkrock, allerdings lässt der Artikel genug Platz für die Ramones und die Beatles.

Ich dachte immer die Beatles wären so richtig scheisse. Für mich waren sie das musikalische Äquivalent zu Damals war es Friedrich, beim Wort schwangen immer fürchterliche Gedanken an atonales Kanon-Geplärre in der fünften Klasse mit “We all live in a yellow Submarine” oder an den fürchterlich schleppenden Rhytmus und das immer wiederkehrende Mantra Love is all you need.

Verena hatte mit den Spoons am Dienstag einen Auftitt im Bürgerhof, anschließend haben irgendwelche Mittdreißger angefangen zu jammen, als erstes Lied Hey Joe gespielt und schöne Erinnerungen an unspezifisches in mir geweckt. ich war gut drauf und als ich danach wieder zu Hause war, habe ich Jimi Hendrix’ Ultimate Collection eingelegt und Tims Artikel “changing the world in japanese” gelesen. Nach einer Stunden hatten Tim und Jimi mich veranlasst, das nie gehörte One Album der Beatles auf meinen iPod zu laden.

The Beatles hit Japan before the invention of the Walkman. One can say that it was most likely The Beatles that paved the way for the Walkman. Japanese people wouldn’t care to listen to recorded music had The Beatles not birthed pretty much all the genres of music considered worth listening to.

Nun ja vielleicht nicht alle Genres, aber ich war doch erstaunt über das was mir zu Ohren kam. Nach einer Woche mit zweimal One auf dem Weg zur Uni und nach Hause bin ich hin und weg. Yellow Submarine und All you need is love werden allerdings immernoch übersprungen.