Archiv für April 2005
Ich kann doch was bloggen!
Heute hab ich nämlich mein Proseminar hinter mich gebracht (von der Ausarbeitung mal abgesehen). Es ist erschreckend mit was für einer schlechten Vorbereitung, nicht unbedingt inhaltlich sondern formell, die Leute ihre Referate vortragen. Der Zeitrahmen für ein Referat betrug eine halbe Stunde, direkt der erste Referent heute morgen, redet und redet und redet, über 1 Stunde und ist sich dessen nicht mal bewusst. Trotzdem schafft er es, diese Stunde mit Details so zu überfrachten, dass man garnicht mehr weiss worum es überhaupt geht.
Ob jemand sein Thema recherchiert hat merkt man schnell, dann werden nämlich die Punkte auf den Folien abgespult bis plötzlich ein Absatz auftaucht, an den man sich nicht mehr erinnern kann. Plötzlich heisst es dann “Ähm, ääh, das ist eh nicht so wichtig” und husch ist man beim nächsten Thema.
In unserem Seminar waren 2 Teilnehmer anwesend, die des Deutschen nur rudimentär mächtig waren, ein Marokkaner und eine Chinesin. Die Sprachbarriere macht es in so einem Fall erst noch schwieriger zu erkennen ob derjenige das Thema nicht verstanden hat oder einfach nur nicht in der Lage ist sein Wissen zu vermitteln. Wenn auf einfache Ja/Nein-Fragen zur Verwendung der Quellangaben dann aber auch nur Gestammel folgt hat für mich die Veranstaltung irgendwie ihren Sinn verloren.
Ich bin da hingegangen um etwas über Compiler zu lernen. Ich habe anderen etwas über Compiler beigebracht und ich habe mir Mühe gegeben. Das erwarte ich im Gegenzug auch von den anderen Teilnehmern, oder verlange ich da zuviel? Sind meine Erwartungen überzogen? Für mich war dies das erste Proseminar, deswegen hab’ ich keine Ahnung wie das sonst so läuft.
In other News:
Xfce4 ist auf dem Laptop installiert, gerade merge ich Firefox. Ich bin immer wieder begeistert, wie einfach bis jetzt alles ging: Bis jetzt hat jedes einzelne Teil auf dem Laptop ohne Murren seinen Dienst angetreten, abgesehen von dämlichen Fehlern die ich aber allesamt selbst zu verantworten hatte (versucht ein ipw2200 WLAN-Modul mit ipw2100 Treiber zu betreiben zum Beispiel).
DRIV3R (die pseudo-1337 Schreibweise für “Driver 3″ haben die Publisher selber verbrochen) hab ich heute nachmittag zu Ende durchgespielt. Irgendwie bin ich der Meinung, das Spiel hätte nen Review verwindet, also schreib ich mal einen.
mehr…
Dienstag habe ich das dritte Semester hinter mich gebracht, in Form einer blöden Klausur in Betriebssysteme 2. Gleichzeitige habe ich meine erste Leistung für’s vierte Semester erbracht indem ich im Proseminar “Codeoptimierungstechniken moderner Compiler” ein Referat über Compilergrundlagen gehalten habe. Steht nur noch die Ausarbeitung an, die nach ihrer Fertigstellung auch hier veröffentlicht werden wird.
Die verbleibenden Tage bis zum Vorlesungsbeginn am Montag verbinge ich mit ein paar verdienten Tagen Nichtstun. D.h. Zocken: God of War ist ganz unterhaltsam, kommt aber nicht ansatzweise an Ninja Gaiden ran. Doom 3 ist auf der Xbox noch atmosphärischer als auf dem Rechner, dank Dolby Digital und entspannter Sitzposition. Gestern war ich bei Mediamarkt um mir Resident Evil 4 zu kaufen. Ich bin ca. 4 Stunden im Spiel und bis jetzt zwar noch nicht hin und weg, fühle mich aber stets gut unterhalten. Mehr dazu später, wenn ich weiter bin.
Inspiriert von Kai Pahls Ankündigung eine Liste mit Windows-Tips die ihm Leser zugeschickt haben zu veröffentlichen, habe ich ebenfalls eine solche Liste verfasst, mit dem schönen Namen No-Bullshit Windows. Darin konzentriert sich alles was ich momentan tue um Windows angenehm zu gestalten, hauptsächlich in Form von Software-Empfehlungen.
Vielleicht werde ich das Ganze später noch erweitern, ich warte erstmal auf Resonanz.
so lautet der Titel von Helge Schneiders zweitem Bühnenstück, dass ich letzten Samstag in Bochum im randvollen Schauspielhaus gesehen habe. Darin geht es um die Satanskralle von Singapur, gespielt von “Nasenmann” Peter Thoms, diverse Mordopfer und die dazugehörigen Ermittlungen des Kommissar Schneider. Wer jemals einen Krimi von Helge Schneider gelesen hat (wer das noch nicht getan hat: unbedingt nachholen!), kann sich den Rest eigentlich schon vorstellen, ebenso den vorherrschenden Sprachstil. Perfekt dazu passend fand ich auch das Bühnenbild, eine in mehreren Etagen auf eine gigantische Drehscheibe montierte wackelige und perspektivisch krumme, leicht gammelige Stadtszenerie, samt Wohnung des Kommissars mit Einbauküche, der “Union-Stube” mit Flipper, Boutique, Eiscafé, Hochofen, Gefängnis, Polizeidezernat und Straßen. Dadurch entfielen zeitraubende Bühnenumbauten fast völlig, jeder Schauplatz des Stückes konnte durch Drehen des ganzen Konstrukts und Aufstellen von ein bis zwei Requisitien simuliert werden.
Die Handlung ist verworren und Helge-Typisch bizarr. Letztendlich geht es darum, dass die “Satanskralle”, ein Mann mit einer Krallenhand, aus dem Gefängnis entflieht und am Anfang mehr aus Versehen, aber dann mit wachsender Begeisterung Leute umbringt. Da die Polizei damit nicht zurande kommt, ruft der Polizeipräsident den Kommissar zurück in den Dienst, da nur er den Fall lösen könne. Nachdem die Kralle dann auch noch unbemerkt vom Schnitzel des Kommissars isst, nimmt er mit vollem Einsatz die Ermittlungen auf. Warum die Satanskralle jedoch nebenbei das Mövenpick-Eiscafé in der Stadt besitzt und von sich behauptet, Chinese zu sein, bleibt unklar.
Umgesetzt wird die ganze Geschichte von 8 Schauspielern und einer 3-Mann-Jazzcombo, daher tritt jeder Schauspieler in mehreren Rollen auf, auch kurzes Aus-der-Rolle-Fallen gehört zum Programm des Stücks, ebenso ein völlig handlungsfremder Clown, der die Unpässlichkeit seiner Situation irgendwann selber entdeckt und die entsprechenden Konsequenzen zieht. Ich hätte nie gedacht, dass Helges Combo-Mitglied und Lieblingsopfer Peter Thoms so ein guter Schauspieler ist. Auch Bartträger und Musiker Sergej Gleithmann als Rapper “Crazy Karl” gibt im 70er Disko-Look eine tolle Figur ab. Generell verlangte das Stück den Schauspielern einiges ab, neben ständigen Gerenne und Geklettere musste der Kommissar jedesmal mit brennender Zigarette auf der Bühne erscheinen, ordentlich mit Lebensmitteln herumgesaut wurde auch noch, geputzt allerdings nicht. Die Mordszenen simulierten Splatter-Effekte mittels roter Stofftücher, die die Kralle aus den Wunden der Opfer riss, und geworfenen Gummiköpfen.
Ich (als alter Helgefan und Liebhaber bizarrer Trashkultur) fand das Stück sehr sehr beeindruckend, und einem Großteil des Publikums in Bochum ging es wohl ähnlich, da einige Leute schon vor den witzigen Stellen loslachten, glaube ich, dass sie das Stück nicht zum ersten Mal sahen. Ich kann einen Besuch auf jeden Fall empfehlen, sofern man Helge Schneiders Werke mag.
shaly
am 03.04.05
in
Rant
Guten Tag. Eine gefährliche Nahtod-Erfahrung am Freitag vormittag veranlasste, dass ich mich auf alte Werte besinne und diese Seite mit einem neuen Eintrag beehre. Mein Zehennagel und ich, wir verstanden uns nicht mehr so gut. Da ich mich ja in etwa acht Wochen auf den Weg an das andere Ende der Welt mache, entschloss ich mich zu einem Präventivkrieg und liess ihn operativ entfernen. Rache ist Blutwurst, seit Mitte letzter Woche laufe ich mit einer attraktiven Kombination aus Turnschuh und Schlappe herum. Dem ging die wirklich nicht leichte Frage voraus, was weniger bescheuert aussieht: zwei Schlappen mit Socken oder zwei verschiedene Schuhe. Ich habe mich für diese Variante entschieden, weil so zumindest halbwegs erkennbar ist, dass diese modische Sünde auf große körperliche Qualen zurückzuführen ist. Nächste Woche werde ich noch zweimal meinen Lieblingsarzt, den ich ja seit meinem Ellenbogen-Intermezzo (dislozierte Olekranonfraktur, die operativ zusammengegurtet wurde, yeah!) zu meinem engeren Freundeskreis zähle, noch zweimal beehren, dann ist das Thema hoffentlich durch.
Abgesehen von einem Knochenbruch und einer ziemlich erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung zur (Luft holen) Mediengestalterin für Digitalmedien in der Fachrichtung Operating habe ich Anfang des Jahres meinen Arbeitsvertrag unterschrieben und darf mich nun “Junior Webdeveloperin” schimpfen. Da mir der Zustand, mit 22 schon einen Beruf zu haben und von nun an zum hart arbeitenden Teil der Bevölkerung zu gehören irgendwie widerstrebt, werde ich allerdings Anfang Juni meinen Rucksack packen und für drei Monate nach Australien fliegen - inklusive einer Woche Aufenthalt in Bangkog auf dem Rückweg. Zum Wintersemester steige ich dann in den Battle um den härtesten Studiengang ein und werde in Aachen, Bremen oder Düsseldorf irgendwas studieren, was gefährlich und zukunftsträchtig nach Medien und Informatik oder so klingt.
Da ihr nun meines Jahresplanung 2005 kennt, kann ich mich nun guten Gewissens wieder verabschieden und mich auf den Weg nach Düsseldorf ins K21 machen, wo zwei japanische Künstler, deren Namen ich mir nun wirklich nicht merken kann, wunderschöne Bilder zum “Wizard of Oz” ausstellen. Falls mir nachher wirklich enorm langweilig sein sollte, werde ich den einen oder anderen Satz dazu schreiben.
Ach ja, nicht vergessen: Anfang Mai sind wieder Kurzfilmtage in Oberhausen!
Unglaublich viele Grüße!