Armes Amerika
“Der Inspektor kam im April 2002 und sah leider nicht aus wie ein Inspektor, sondern wie ein DJ. Keegan erinnert sich: «Der Typ bestellte eine Cola und rief meinem Barkeeper zu, er solle mich holen. Dann gab er mir einen Strafzettel: Sechzehn Leute beim Tanzen erwischt. Hundert Dollar Busse. Kommt das nochmals vor, sagte der Mann, «wird die Bar geschlossen, und dann wird’s teuer». Ein knappes Jahr später erschien ein anderer Inspektor und machte zwölf Personen aus, die sich auf der Tanzfläche heftig zur Musik bewegten. Keegan musste innerhalb von bloss fünfzehn Minuten seine Bar schliessen. Am nächsten Morgen war das Lokal «padlocked» – Polizisten hatten ein massives Vorhängeschloss angebracht.
Keegan war gezwungen, das Strafgeld zu überweisen, knapp 30000 Dollar (hundert Dollar für jeden Tag, der zwischen der ersten und der zweiten Busse vergangen war), dann erst durfte er das Vorhängeschloss entfernen. Die achthundert Dollar für den Schlosser musste er selber aufbringen. Ein paar Monate später öffnete Keegan wieder. Ohne DJs, ohne Tanzfläche und ohne genug Kundschaft. An den Wänden verkünden jetzt drei Schilder: «No Dancing Allowed», vorschriftsmässig 2,5 · 1,5 Fuss gross.
Etwa 3000 solcher Einsätze haben die Inspektoren von MARCH allein zwischen April 2002 und Juni 2003 absolviert, und sie haben dabei mindestens 150 Lokalitäten «padlocken» lassen. Sie verteilen Strafzettel, wenn sich die Nachbarn über Lärm beschweren, wenn sich mehr Gäste als erlaubt in einem Etablissement aufhalten oder wenn sie Zeugen einer Schlägerei werden. MARCH ist ein Zusammenschluss verschiedener städtischer Behörden, von der Polizei bis zum Hygieneamt, mit zwei Aufgaben: Geld einzutreiben und das Nachtleben in Schach zu halten.”
Hatte den Auszug in gleicher Form in Don Dahlmann’s Blog gelesen und bis zum Ende fuer Science Ficiton gehalten, dementsprechend wurde mein Kopfschuetteln beim Lesen des ganzen Artikels auch immer heftiger, bis ich ein bis zwei ausgerenkten Wirbeln verdaechtig nah war…
Um dem schlechten Gewissen und meiner Abneigung dem Recyceln vom Blog Posts untereinander (was wieder arg zunimmt) zu entkommen, noch der kurze Hinweis auf einen Artikel, den ich heute in der, oeh? Rheinischen Post, glaub ich, am Rande mitbekommen hab:
Das Pentagon hat eine Gruppe von Wissenschaftler beauftragt, Studien ueber die Auswirkungen der CO2 Emmissionen auf das Weltklima zu untersuchen. Ergebnis war, trommelwirbel, verheerende Folgen. Die Wissenschaftler gingen sogar soweit nicht nur katastrophale Klimaaenderungen sondern auch untergehende Landstriche und militaerische Auseinandersetzungen um die knappen Wasserreserven zu beschwoeren. Schlussfolgerung der Gruppe: ein Einstieg ins Kyoto-Abkommen sei nicht unklug.
Willkommen in der Wirklichkeit.
Besagte Studie soll, aus wohl offensichtlichen Gruenden, bis nach der Wahl unter Verschluss gehalten werden.
Armes Amerika, arme Welt.


11 Kommentare zu 'Armes Amerika'
Flow, mach doch mal die Einrueckung bei jedem ” weg…
gnah, es hat das </ br> gefressen
Meinste?
Ich fand das gut
naja, kann’s auch wegmachen
ist halt doof, wenn man nur eine zeile hat…
zum thema… ich weiss - nicht - mehr - welche - organisation hat ermittelt, dass holland 2007 komplett Überflutet ist.
ahja.
im Übrigen bin ich der meinung, dass tanzen mit gefÄngnis bestraft werden sollte und djs wegen beihilfe zu einer straftat verknackt werden. und alle, die einen cd-player haben sind voll underground.
wer um ein uhr nicht im bett liegt, ist sowieso ein terrorist. erstaunlich, dass die das in amerika mit dem polizeistaat so gut auf die reihe kriegen, ohne irgendwelche minderheiten heranzuziehen. ich wÄr aber trotzdem dafÜr, alle clubgÄnger als untermenschen zu diffamieren und musik als entartete kunst zu deklarieren.
UzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzz
BUSHFIRE!!!!!!!11111
UzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzzUzz
“New York war lange bekannt fÜr ein Nachtleben, das jenem im Rest der Welt sexuell, musikalisch, modisch um Jahre voraus war.”
das wÄre interessant, wenn man solche behauptungen mal mit fakten hinterlegen mÜsste. woran erkenne ich denn, dass jenes nachtleben in ny dem im ‘rest’ der welt sexuell um jahre voraus ist? lÄsst sich das empirisch nachweisen?
ganz einfach. die redaktuerin hat das mal getestet
ich meine, es wÄre ein redakteur gewesen - aber in jedem fall wÜrde das den begriff ‘inscene’ in ein neues licht setzen…
:)
http://www.schneier.com/crypto-gram-0402.html#1
gross aber gut zu lesen