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Wenn ich einen Film gucke der “The Punisher” heisst erwarte ich das es darin entprechend zur Sache geht: Üble Rache, viele Explosionen, viele Tote, viel Schmerz, stupide Gewalt. Wenn ich dann an meine Kindertage zurückdenke kommen mir solche Bilder in Erinnerung:

Was von einem muskelbepackten Kerl im Spandexanzug mit Totenkopfemblem und einer Uzi übrigbleibt wenn sich ein crackverseuchter B-Movie Regisseur daran macht musste ich gestern abend erfahren.
Frank Castle ist Undercover-Cop. Bei einer Aktion wird der Sohn eines Gangsterbosses erschossen, dieser übt daraufhin Rache, indem er auf Anraten seiner Gemahlin Castles gesamte Familie (und damit meine ich nicht nur Frau und Kinder, nein, nichtmal der Hund der Tochter des Schwagers überlebt) von einem Killerkommando auslöschen lässt. Castle wird Zeuge, überlebt aber
- üble Tritte in die Magengegend
- Schusswunden aus 10 Meter Entfernung
- einenen Lungenschuss aus 30 cm entfernung
- die Explosion einer Bootstankstelle auf der er sitzt (immernoch mit Lungendurchschuss) und
- einen Tag ohne medizinische Versorgung auf einer Sandbank
Tja, Kaffe auf, Faxen dicke, was tut man? Übel Rache nehmen natürlich. Tja, dachte ich auch, vor allem wenn man sich Punisher nennt. Castle sucht sich aber erstmal die beschissenste Absteige die man sich vorstellen kann, bevölkert von einer Verliererin und zwei schwulen Nerds. Kauft sich eine verkackte Mistkarre und baut da Rollos ein (das PUNISHERMOBIL ? Erinnerte mich irgendwie an Puni.. Pimp My Ride) und versteckt in seiner Wohnung überall Waffen und erfüllt ansonsten jedes noch so platte Klischee: Wisky aus der Pulle, original Ventilator mit Hintergrundbeleuchtung im Wohnzimmer und überall Werkzeug in der Wohnung
Eigentlich sollte jetzt der Film anfangen, es passiert aber irgendwie nix ausser das der PUNISHER von einem komischen Kerl mit einem Gitarrenkoffer verfoglt wird und das schöner PUNISHERMOBIL nach 10 minuten im Eimer ist. Eine geschlagene weitere Stunde verbringt der PUNISHER damit, à la James Bond herumzutricksen, Autos zu klauen und zu telefonieren. Genervt von dem Quälgeist und seinen kubanischen Paten rastet der Vater des eingangs verstorbenen Gangsters völlig aus. Bei diesem Vater handelt es sich um niemand anderen als John Travolta, den man nach Pulp Fiction besser eingeschläfert hätte. Jedenfalls schickt er einen schwulen blonden Russen im Panzerknackerkostüm

der dem PUNISHER nochmal kräftig auf die Fresse gibt. Der Film ist zu diesem Zeitpunkt zu 2/3 rum, man kann die Leute die der PUNISHER umgebracht hat an einer Hand abzählen, es gab erst eine einzige Explosion und der PUNISHER hat ziemlich viel auf die Fresse gekriegt. Ich mein, WTF! Der Punisher?
Jo, jedenfalls am Ende geht er zu John Travolta hin und killt ihn und alle anderen Gangster, setzt einen Parkplatz in Brand und stellt sich für die Schlussszene auf eine Brücke vor die untergehende Sonne. Endlich vorbei. Das war mit Abstand der schlechteste Film an den ich mich momentan erinnern kann.
MEINE FRESSE…
Die einzigen “Drogenfilme” die ich bisher gesehen habe waren Big Lebowski und Fear and Loathing in Las Vegas, allerdings sind die beiden wohl eher die “andere” Art von Drogenfilm, die die man nicht im Reli-Unterricht zeigen sollte, wenn man seinen Job behalten will.
Montag haben wir uns beim Shad Requiem for a Dream angeguckt, quasi der erste “ernsthafte” Drogenfilm für mich. Deswegen kann ich hier auch keinerlei Vergleiche zu Trainspotting, Das weisse Rauschen oder anderen Genrevertretern ziehen.
Trotzdem bietet Requiem for a Dream eine Menge Punkte an denen man sich aufhalten kann.
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Fragdieb
am 05.04.04
in
Movies
Habe mich gestern mal wieder ins Kino begeben, um mir Helge Schneiders neuestes Meisterwerk der Filmkultur, “Jazzclub (Der Frühe Vogel Fängt Den Wurm)” anzusehen. Helge hat es mal wieder geschafft, noch weniger Handlung einzubauen als ins seinen letzten Filmen, und trotzdem einen sehenswerten (wenn man Helges Art von Humor mag), wenn auch leider recht kurzen Film (geschätzt: 90 min) zu drehen. Wider erwarten war der Kinosaal fast voll besetzt. Helge besetzt dabei -wie üblich- mindestens drei Rollen selbst, und den Rest mit seinen alten Musikerkollegen und anderen Freunden. Der Film kommt fast völlig ohne Dialoge aus, die wenigen vorhandenen sind Helge-typisch ziemlich sinnlos, aber lustig (”Frischer Fisch! Happy Fisch! aus Deutschen Landen! Japanischer Zackenbarsch!”). Der Humor basiert wie gehabt hauptsächlich auf Situationskomik, Helges Grimassen und den bizarren Drehorten, wie dem Mühlheimer Busbahnhof oder der Fußgängerzone. Helge spielt darin hauptsächlich einen irgendwie an Helge Schneider erinnernden Jazzmusiker namens Teddy, der tagsüber als Zeitungsverteiler, Fischverkäufer und Callboy arbeitet, um die ganze Nacht im schlecht besuchten Jazzclub spielen zu können. Damit ist die halbe Handlung auch schon zusammengefasst. Jazzmusiker Teddy und seine Bandkollegen träumen davon, einmal mit Earl Mobile zusammen zu spielen. Der Jazz von der allerfeinsten Sorte zieht sich durch den ganzen Film hindurch, trotz in den Film eingebauten Anfeindungen dieser Musikrichtung durch Anwohner (”Pling Pling Plang Plong Pleng Pling Pling”! Das soll Musik sein? Mozart und Beethoven, ja, aber das?”). Die zweite Hälfte vond er Handlung werd ich jetzt auch nicht erzählen, da müsst ihr schon selber für beim Kino beigehen, außerdem werd ich jetzt mal frühstücken. Punkt.
Jetzt weiss ich es! Jetzt weiss ich warum der Soundtrack so seltsam homogen wirkt. Es hätte mir schon früher auffallen können, hätte ich mir einfach mal die Interpreten angeguckt. Von denen gibts nämlich nicht viele, zählen wir mal auf: Kevin Shields hat auf den ersten Blick 4 Lieder, allerdings ist er auch Frontmann von My Bloody Valentine, macht 5. Der nächste, Brian Reitzell ist zweimal explizit vertreten, wenn man ein bißchen rumforscht stellt sich heraus, dass er auch maßgeblich an Alone in Kyoto von Air beteiligt war. Air haben auch ein Label, und siehe da, hier finden wir Sebastien Tellier und Phoenix wieder.
Tja, es bleibt Jesus and the Mary Chain. Die kann man aber ohnehin nicht unerwähnt lassen, wenn man über My Bloody Valentine redet, also rein damit in unseren Sack :) Jetzt sind da nur noch Squarepusher und Death in Vegas, zu dem ich nun beim besten willen keine Verbindung herstelle konnte ausser über den Musikstil, und Happy End, die “Kaze Wo Astumete” singen. Vielleicht ist anzumerken, dass die eine Hälfte von Happy End, Haruomi Hosono bei Pizzicato Five mitspielt. Sein musikalischer Background ist übrigens auf Brian Eno aufgebaut, der eine Zeit lang Mit-Kopf von Roxy Music war, von denen “More than this” stammt, das Lied was Bill Murray im Hidden Track singt. Ich könnt’ jetzt noch den Bogen von Roxy über Velvet Underground wieder zurück zu Jesus and the Mary Chain und My Bloody Valentine spannen, aber irgendwann muss ja mal Schluss sein.
Damnit, eigentlich wollte ich noch Final Fantasy spielen…
Ich wollte ja immer mal wieder etwas mehr Sport treiben und gestern war’s dann soweit :) Mit Timo und Gesa bin ich schwimmen gegangen. Tja, hat mir zumindest nicht geschadet. Heute morgen bin ich schön ausgeruht und hab mich, was ich sonst sehr selten tue vor die Flimmerkiste gesetzt und wow, die Samstagmorgen Cartoons sind wieder zurück! (AWM: “The Disappearance of Saturday Morning“)
Ich rede hier nicht von behinderten Hey Arnold, Disney’s große Pause oder dem computercolorierten Kleinkinderquatsch der auf dem Kinderkanal läuft, nein! Pinky & der Brain, die Looney Tunes, Superman, Marsupilami, alle wieder da. Natürlich immer noch kein Vergleich mit dem was vor 10-15 Jahren lief, aber die Tendenz gibt Hoffnung. Endlich wieder bis 12 im Bett bleiben und sich unterhalten lassen ohne einen Figner zu rühren.