Archiv für 'Movies'
…es rappelt in der Kiste.
Ich glaub ich schreib mal nen Headline Generator für kackreiz. Für heute fällt mir nämlich wieder nix ein. Zu berichten gibts nur ne Menge thematisch zusammenhanglosen Schrott. Fangen wir an mit der cineastischen Woche. Ich war letze Woche nicht nur ein-, nein gleich ZWEImal im Filmforum. Der erste Film war die Geschichte vom weinenden Kamel. Ein wunderschöner Film, den ich jedem nur nahelegen kann. Sehr ruhig, mit klaren Bildern, kaum Ton ausser dem Tosen des Wüstenwindes und dem Blöken der Kamele, kaum Sprache, und wenn dann in mongolesisch (was immer die da sprechen). Der zweite Film war L’Auberge espagnole, den ich trotz, oder gerade aufgrund Empfehlungen von verschiedenen Seiten nicht so toll fand. Inzwischen weiss ich auch warum: die Story. Ein junger Mann geht für ein Jahr weg von Zuhause und kommt danach wieder. Beide male Tränen in den Augen ob der Trennung von Freundin auf dem Weg HIN bzw. den WG-Freunden auf dem Weg ZURüCK. Ich mein, dass kennt doch jeder, oder? Ich weiss nicht ob man über sowas nen Film drehen muss. Die letzte Szene in der Xavier “endlich” seinen Job hat, dann beim betreten der spießigen Bürowelt durchdreht und flüchtet, Klischee, ick hör dir trapsen… Im großen und ganzen kein schlechter Film und seine 4Eur durchaus wert, aber nicht gerade überdurchschnittlich.
Dann die Videospielwoche. Crystal Chronicles ist da und irgendwie enttäuschend. Ich war ja auf einiges vorbereitet und habe KEIN Final Fantasy erwartet, aber das Crystal Chronicles auch noch eine mÄßige Steuerung, langweilige (wenn auch atemberaubend schöne) Dungeons und ein extrem zähes Feeling hat war dann erstmal ein Schock. Inzwischen hab ich dem Spiel eine Chance gegeben und diese Mängel erwiesen sich dann doch als nicht so gravierend. Bleibt allerdings immernoch die Tatsache das man das Spiel nur vernünftig spielen kann wenn man 3 Leute zur gleichen Zeit mit 3 GBAs in einen Raum koordiniert kriegt. Freitag is schonmal gescheitert, hoffentlich klappt’s am Montag. Die GBAs wären nicht wirklich nötig gewesen, die Funktion die sie erfüllen, nämlich dem Einzelnen ein MenÜ zu präsentieren, während die Gruppe ungestört weiterspielt, wäre mit gutem willen realisierbar gewesen ohne die Spieler zum Kauf von 130Eur Controllern zu zwingen. Davon ganz abgesehen, gibt es aufgrund des simplen Spielprinzips nicht gerade viel zu tun in den Menüs…
Damit sich der Gameboy dennoch bezahlt macht, habe ich mir Final Fantasy Tactics Advance bei ebay geordert (für 24,50 statt 35Eur). Das Spiel ist quasi der krasse Gegensatz zu CC. Interessante Story, gute Steuerung und ein unglaublich flottes Gameplay. Kein scrollender Text mehr, wenn einen die Handlung nicht interessiert, kann man problemlos alles wegdrücken (Props to Paper Mario!). Hoffentlich hab ich noch Gelegenheit das alles zu ergründen. Im Moment les’ ich eigentlich lieber (aktuell Anthony Bourdain - Geständnisse eines Küchenchefs) und hör Musik (aktuell Alice in Chains, Trail Of Dead, Melissa auf der Maur, Godspeed You Black Emperor!). Bei Bourdain musste ich übrigens feststellen, dass meine Mutter das auch hat, natürlich NACHDEM ich es gekauft hab’. Ach ja, der Titel und die Rezension hören sich vielleicht langweilig an aber es geht in dem (wirklich interessanten) Buch auch um Sex(!) und Drogen(!!).
Quo vadis, Popliteratur?
Mittwoch hab ich mich von Timo und Gesa zu einer Sneak-Preview im UCI überreden lassen. Als die Reue kam waren die Karten schon bestellt, ausserdem hab ich mir vorgenommen, mich mehr auf Dinge einzulassen. Sind wir da also hingefahren. Zuerst zu Burger King. Ich -obwohl satt- habe mir nichts weiter als ne kleine Pommes und Chicken Filets bestellt. Fataler Fehler. Die Pommes-Bitch war nämlich ausserstande mir die Chickenteile zu servieren. Fiel ihr aber erst ein, nachdem ich 2 Minuten neben der Kasse gestanden und gewartet hab’. “Sie können sich schonmal setzen, das dauert noch” “Sie können mich mal am Arsch lecken”. Hab ich mir gedacht und mich gesetzt. Als ich meine Pommes aufhatte waren meine Filets immer noch nicht in Sicht. Böse Blicke haben die Tante auch nicht davon abgehalten, sich satt um die Gäste lieber um die Strohhalme und Servietten zu kümmern. Nachdem eine ganze Horde Leute von ausserhalb, wohl auch auf dem weg zum Kino, verpflegt waren bin ich aufgestanden und nach vorne marschiert, lautstark nach Chicken Filets verlangend. Was macht die Frau? Dreht sich um und geht weg. Kommt nach ner Minute zurück und drückt mir, ohne ein Wort, ohne mich anzugucken, die Tasche mit den Chicken Filets in die Hand. Zu allem Überfluss haben die auch noch scheisse geschmeckt.
Derartig gestärkt und hochmotiviert gings dann in Saal sieben vom UCI. Die Sneak Leute sind eine eingeschworene Gemeinde. Jeder kennt jeden, alle sind besoffen und benehmen sich als gehöre der Saal Ihnen. Vor der Sneak gibts immer ne Stunde “Moderation” während der zwei beschissene UCI-Azubis die Leute fertigmachen, die zum ersten Mal dabei sind. Pech für die wenn sie weiblich, nicht gerade hübsch und auch noch eher dick sind. “Was sind das denn für Grazien?” “Ja, ich hab heute wieder die Pflegefälle” Publikum: “Ausziehen” Moderatoren: “Nee, lieber nich”. Auf dem Niveau gings dann weiter mit nem lieblosen Gewinnspiel. Der bescheidene Film wurde uns dann noch endgültig von “Walter” verdorben. Walter ist um die 40, saß hinter uns und konnte seine verdammte Scheissfresse nicht halten. Ich war kurz davor ihn umzubringen. Jede Szene musste er lautstark kommentieren. Der Film war eh nicht besonders (”Out of time”), deswegen wärs eigentlich vielleicht sogar unterhaltsam geworden, allerdings waren Walters Kommentare weder witzig noch geistreich, sondern einfach nur platt, ca. 10 Meilen unter dem gängigen Ballermann-Humor.
Wie Pöbel mit Pöbel verfährt war also ganz interessant, unterm Strich hätte ich mir die Aktion aber besser sparen können (4 Eur). Seid gewarnt.
Ich finde es gibt wenig schöneres, als nach einem tollen Film ganz alleine in seinem Zimmer zu sitzen, nachts um halb 1, nach einer Flasche Bier, mit guter Musik die leise im Hintergrund spielt. Nur wenn man mit dieser Mischung aus ein wenig Alkohol, ein wenig Müdigkeit und tränenden Augen mit sich und der Welt alleine ist, kann man einen Film richtig wirkeln lassen. Natürlich ist es manchmal schön sich zusammen Filme anzusehen, aber das sind oft auch nicht die über die man hinterher nachdenken kann oder will. Wenn doch, tut man das einen Tag später, wieder allein. Aber dann haben sich die Realität, rationales Denken oder ganz andere Eindrücke wieder im Kopf breitgemacht, das Gefühl ist nicht das gleiche, man nimmt den Film im Rückblick immer anders wahr. Die Eindrücke die man hat wenn der Fernseher wieder aus ist sind machtvoll aber oft zu filigran um dem Alltag zu widerstehen. Wenn man sie sich in Ruhe entwickeln lässt gehen sie nicht verloren.
Alkohol und Müdigkeit helfen, schon während des Films vollkommen zu versinken in der Welt hinter der Mattscheibe. Eigentlich sollte man Filme überhaupt nur noch nach 22 Uhr und >1 Bier ansehen. Gerade hab’ ich mir mit Timo Lost in Translation angeguckt und den Film sofort in meine Top-10 aufgenommen, direkt zwischen Apocalypse Now, Tomas Katz, 2001 Mulholland Drive, Chihiros Reise ins Zauberland, True Romance und Lost Highway. Alles Filme die einen auch nach dem Abspann in Ihren Bann reissen, im Kopf immer wieder ablaufen. Leibhaftig macht er das Gefühl von Verlorenheit und Suche, Erlösung und Hoffnung erfahrbar und kombiniert eine schöne Liebesgeschichte mit der unglaublichen Atmosphäre Tokyos. Über Details zu reden, würde den Eindruck zerstören, deswegen lasse ich es hierbei bewenden und spreche nur eine wärmste Empfehlung an alle aus, die Lost in Translation noch nicht gesehen haben.
So, die lange Lord of the Rings Nacht ist vorbei und im direkten Vergleich kann ich sagen, der 3. ist der beste. Spaeter dazu mehr, nach 12 Stunden Kinosessel brauch ich jetzt erstmal Schlaf…
Der versprochene Nachtrag:
Wir waren im Cinemaxx, aus dem einfachen Grunde, dass man da problemlos in seinem Sessel liegen kann ohne an die naechste Sitzreihe zu stossen. Im UCI haette ich mir 12 Stunden wohl nicht angetan. Bin ja schon froh, dass sich Kinos generell zu solchen Tempeln entwickelt haben, ‘Residenz kleines Haus’ anyone?
Das Triple lief in 9 von 10 Kinos wenn ich das richtig gesehen hab, was so ~1900 Sitzplaetze bedeutet von denen um 15:30 auch bis auf 200 alle verkauft waren. Ich gehe mal davon aus, dass bis zum Beginn um 17:00 die restlichen auch weg waren. Liess sich aber weder im Parkhaus noch in der Lobby merken, wo die ganzen Leute steckten sollte mir erst spaeter klar werden.
Nach einem kurzen Abstecher zur Doener Meile, bei Doener fuer 1,80€ kann ich einfach nicht nein sagen, waren wir dann so ca. 16:00 am Kino. Das Erste was mir auffiel war der Nazgul, der mit grosser Schaufel bewaffnet, damit beschaeftigt war den Pferdemist vor dem Eingang wegzuschaufeln. Zur Belohnung fuer das Posen vor dem Eingang gabs auf Nachfrage meinerseits 2 Freikarten fuer die Maedels, fuer die Pferde nix. Da hab ich lieber meine 14,50€ abgedrueckt.
Am Saal angekommen stellte sich dann raus wo die ganzen Leute waren, naemlich im verdammten Saal, so dass uns nur die 4. Reihe blieb wenigstens mittig und neben uns jeweils ein Platz frei, der auch bis zu Ende, unter Einsatz unseres Lebens und dem unserer Jacken, freibleiben sollte. Wenigstens etwas… Anfangs erwies es sich als etwas stoerend naeher an der Leinwand zu sitzen als besagte breit ist aber so ab der Mitte des 2. Teils waren meine Augen so kaputt, dass die Unschaerfe gar nicht mehr auffiel, auch der Fisheye Quake Effekt legte sich etwas. Im Kino war es ziemlich kuehl, was sich aber insgesamt positiv auf meine Muedigkeit auswirkte. Ansonsten fiel mir eigentlich nur auf, dass der Freak Faktor groesser als erwartet war (Soviele schmerbaeuchige, langhaarige ‘Wacken Open Air’ Traeger hab’ ich auf einem Haufen noch nicht gesehen) aber auch viele >40 Jaehrige anwesend waren, die so gar nicht nach 12 Stunden Kino Vergnuegen aussahen. Ausserdem schienen wir die einzigen zu sein, die keinen grossen Rucksack voller Thermoskannen, Kissen und Fressalien unser eigen nennen konnten.
Der 1. Teil verlief mehr als zaeh, ich weiss nicht ob’s daran lag, dass ich den zum 6. oder 7. mal gesehen hab’ oder ob der einfach der schlechteste von den dreien ist. Jedenfalls hatte ich ausreichend Zeit ueber Gott und die Welt nachzudenken und auf Szenen genauer zu achten die mir im Nachhinein doch etwas thrashig vorkamen. Galadriels Auftritt als Frodo ihr den Ring geben will zum Beispiel…
In der Pause zwischen dem 1. und dem 2. gab’s dann erstmal soviel Nikotin, wie meine kleinen Lungen fassen konnten. Ging wohl nicht nur mir so, denn auf dem Gang vor den 5 Kinos trieb’s selbst mir als abgebruehter Konsument, innerhalb kuerzester Zeit die Traenen in die Augen und die Luft aus den Lungen. Also erstmal bisken laufen und aus dem Nebel raus. Auf dem Weg nach vorne entdeckten wir dann den grossen Stand eines externen Caterings die zu halbwegs humanen Preisen, Wuerstchen Frikadellen, Salat und belegte Broetchen unter die Leute brachten. Nachdem ich dann meinen halben Liter Cola fuer dezente 2,60€ fast wieder in den Automaten gepruegelt hatte, versicherte mir die Kassiererin, dass man die erheblich billigeren Getraenke aufgrund von Knebelvertraegen mit dem Kino erst ab 1:00 verkaufen duerfe.
Der 2. Teil ging dann deutlich besser rum als der 1., so dass nach einer 2. Pause so gegen 0:15 dann der 3. anfangen konnte.
Wie bereits erwaehnt, ist das definitiv der beste der 3, die verschiedenen Parallelhandlungen werden ordentlich vorangepeitscht. Nix mit Langeweile wie im 1… Die Animationen sind klasse und die Kaempfe episch. Die Schlachten um Minas Tirith und am schwarzen Tor sind brilliant, leiden aber etwas an den Problemen der anderen beiden, recht heftige Schnitte und wilde Kamerafahrten… Mehr Blut und FSK16 hatten dem Film auch nicht geschadet, wohl aber dem Umsatz. Nicht so gut gefallen hat mir das kitschige Ende, kann mich aber beim besten Willen nicht mehr an das genaue Ende im Buch erinnern, ist schon ein paar Jahre her. Oh, und die klassische Musik ging mir gegen Ende etwas auf den Keks, liegt aber wohl an meiner generellen Abneigung gegen klassische Musik als Stilmittel fuer spannende Momente.
Mehr will ich, was den konkreten Film angeht, nicht verraten. Ich geh’ mal davon aus, dass die meisten den noch nicht gesehen haben. Nachholen!