Archiv für 'Music'
Gestern abend trat wie jeden Freitag das übliche Problem auf: was ist wo los und weshalb sollte ich dahin und nirgendwo anders hin gehen…dabei stieß ich auf folgenden Text über eine Band namens Kill Allen Wrench, die an dem Abend auftreten sollte:
Nichts für schwache Nerven und guten Geschmack, was da auf uns zu kommt. Mit Kill Allen Wrench macht sich eine neue Schocker-Combo auf, allen Moralisten den Mittelfinger des Satans zu zeigen…KAW, die selbsternannte “wichtigste Band im Punkrock-Business”, provoziert mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Ausgestattet mit angeklebten Teufelshörnern, Vampirzähnen und schwarzen Priesterroben haben die Herren Allen Wrench, Dr. Heathem Scum, Mariachi Mysterioso, Junky John Wohlfeil und The Prince Of Punk, Mark Hernandez in den USA schon alle Sittenwächter in helle Aufruhr versetzt. Ganz klar, denn an nicht-jugendfreien Inhalten mangelt es weder den Songtexten (verheißungsvolle Titel wie “I Want To Date A Porno Star” oder “Butt Fuck Princess” sprechen für sich) noch den wilden Live-Shows inklusive viel nackter Haut und literweise Blut.
Das klang für mich irgendwie nach “Kassierer meets Marylin Manson”, guter Geschmack war noch nie ein Muss für mich, und den Veranstaltungsort, das “Wild at Heart” in Kreuzberg mag ich auch, also Matthias mobilisieren und nichts wie hin da. Das Schöne an dem Laden ist, dass da keine Band vor 11 auf die Bühne geht, also vorher noch genug Zeit ist, gemütlich Pils zu trinken. Bis dann mal die Vorband gespielt hatte, die Instrumente umgebaut und der Sound neu gecheckt war, war es dann auch schon viertel nach 12.
Dann legten Kill Allen Wrench in US-Priesterhemden und Sänger Allen Wrench mit Show-Kontaktlinsen, Teufelshörnchen undVampirzähnen los, genau wie versprochen. Musikalisch nicht wirklich herausragend, irgendwie Horrorpunk mit etwas Hardcore und Trashmetal-Solos, aber bei der Show war das eigentlich völlig egal, ebenso wie Allen Wrenchs Probleme mit seiner Stimme, aber wozu hat man ein Publikum, das 10cm vor der Bühne steht und dank offensichtlicher Metalerfahrung bereitwillig jeden Refrain beliebig laut ins hingehaltene Mikro brüllt. Primitiv und wild ging es weiter, irgendwie geriet Allen Wrenchs Bierflasche beim Lied “Alcohol, Alcohol” in meine Hand und das Bier in meinen Mund. Dann kam das, worauf alle warteten…Blut! Allen nahm zwei goldene Kelche, und schütte sich den roten Inhalt über den Kopf. Jetzt war uns klar, dass es ein Fehler war, so nah an der Bühne zu stehen, andererseits hätten wir sonst nie die Erfahrung gemacht, dass es sich dabei um Himbeersaft und Lebensmittelfarbe handelt.
Als die Ankündigung kam, dass dies das letzte Stück sein würde, weil Wrenchs Stimme zu versagen drohte, hatte Matthias die rettende Idee des Abends: Jägermeister…ein paar geholt und auf die Bühne gereicht, und plötzlich waren noch zwei Stücke mehr möglich. Nachdem sich KAW dann aber auch nicht durch weiteren Alkohol auf der Bühne halten ließen, kam der zweite Vorteil des Wild At Heart zu tragen: der Backstage-Raum ist genau so gelegen, dass man von der Bühne aus quer durch den ganzen Laden gehen muss, daher ist für alle Anwesenden genug Zeit, die Musiker von vorne bis hinten zuzuquatschen. Kill Allen Wrench hatten allerdings gar nciht vor, im Backstage zu verschwinden, sondern zogen es vor, mit Leuten zu reden und zu trinken. Dabei stellte sich dann raus, dass die 5 bösen Schocker-Rocker-Kinderschrecken von der Bühne eigentlich nette Typen sind, die bereitwillig Sticker und Poster verschenken und sich freuen, wenn man ihnen sagt, dass man es toll fand.
Irgendwann um halb drei haben wir dann ziemlich “blutig” beschlossen, noch weiterzuziehen. Der Türsteher im Knaack hat uns irgendwie nicht geglaubt, dass wir uns nicht geprügelt hätten und das ganze nur Himbeersaft ist, aber rein durften wir trotzdem.
Tim Rogers war für ungefähr einen Monat verschollen in Korea.
Nach seiner Rückkehr hat er auf largeprimenumbers.com ein paar Texte veröffentlicht für die, die ihm mindestens 1,08$ überweisen. Einer dieser riesigen Artikel handelt von Rockmusik. Rockmusik, heisst bei Tim meist japanischer Punkrock, allerdings lässt der Artikel genug Platz für die Ramones und die Beatles.
Ich dachte immer die Beatles wären so richtig scheisse. Für mich waren sie das musikalische Äquivalent zu Damals war es Friedrich, beim Wort schwangen immer fürchterliche Gedanken an atonales Kanon-Geplärre in der fünften Klasse mit “We all live in a yellow Submarine” oder an den fürchterlich schleppenden Rhytmus und das immer wiederkehrende Mantra Love is all you need.
Verena hatte mit den Spoons am Dienstag einen Auftitt im Bürgerhof, anschließend haben irgendwelche Mittdreißger angefangen zu jammen, als erstes Lied Hey Joe gespielt und schöne Erinnerungen an unspezifisches in mir geweckt. ich war gut drauf und als ich danach wieder zu Hause war, habe ich Jimi Hendrix’ Ultimate Collection eingelegt und Tims Artikel “changing the world in japanese” gelesen. Nach einer Stunden hatten Tim und Jimi mich veranlasst, das nie gehörte One Album der Beatles auf meinen iPod zu laden.
The Beatles hit Japan before the invention of the Walkman. One can say that it was most likely The Beatles that paved the way for the Walkman. Japanese people wouldn’t care to listen to recorded music had The Beatles not birthed pretty much all the genres of music considered worth listening to.
Nun ja vielleicht nicht alle Genres, aber ich war doch erstaunt über das was mir zu Ohren kam. Nach einer Woche mit zweimal One auf dem Weg zur Uni und nach Hause bin ich hin und weg. Yellow Submarine und All you need is love werden allerdings immernoch übersprungen.
Games/Reviews: irgendwie kann ich in letzter keine schreiben, aber nicht aufrgund mangelnder sprachlicher Fähigkeiten, sondern weil alle Spiele, die ich in letzter Zeit so gespielt habe, einfach nichts schreibbares hergaben. Entweder war die Beschreibung des Spiels von anderen schon so passend, dass sich eigene Worte erübrigten, oder die Spiele sahen zwar auf den ersten Blick cool aus, aber nach einer Stunde merkte ich, dass eigentlich überhaupt keine Innovation da drin steckt, es ist irgendwie genau das gleiche wie der letzte groß angekündigte Hit des jeweiligen Genres, und der aus dem Jahr davor und dem Jahr davor…wenn ich drüber nachdenke, sind die einzigen Spiele, mit denen ich mich in letzter Zeit länger beschäftigt habe, Richard Burns Rallye, Live For Speed und MAME. Irgendwie merkwürdig, wenn man als jemand, der seit fast 10 Jahren den Ruf hat, außer seinem Computer gar nichts zu lieben, plötzlich fast alle Computerspiele nach 30min öde findet.
-Themawechsel-
Music: WIZO haben sich Anfang des Monats mit den Worten “18 Jahre Punk sind genug. Zeit für was neues.” aufgelöst. Da die Lieder von WIZO in meinem Kopf mit ersten Alkohol- und Daneben-Benehmerfahrungen unlösbar hart verdrahtet sind, musste ich zum letzten Konzert in Berlin. War trotz des traurigen Anlasses eine harte Sache. Der Schlagzeuger der mäßigen Vorband konnte zwar nur einen Rhytmus spielen, aber das stört echte Punks sowieso nicht. Erste Anzeichen von Massendynamik zeigten sich schon bevor WIZO überhaupt die Bühne betraten, da mehr Menschen vor der Bühne stehen wollten, als Platz da war. Nach 2 Stunden Punk, Bier und Pogo war die Menge jedoch gut über die Halle verteilt, der harte Kern der Leute auch in einem Zustand, dass sie sich wahrscheinlich reif für den Sarg fühlten, den WIZO als standesgemäße Beerdigungs-Bühnendeko mitgeschleppt hatten, harte Fans hatten auch Blumensträuße vom Friedhof besorgt.
-Themawechsel-
Software: Kennt jemand nen ordentliches MP3- und sonstige Audiomedien - Abspielprogramm, das im Gegensatz zu WinAmp stabil läuft und im Gegensatz zum Windows Media Player praktisch, benutzbar und ethisch vertretbar ist?
Immer noch Software: Bin ich hier eigentlich der einzige, der sich bei Bugs auf der Seite sofort beim Jan beschwert? So langsam komme ich mir ein bisschen mies vor, wenn ich ständig am Quengeln wegen irgendwas bin. Vielleicht sollte ich da aber auch ein Geschäft draus machen…bezahlte Webseiten und Software Tests…ich sitze den ganzen Tag davor und probiere die abstrusesten Sachen und die irrwitzigsten Kombinationen aus, um bei einem gefundenen Bug sofort eine Mail an den Autor zu schicken…und wenn ich genug Geld damit verdient habe, stell ich dafür via Hartz-IV Leute als 1€ Job ein, dafür muss außer klicken und tippen schließlich nix können.
Edit: noch nen Themenwechsel, fast hätte ich was vergessen
Fernsehen
Die dritte Staffel PimpMyRide scheint bei MTV USA gerade anzulaufen. Habe mir mal die ersten beiden Folgen besorgt und bin doch fast beeindruckt. Die Leute, deren Auto aufgemotzt wird, haben doch glatt inzwischen einen Charakter und eine eigene Persönlichkeit zugestanden gekriegt, und die Tuningteile werden auch immer spektakulärer, wie ein Billardtisch auf der Ladefläche oder ein Whirlpool hinten im Van…wenn sie jetzt nur noch andere Felgen als Giovannas und Lexanis montieren und auf überdimensionale Bodykits verzichten könnten, hätten die Autos auch noch Geschmack.
Über Binary Bonsai (Macher des Kubrick-Themes für WP) bin ich heute morgen (siehe ersten Absatz im letzten Post ;-) bei Mark Romanek gelandet.
Mark Romanek ist Regisseur und hat neben einigen Werbespots und One hour Photo auch Musikvideos gemacht.
Netterweise kann man sich die alle dort in guter Qualität als Quicktime runterladen. Empfehlen möchte ich besonders das Video zu Hurt von Johnny Cash. Ein unglaubliches Lied und eine wahnsinnige Stimme.
Da wird einem klar dass Trent Reznor zwar hervorragende Songs schreibt, aber leider nicht singen kann.
Heute bin ich wie die gesamten letzten zwei Wochen mit dem Vorsatz aufgewacht, direkt nach dem Frühstück mit dem Lernen anzufangen. Aber genau wie in den letzten zwei Wochen wurde daraus natürlich nichts.
Müsli zu futtern und dabei nichts zu tun ist Zeitverschwendung, in der Zeitung steht auch nichts interessantes, also stehe ich auf, putze mir die Zähne, schalte den Rechner an und mach mir mein Müsli. Wenn das Müsli fertig ist, ist auch der Rechner fertig, ich setz mich hin und surfe löffelnd im Netz. Zuerst werden die RSS-Feeds abgecheckt. Da war heute morgen auch nicht viel los, ausser einem Post auf Insert Credit über einen Bericht von der Data Destruction Tour 2005.
Seit Wilfred Castillo von Gameboy und C64 Musik (allgemein Chipmusik: Musik, primär erzeugt mit den Chips alter Computer/Konsolen) angetan, bin ich den Links gefolgt und so zu den Seiten der beteiligten Artists gelangt: nullsleep, Bit Shifter und Covox. Auf allen Seiten finden sich sehr coole Tracks, mitunter sogar ganze Live-Sets und Alben zum Download.
Nach den Feeds kommt meine bescheidene Blogroll dran. Über Mikes Seite bin ich letztens bei Agitpop gelandet, der heute ebenfalls von C64 Musik berichtet und dabei eine Menge guter URLs weitergegeben hat (Eintrag nach unten scrollen).
Besonders empfehlen möchte ich aus der Liste die C64 Remixe von Puffy64. Chiptunes verziert mit Gitarre Bass und Schlagzeug. Anspieltip: das Delta (Maintheme).
Wie ich auf Bubblyfish gestoßen bin weiss ich nicht mehr, aber sie (!) macht sehr coolen LoFi-Ambient dem man kaum anhört dass er auf einem Gameboy entstanden ist.