Converge Konzert vom 11.03.05
So um ca. 20 Uhr gesellten wir uns in die nicht annähernd ausverkaufte Matrix in Bochum, was sehr angenehm war. Zu dieser Zeit spielte die erste Vorband, eine deutsche Combo namens ‘Mord’. Sie offerierten dem Publikum Hardcore im Hatebreed Stil, woran sich viele erfreuten, was mich aber persönlich ein bisschen irritiert hatte. Man kann anscheinend nicht von der Hardcore-Szene erwarten einen anständigen Opener für ein Converge-Konzert zu liefern. Aber naja, die Menge war erfreut. Aus den hinteren Reihen konnte man schon die Mosch-Pit erkennen und ne Menge Haare flogen da durch die Gegend. Nach fünfminütiger Musikaufnahme und einem negativ ausfallendem Urteil gesellten wir uns dann zu den zahlreich erschienenen Merchandise-Ständen.
Converge hatten diesmal groß aufgefahren und boten alle CDs, die älteren in einer recht aufwendigen Neuauflage mit Pappkarton und neuen Covern, an(10€), dazu noch eine Auswahl von sechs verschiedenen T-Shirts(10€) und zwei Hoodies(25€) und einer Jacke(30€). Ich entschied mich für ein schwarzes T-Shirt mit einem schönen Aufdruck vorne drauf der eine Totenkopfprinzessin in weiß und rot im Profil zeigt, die wirklich nett anzuschauen ist. Auf dem Rücken prangert ein nettes ‘Converge’ mit der Zeile ‘You are nothing more than dying royality’. Nett nett…
Nun kam auch schon die zweite Vorband dran, aber es waren nicht ‘Planet mistaken for fears’, die leider familiäre Probleme zu lösen hatten, sondern eine Band deren Namen hier nicht genannt wird. Ich hab nachher erfahren, dass sie gerade ihr erstes Demo aufgenommen haben, aber ansonsten waren die recht unspektakulär. Ufta ufta Rhythmen ala Hatebreed hatten auch sie sich auf die Fahnen geschrieben und kläglichst versagt. Zu ihrer Verteidigung: Ein Lied, das Vorletzte hat mich beeindruckt. Das war echt nicht schlecht, hatte auch nichts mit den anderen Liedern zu tun und war leider ziemlich kurz. Aber dafür mit diversen krummen Rhytmen und schönen Breaks.
So, dann kamen sie endlich göttergleich auf die Bühne gestiefelt um erst mal die Instrumente zu checken. Wir gesellten uns dann direkt vor die Bühne, was sich später als zweischneidiges Schwert entpuppen sollte. Als dann alles eingestellt war und auch der Sänger auf die Bühne kam ging es los. Nicht wie erwartet mit ‘the saddest day’, sondern mit dem Opener des neuen Albums ‘first light’, danach natürlich ‘last light’.
Ich persönlich war hier eher verängstigt, denn ich hoffte nicht nur die neuen Lieder hören zu könen, sondern auch vor allem die Alten. Ich sollte nicht enttäuscht werden: Über ‘Jane Doe’, ‘when forever comes crashing’, ‘unloved and weeded out’ und ‘petitioning the empty sky’ wurde der Faden wieder zurück zu ‘you fail me’ gezogen und zwar mit dem gleichnamigen Stück, dass live wirklich richtigen Charme entwickeln kann. Die Menge tobte, drückte mich gegen die Bühne, oder schlug mir wahlweise mit Ellenbogen in den Rücken. Ein paar Mal machte mein Gesicht mit den Schuhen der Stage-diver bekanntschaft, aber das ließ sich bei so einer gelungenen Vorstellung ignorieren. Zumindest so lange, wie das Konzert noch lief, aber dazu später.
Nun kann ich von mir behaupten Auge in Auge mit dem Converge Sänger gestanden zu haben, der Taggueg kann behaupten von ihm andauernd auf die Hände getreten worden zu sein, und wir alle, die da gewesen sind, können behaupten mit seinem Schweiß benetzt worden zu sein - kriecht aus euren Löchern ihr Neider!;)
Recht zum Schluß wollte dann der Bassist ‘Noise’ hören, die ihm vom Mark auch lautstark gegeben wurde. Er schien beeindruckt und wollte es nochmal hören: Also nahm Mark Taggueg das Mikro und brüllte ziemlich lang und konstant hinein… die Halle schien beeindruckt.
Dann war alles vorbei. Die Band verließ die Bühne. Alle waren sie weg… aber nein, sie kamen wieder und gaben uns wonach wir verlangten. Den Klassiker, der Musikgeschichte geschrieben hat, der oft kopierte und doch niemals erreichte Gigant unter den Metalcore-Stücken. Eine Zugabe wie man sie sich nur erträumen kann, wenn man schon vom Opener verängstigt gewesen ist. Es kam ‘the saddest day’ und wir waren glücklich! Danach war dann echt alles vorbei.
Wir verießen den Saal und wollten zum Ausgang. Aber das war für meinen Bandkollegen Mark Taggueg zuviel des Guten. Kurzerhand stellte er sich ziemlich fertig in eine Ecke und entleerte seinen Mageninhalt auf den Boden. Toll dachte ich mir, und wer fährt jetzt nach Hause? Ich bot mich kurzerhand an um dann draußen zu sehen, dass alles total verschneit war. Also führen wir dann so mit Tempo 60-80 zurück von Bochum nach Duisburg und beschlossen so einen ziemlich gelungenen Abend!
So, jetzt zu dem zweischneidigen Schwert: die Menge drückte uns wie gesagt gegen die Bühne und wir drückten uns mit unseren Händen von ihr weg, was uns Blasen und viele blutige Schwielen an den Händen gekostet hat, aber man konnte dort super hören und vor allem super sehen! Also kehrten wir an diesem Abend geschunden und kaputt, aber ziemlich erfreut in unsere Betten ein und schliefen mit einem Piepen in den Ohren ein…

