Culture Shock

Wo wir gerade bei prüfungstechnischen Debüts sind - diesen Montag hatte ich meine Zwischenprüfung in den Grundlagen der künstlerischen Gestaltung.

Vorab, die Übungen in den künstlerischen Gestaltungsgrundlagen haben zum Ziel, uns (den geneigten Komm.-Des.-Studenten) einen Sinn für so grundlegende Elemente wie Bildkomposition, Formgliederung, Kontrast, Dynamik etc. zu vermitteln. Der Haken an der Sache ist, dass man über diese Dinge auch locker mehrsemestrige Vorlesungen halten könnte, wir aber zu jedem Teilbereich nur eine Aufgabe bekommen, die innerhalb einer Woche zuhause fertiggestellt wird, um 7 Tage später vom Prof niedergemacht zu werden. Der beabsichtigte pädagogische Endeffekt ist, so meine Vermutung, den psychischen Widerstand des Studenten in kleine Krümel zu zermörsern und ihn dazu zu bringen, sich endlich mal richtig Mühe zu geben und diese albernen Vorstellungen von 6 Stunden Schlaf am Tag aufzugeben. Und wem das zuviele Worte sind: So oder so ähnlich Ähnlich sehen die Endprodukte dann aus.

Punkt ist, ich hab mir zuwenig Mühe gegeben. O-Ton: “2.7 … Sie sind Foto und Grafik, oder? Nur Grafik? Hmmm, hmnjhm, da muss aber noch mehr für kommen.” Und für so etwas schlägt man sich dann bis 2 Uhr morgens mit dem Duktus rum, bin hoch erfreut. Eigentlich wollte ich mich darüber auslassen, dass so ein “einfacher Pinselschwinger” (Zitat von Professor Pinselschwinger selbst) überhaupt in der Position ist, mich jeden Montag mit unverständlich genuschelten Fachbegriffen und unscharfen Diashows zu bombardieren und anschließend daran darauf aufmerksam zu machen, dass ich den Mist von letzter Woche wieder vollkommen daneben gesetzt habe. Ich krieg schon Psychosen! Aber leider ist der Mann in seinem Fachbereich wohl doch nicht so “einfach”, wenn man dieser kurzen Biografie Glauben schenken darf.

über die Frage, ob von Georgi neben seinen knapp 17 Jahren Studium jemals die Gelegenheit gefunden hat, richtige Arbeit zu verrichten, lässt sich streiten. Aber die Frage nach Kompetenz will ich einem Meisterschüler der KA Düsseldorf eigentlich nicht an den Kopf werfen, sonst haut der mich noch mit seiner Pfeife tot.

Ich möchte an dieser Stelle noch auf zwei weitere exzellente Herrschaften aufmerksam machen, deren Weisheiten ich glücklicherweise lauschen darf: Da wäre der Prof in den Grundlagen der zeichnerischen Darstellung, Professor Manfred Vogel (auch Kunstakademie, außerdem zeichnet er immer ganz tolle Verbesserungen mitten in meine Bilder rein …) und The Man Doktor Claus Pias, der unter anderem Mit-Herausgeber der aktuellen Medienkulturbibel ist und nebenbei richtig gut aussieht, ein bisschen wie Hugh Grant (das stammt natürlich von meinen Kommilitoninnen). Studieren macht gleich doppelt so viel Spaß, wenn man sich vergewissert hat, dass man vernünftigen Leuten zuhört.

18 Kommentare zu 'Culture Shock'

shad

Bei allem Respekt den ich alternden Kuenstlern entgegen bringen kann, von jemandem der sein gesamtes Leben im Elfenbeinturm verbracht hat wuerde ich keine soziale Kompetenz erwarten.

Btw finde ich die Biografie eines Manfred Vogel beeindruckender, mag aber auch an der Laenge liegen.

Zum Man himself, Claus Pias, kann ich leider nichts sagen, da die entsprechende Seite sowohl im IE als auch im Opera nich laeuft. Was das wiederum aussagt, ist ‘ne andere Baustelle.

Jan

Bei mir lÄuft Sie(besteht quasi nur aus Java-Applets), ist designtechnisch aber ne einzige Katastrophe, sowohl von der Gestaltung als auch von der Benutzbarkeit her.

shad

Oh, an die accessibility Keule hatte ich bei der Inkarnation der Medienreinkultur natuerlich nicht gedacht, sondern wohlwollend alles auf die Server der Uni Weimar geschoben.

diki

kompetenz meinte ich in bezug auf sein fachgebiet. soziale kompetenz verlange ich schon gar nicht mehr, das wÄre wunschdenken; außerdem fÜrs studium relativ egal :). die bio vom vogel ist allerdings auch mit seinen dutzenden ausstellungen gestreckt. und das die seite vom pias nicht das gelbe vom ei ist, liegt wahrscheinlich daran, dass das gelbe vom ei sich vom internet generell fernhÄlt…

shad

nah, das problem ist, dass theoretiker sich generell von der praxis fernhalten

shaly

ich mag deine sache. aber ich bin auch inkompetent. und damit deine spÄtere zielgruppe. von daher: no fuckin’ worries, mate :)

felix

find’ ich auch wie shaly, klingt doch sehr interessatn das studium. sei froh, dass du nicht so wie ich internet seiten mit sound ‘programmieren’ musst. http://user.cipinsel.de/specht/sounds/claus1.mp3

diki

hrhr, ich finds lustig ;)

diki

btw, die bilder sind nicht von mir, sondern abfotografierte dias aus der allmontÄglichen dia-show.

shaly

und du musst sicher auch keine glitzer-sternchen machen :) wo studierst du? in essen?

Jan

Seid froh das ihr keine Fussball-Ergebnis Berechnungsprogramme in Assembler schreiben mÜsst…

diki

jo, in essen.

shaly

biste kein fuppes-kollesche? ;)

diki

bitte was?

shaly

ich meinte den jan. ob er kein fussball-anhÄnger ist.

Fragdieb

ich glaub, ihn stÖrt die Verwendung von Assembler als Programmiersprache mehr als die Berechnung von Fussballergebnissen selber, von zuviel Assembler kriegt amn nÄmlich recht Üble Kopfschmerzen

Jan

Genau, wobei MIPS noch ne ganze Ecke angenehmer ist als Intel.

Fußball ist aber auch nicht so mein Ding.

shaly

ahsojaja. gut, hÄttenwir das auch geklÄrt :)