Nachschlag
Ein interessantes Interview mit Lawrence Lessing , einem bekannten Juraprofesor aus Stanford mit der Überschrift “Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright” ist derzeit bei golem.de zu lesen. Kurzer Auszug:
Der funktioniert im Moment einfach nicht, weil der Durchschnittsmensch gar nicht versteht, worum es im Moment geht. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen der Kultur des 20. und der des 21. Jahrhunderts. Der typische Kultur-Mensch des 20. Jahrhunderts ist die Couch-Potato – jemand, der nur konsumiert. Für so eine Person ist die Verbesserung des Kulturangebotes gleichbedeutend mit der Erhöhung der Anzahl von TV-Stationen. Die Gruppe von Personen, die hier Kultur produziert, wird immer kleiner.
Die Kulturwelt des 21. Jahrhunderts – also im Grunde die unserer Kinder – besteht nicht mehr nur aus Konsum, hier spielt die Produktion eine ebenso große Rolle. Das Internet und die digitalen Technologien machen es möglich, dass man Inhalte nimmt, sie remixt, verändert und das Ergebnis dann mit Tausenden anderen über das Internet austauscht. Leute des 20. Jahrhunderts haben kein Gespür für diese Kultur – für sie sind Sachen wie Peer-to-Peer-Technologien und Kids, die Songs herunterladen, einfach nur Kriminelle. Aber das 20. Jahrhundert ist tot. Und das 21. Jahrhundert muss einsehen, dass die Gedankenwelt des 20. Jahrhunderts unsere Rechte und unseren Umgang mit Kultur massiv beschneidet.
Erfrischend: Die Zeit: Lernen von Holland – Hasch-Raucher brauchen bei der Fußball-EM in Portugal die Polizei nicht zu fürchten
Dope-Raucher brauchen nichts zu fürchten. Die portugiesische Polizei, unterstützt von einem Aufgebot britischer Beamter, wird beide Augen zudrücken und die Haschisch-Konsumenten weder verhaften, verwarnen, noch ihren Drogenvorrat konfiszieren. Dahinter steht die Einsicht, die erfahrene Beamte schon lange gewonnen haben: Dope, ob als Gras oder Haschisch konsumiert, hat in aller Regel einen erfreulich pazifizierenden Effekt. Kampfbereite junge Männer verwandeln sich in friedliche Lämmchen.


1 Kommentar zu 'Nachschlag'
Das die Menschen des 20. Jahrhunderts in erster Linie konsumierende sind, halte ich für eine infame Behauptung. Zitat Diki:”Ich glaube es gibt so etwa eine Milliarde Künstler” Was Lesing hoffentlich meint ist eine demokratisierung der Konsummöglichkeiten durch das Internet. Diese wird aber durch andere Medien entscheidend beeinflusst.