New.Record.Sucks
Wer wissen will warum das neue The Dillinger Escape Plan Album Scheisse ist. Kann es hier erfahren. Und an alle die keine Lust haben das ganze zu lesen: Es ist eine schande! Ich muss hier meiner Enttäuschung über das neuste “The Dillingar Escape Plan” Album „Miss Machine“ Luft machen. Allen die diese vormals unglaubliche Band noch nicht kennen seien die Alben “Calculating Infinity” und “Under The Running Board” ans Herz gelegt. Diese zeigten nämlich, was aus der z.T. doch recht widerwärtigen Hardcore-Szene wachsen kann. Intro schrieb zur Veröffentlichung von “Calculating Infinity” etwas wie “wichtigste Metal Platte seit 15 Jahren”. Das war jedoch meiner Meinung nach etwas am Kern vorbei. In der Herangehensweise an Rhythmus und Songstruktur öffneten TDEP den zerfahrenen Hardcore in Richtung ääh… Freejazz. Zumindest für Hardcore Verhältnisse. Sie reihten 7/8 Takt an 7/8 Takt, benutzten beide Gitarren und Bass zum legen von frickeliger Soundfläche über frickelige Soundfläche. Sie erzeugten damit eine Wucht die bis heute unerreicht ist. Ein Album zum ausrasten und zum zuhören. Ein in sich geschlossenes Statement, das zeigte, dass technische Versiertheit und dicke Verzerrer nicht in ekligem Metal enden müssen. Auch die Texte verbanden ohne bemüht zu klingen einen emotionalen Zugang mit lyrischem Ausdruck. Von diesem Punkt war künstlerisch alles möglich. Doch was passierte war, was mit allen Bands denen zu häufig gesagt wird, wie großartig ihre Musik ist. Plötzlich denken die abgefucktesten Hardcore-Gittarristen, ihr Auftrag wäre es die Musik melodiöser zu machen. Dabei waren gerade die Melodien das was TDEP gottseidank weitesgehend wegließen um Platz für reine Energie zu machen. Und jetzt? Schimmelpilzartig durchziehen Abgeschmackte Boyband Melodiebögen diese Platte. Plötzlich weisen die Lieder eine direkt nachvollziehbare Struktur auf. Und fast das schlimmste: die wundervollen kruden Takte wurden durch den allgegenwärtigen 4/4 Stampfer ersetzt. Alles halb so wild, könnte man denken. Band entwickelt sich vom Chaos zu durchdachtem Songwriting. Alles Unsinn! Eine Band die „elitär“ auf der Stirn Tätowiert zu haben schien erliegt demselben Fehlglauben wie so viele andere. Eingängigkeit ist nicht gleich emotionaler tiefe. Radiohead machen schöne Melodien. Die Beatles haben schöne Melodien gemacht. Aber kein Mensch erwartet das von TDEP. Warum wird hier nicht weiter die Unendlichkeit der Möglichkeiten berechnet. Klar sind viele vertrackte Parts und auch durchweg beeindruckende Lieder auf der CD zu finden. Doch klingt alles nach „Calculating Infinity“ im Pussy-Remix. Und Schuld an allem hat eindeutig der neue Sänger. „Ich möchte nicht immer nur kreischen, meine Stimme braucht Platz um sich zu entfalten“ schallt es uns entgegen. Dieser Mann kann aber nicht Singen. Gesang zu dieser Musik, der über das Kreischen/Brüllen/Sprechen hinausgeht müsste ähnliche Ansprüche erfüllen, wie die restliche Musik. Also: unvorhersehbar sein und alle Konventionen ignorieren. Hier werden aber die schlimmsten Standards gescheiterter Hardcore Sänger herausgeholt die es je gegeben hat und ersticken die meisten der guten Ansätze die es hier zu finden gibt in grässlichem Schmalz. Ein Grossteil meiner Enttäuschung liegt wohl an dem Bild, dass sich von dieser Band in meinem Kopf geformt hatte. Ich hatte mir erhofft diese Typen hocken den ganzen Tag über ihren Instrumenten und versuchen ihre Musik immer komplizierter zu gestalten. Was mir die beiliegende „Making of“ DVD jedoch zeigte, waren Prollige Muskelshirt Amerikaner die durchgehend Witze übers Furzen machen. Das kommt davon Musiker zu glorifizieren. So bleibt „Calculating Infinity“ DER Meilenstein, der wohl alleine bleiben wird und „Miss Machine“ ein gutes Album für jede andere Band, aber ein Bankrott für „The Dillinger Escape Plan“. Melodien… Herrgott immer diese eingebildeten Arschlöcher.


6 Kommentare zu 'New.Record.Sucks'
Aaaah ;)
ein paar Absätze hätten dem ganzen nicht geschadet :)
Was ist gegen Furzwitze einzuwenden? ;)
Furzwitze sind eine tolle Sache, aber das Making of des Albums besteht fast ausschliesslich aus Furzwitzen. Es gleicht einer Terrence & Phillip folge.
endlich schreibt der Schettler auch mal was ;-)
Ich hör die Platte gerade zum ersten mal, und ich, oh ich bin gerade an der Stelle angekommen wo der Sänger anfängt ’seine Stimme zu entfalten’. Oh Mann, das ist nicht gut. Eigentlich wollte ich ja ein paar versöhnliche Worte anstimmen….
Na dann mal los! Schettler, du hast schon vollkommen recht mit deinen meisten Kritikpunkten, aber beeindruckend ist die Platte schon. So ein paar Lieder sind ja auch wirklich gut. NATÜRLICH kein Verlgeich mit Calculating Infinity. Aber schon ein paar ganz nette parts drauf und soo viel Melodien sind da ja auch nicht.
Ich glaube die Session mit Mike Patton hat denen nicht gut getan.
Ein kurzer Nachtrag an dieser Stelle:
Es gibt eine neue EP von TDEP auf der nur Cover-Songs daruf sind:
Wish (NIN)
Angel (Massive Attack)
Jesus Christ Pose (Soundgarden)
Like I love You (Justin Timberlake)
…aber muss man nicht gehört haben. Ist noch nicht mal lustig.