Soylent Green for Everybody!

Bin gerade mit meiner Mutter in einen Streit darüber geraten, dass irgendwelche 83-jährigen Rentner noch ein Studium anfangen können und das auch tun (darüber ging ein Artikel im allseits beliebten Boulevardblatt WAZ); meine Ansicht, dass das komplette Verschwendung in jeglicher Hinsicht ist, stiess meiner Erziehungsberechtigten wohl schlecht auf. Die Tatsache, dass die Leutchen nie wieder irgendeiner Arbeit nachgehen werden und mir mit solchen Faxen nur auf der Tasche liegen, wurde mit den zuvor vollbrachten Leistungen gekontert - schließlich haben die ja Jahre harter Arbeit hinter sich. Außerdem gibt es ja nicht zuviele hungrige alte Leute in Deutschland, sondern zuwenig Beitragszahler. Die ganze Jugend geht ja studieren, statt zu arbeiten. Na danke, also lautet die Parole: mehr Arbeiten, weniger Studieren - irgendwoher kenne ich das Prinzip.

Das ganze Alter wird ziemlich radikalsozialistisch, wenn es darum geht, die eigenen Fettringe abzubauen. Für dreissig Jahre mittelmässige Arbeitskraft soll ich dem Rentner jetzt seine exzentrische Freizeitbeschäftigung finanzieren? Wo ich von seinen mickerigen Einzahlungen in wassweissichwelchen Pott am Ende doch nichts herausbekomme? Kein Wunder, dass hier nichts funktioniert, wenn in Berlin nur alternde Koksnasen rumlaufen und sich die Rentner vor meiner Haustür mit Geldverbrennen bei Laune halten.

Alle Leute über 38 in Soja-Cracker zu verwandeln geht ja leider nicht, ansonsten müsste man dieses Vorhaben historisch korrekt als Endlösung bezeichnen; offenbar muss man sich aber heutzutage von solchen Aussagen distanzieren, weshalb ich auch gar nichts gesagt haben will…

5 Kommentare zu 'Soylent Green for Everybody!'

felix

der letzte abschnitt erinnert mich an eins von diesen appd plakaten: “fruehrente fuer alle!”, oder so aehnlich. ist leider nirgends im web zu finden…

aber zum thema:
das recht auf bildung ist menschenrecht. und zweitens gibts mehr faule studenten die auch noch dpo’82 sind die auch in den hoersaellen gammeln, denen sollte man mal in den arsch treten. hoersaele sind bei uns sowieso nicht ueberfuellt, also stoerts mich nicht sowieso nicht

diki

das recht auf bildung ist nur insofern menschenrecht, als dass es dir niemand verbieten darf. universitÄten sind in der hinsicht supplementÄre einrichtungen - du kannst dich auch bilden, ohne sie zu besuchen. eine altersbeschrÄnkung fÜr uni’s wÄre nicht verfassungsfeindlich - genau so wenig, wie es der numerus clausus oder die aufnahmeprÜfung ist. das es auch junge gammler gibt, ist klar … vielleicht macht man aus denen besser pizzabelag oder so ;)

Jan

Igitt :)

shad

dir ist schon bewusst, dass du noch nie fuer irgendjemanden mitgezahlt hast? im gegensatz zu den rentnern… auch wenn ich die polemik schaetze aber das ist ne recht offensichtliche sache, dass du in der diskussion die schlechteren karten hattest

shad

btw stehen rentnern auch nicht alle studiengaenge offen. meine mutter, die ja gezwungernermassen fruehrentnerin ist, hat sich mal dafuer interessiert. is’ aber alles ziemlich uninteressanter quatsch.
ich hab’ auch dunkel in erinnerung, dass die studenten immer schnell dabei waren klarzustellen, dass die hochschulen eben nicht dafuer da seien arbeiter hochzuziehen sondern forschungszwecke erfuellen.