Was an Strategiespielen so nervt

…habe ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf der Lanparty mal wieder festgestellt. Alle Echtzeitstrategiespiele basieren irgendwie darauf, dass deine eigenen Einheiten möglichst wenig KI-Fähigkeiten haben, damit du schön 200 verschiedenen Einheiten an 100 Punkten der Karte möglichst gleichzeitig einzeln den Arsch nachtragen musst. Ansonsten stellen sie sich nämlich immer möglichst ins gegnerische Feuer, rennen blindlings in gegnerische Basen oder stehen sinnlos rum, während 1 Pixel außerhalb ihres Schussradius die Basis zerstört wird. Damit diese Aufgabe nicht zu leicht ist, haben die Spieledesigner dich dann auch noch mit einer grafischen Oberfläche gesegnet, die alles andere als übersichtlich ist und möglichst viel der Karte hinter Interface versteckt, damit du noch mehr scrollen darfst. So verkommt jeglicher strategischer Gedanke zu einem Glücksspiel, ob deine Einheiten nicht irgendwelchen Mist machen und ob du schnell genug den richtigen Knopf im Interface findest. Dann kommt aber der Clou der Sache: der Computergegner hat diese ganzen Probleme nicht, er kann schnell durch Variablenmanipulation die Einheiten steuern, und dass auch für alle gleichzeitig, und braucht niemals zu scrollen. Daher haben wir dann die Party Warcraft 3 - Frozen Throne als Team 5 Menschen gegen 5 KI-Spieler auch prompt verloren. Weiter ging es dann mit Starcraft, diesmal nur menschliche Spieler. Dabei kommt dann ein weiterer Aspekt von Strategiespielen zu tragen, nämlich dass sie zwar ansatzweise intuitiv bedienbar sind, man sie jedoch viel schneller bedienen könnte, wenn man sich denn auf mehrere hundert Stunden Einarbeitszeit einläßt, gegen die wie oben schon begründet schon per se übervorteilten Computergegner. Daher hat man als Gelegenheitsspieler gegen viel geübtere Andere auch keine Chance. Einer kurzen Entspannungsphase mit Quake 3 folgte dann C&C Generals - Zero Hour: der Horror schlechthin, ein lieblos von den Programmierern zusammengehauenes Stück verbugte Software. Immerhin rettet es einen durch fast sichere Netzwerkprobleme und Totalabstürze vor erkennbaren Niederlagen. Fazit: Ich glaube, ich mag keine Strategiespiele.

14 Kommentare zu 'Was an Strategiespielen so nervt'

Gott

vielleicht gehst du mal hin und überlegst dir ganz genau wie man so ein Spiel designen sollte. Dann setzt du dich zuhause alleine hin, was sich von deinem Alltag ja nicht sonderlich unterscheidet, und tust etwas sinnvolles in deinen Augen und programmierst das einzig wahre Echtzeit-Strategie-Spiel, wo man nach 5 Minuten den vollen Durchblick hat, die Grafik atemberaubend und gleichzeitig sinnvoll gestaltet ist. Wo alle Einheiten automatisch immer das Beste aus jeder Situation herausholen und man nur noch produzieren und zuschauen muss. Das hört sich wirklich interessant an. Vielleicht hörst du ja auch einfach auf zu leben und tilgst diesen Schandfleck einfach! Gutes Sterben Junge!

shad

hat der flow etwa den c-e mob angelockt?

Jan

Der C-E Mob spricht nur gebrochenes Englisch.
Das war gebrochenes Deutsch.

Andererseits kann ich die Kritik an Fragdiebs kleinem Pamphlet verstehen. Ich hab nichts gegen das Prinzip und die gängige Auslegung von Strategiespielen, ich kann mich nur nicht mit dem Spielsystem anfreunden.

hausschuh

Hmm, also Warcraft 3 hat mich persönlich nicht so gefesselt (wie damals Starcraft) aber ich kann die Kritik auch nicht verstehen. Ich finde eigentlich Warcraft ziemlich gut durchdacht, übersichtlich und abwechslungsreich.
OK, anfangs ist es etwas “komplex” weil jede Rasse veschiedene Möglichkeiten/Stärken hat, aber das ist ja bei den meisten Strategiespielen der Fall. Das Heldensystem ist auch gut gelungen, wenn meiner Meinung nach teilweise unfair.
Zero Hour habe ich mir letztens (vor 2 Monaten) bei eBay gekauft, hatte auch ein paar spaßige Stunden (ist seit langem wieder ein guter C&C Teil) aber wie Du schon richtig festgestellt hast, ist es sehr buggy.
Unabhängig vom Installer, der etwa 20 Minuten braucht das Spiel zu deinstallieren, ist auch der Onlinesupport scheisse. Billige Oberfläche, keine Anticheats (Aceton sollte ein AntiCheatTool werden, kA ob das mittlerweile raus ist) und so 1x alle 2 Wochen werden deine Stats zerschossen, was die Motivation zu gewinnen bzw. was zu erreichen Richtung 0 drückt, weshalb ich das Spiel auch aufgegeben haben.

Fragdieb

wow…jemand, der gerne Gott wäre, fühlt sich persönlich angegriffen…soll ich zittern?

Aber wenn ich mich mal ein wenig verteidigen darf:
1) habe ich den Text mal wieder ein wenig übertrieben geschrieben, da flammende Reden eher meine Stärken sind als Sachargumente
2) habe ich nie atemberaubende Grafik gefordert
3) bin ich auch kein wirklich guter Stratege, bzw meine Strategien erinnern an Luft-Luft-Raketen: fire&forget

Achja: ein Strategiespiel, was ungefähr Gotts Forderung nach “produzieren und zuschauen” erfüllt, ist Siedler2…dummerweise sehr zeitintensiv, 10h für eine Mission sind die Regel

Fragdieb

Hausschuh: die Kritik an der KI und der Steuerung von Strategiespielen war nicht speziell auf Warcraft3 bezogen, Warcraft3 hat schon ein paar sehr schöne Features, und ist auch im Gegensatz zu C&C Generals ziemlich gut umgesetzt…was mich halt hauptsächlich nervt, ist, dass zwar jede Einheit 2^n Spezialfähigkeiten hat, dadurch allerdings der “Arsch nachtragen” Effekt auch stark ansteigt

felix

probier mal schach, das ist das beste strategiespiel. und es ist sogar in echtzeit mit echtgrafik

Fragdieb

vom Spielprinzip her ist Schach aber eindeutig rundenbasiert, und fällt damit sowieso nicht unter obengenanntes…außerdem sind die Figuren schlecht animiert, mein Gegner hat ne Hackfresse und der Sound ist total zufällig ;-)

Jan

Nicht zu vergessen das LAG beim Briefschach…

scorpio

Und ausserdem muss man beim Briefschach beachten,das der Gegner ungehindert cheaten kann,ohne das man es jemals rausfinden wird :)

Gott

Ihr sied alle unwürdig und werdet in der Hölle schmoren. Fragedieb, du nicht. Du kommst nirgendwo hin, denn dein Dasein soll komplett getilgt werden. HA HA HA!

Gott

Außerdem sind Echtzeit-Strategie-Spiele durch ihre Echtzeit sowas von Kastriert, dass man nicht diese Spiele aufgrund der Tatsache kritisieren sollte, dass sie nun mal suf Echtzeit basieren. Spiele doch einfach gute Strategie-Spiele, die den Echtzeit-Faktor nicht haben. Du wirst merken, dass diese entweder zu anspruchsvoll oder richtig gut sind, was beides nur von Qualität zeugt.

Gott

Außerdem: Gott ist tot.

[...] Commandos / Commandos I.A.D.E. (PC, Eidos Interactive, 1998) Commandos war das einzige Echtzeitstrategiespiel, dass mich jemals begeistern konnte, und zwar, weil alles, was normale Echtzeitstrategietitel ausmacht, weggelassen wurde. Warum ich andere Strategiespiele nicht mag (und was andere deshalb über mich denken), kann man hier nachlesen. Also, was wurde bei Commandos alles nerviges weggelassen? 1. Zeitdruck. Bei Commandos kann man sich beliebig viel Zeit lassen, solange deine Leute in Deckung liegen. Man kann in Ruhe alles auskundschaften und dann erst entscheiden, was man tut. Daher hat Commandos für mich den Titel “Strategie” wirklich am ehesten verdient, da ich wirklich geplant agiere und nicht reagiere. 2. Übervorteilter Computergegner. Eines der Dinge, die ich an Strategiespielen nicht leiden kann, ist, dass es eine Riesenkarte gibt, auf denen der Computergegner in allen Ecken gleichzeitig agiert, während ich mich mit dem Miniausschnitt, den mein Bildschirm anzeigt, zufrieden geben muss. Auch hier geht Commandos andere Wege. Die Karte ist zwar auch viel größer als der Bildschirm, aber es ist kein Problem, so zu spielen, dass man auf nichts achten braucht, was über den Bildschirmrand herausgeht, falls doch, gibt es einige nützliche SplitScreen-Funktionen. Auch das Interface stellt mich im Vergleich zur KI nicht benachteiligt da. 3. Riesenhaufen Einheiten. Gibt es hier auch nicht. Maximal 6 Leute wollen kontrolliert werden. Schön übersichtlich. [...]