No-Bullshit Windows

Vorsicht Dieser Artikel ist inzwischen über ein Jahr alt und in vielen Punkten nicht mehr ganz aktuell. Ich werde ihn bei nächster Gelegenheit überarbeiten. - Jan 10.04.06 Ich hab mir nen Mac gekauft. - Jan, 14.10.06

Obwohl Windows XP gegenüber allen früheren Versionen in vielerlei Hinsicht einen enormen Schritt nach vorn gemacht hat, ist es für viele Leute ein bißchen zu poppig geraten und lässt Poweruser nach wie vor einige Features vermissen. Es existieren eine Menge Programme und Tools, die versprechen das System schneller zu machen oder Features zu bieten, die die Arbeit erleichtern, ein Großteil dieser Tools sind jedoch Schrott. Sie verstopfen das System mit Kram, verbraten unnötigen Festplattenplatz oder installieren sich gar permanent im RAM. Das Problem ist inzwischen so verbreitet, dass es einen eigenen Namen für diese Art von Software gibt: Bloatware. Dass es auch anders geht möchte ich mit dieser Liste zeigen. Sie enthält die Tools die ich täglich verwende, die die Arbeit wirklich erleichtern und vor allem mein System nicht verstopfen. Viele davon lassen sich sogar nach einer Windows-Neuinstallation einfach weiterverwenden, ohne auch extra neu installiert werden zu müssen. Ich nenne solche Software “No-Bullshit-Software”. Diese Liste ist also für alle, die auch keine Lust auf Bullshit auf ihrem System haben.

Installation

Fangen wir erstmal vorne an und legen das Fundament für unser System. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Windows auf seiner eigenen Partition unterzubringen. 5GB sind ein guter Wert, mehr sind nicht nötig, weniger reichen Windows zwar auch, man handelt sich aber Probleme ein wenn Programme ungefragt große Temporär-Dateien auf C: abladen, oder sich partout nicht auf ein anderes Laufwerk installieren lassen wollen. Von Windows abgesehen, sollte C: frei bleiben. Desweiteren habe ich bei mir eine zweite Partition D:, auf der sich meine persönlichen Arbeitsverzeichnisse sowie alle Programme befinden, Größe 6GB, hier kann man je nach Bedarf variieren oder Programme und Daten nochmal trennen. Der Rest sieht bei mir so aus, dass ich 15GB für Spiele habe und 2 mal 40GB für alle möglichen anderen großen Datenmengen.

Nächster Schritt: Windows Installation. Das Service Pack 2 bringt einige hervorragende Verbesserungen mit sich. Sauberer als eine nachträglich installierte Version ist das sogenannte Streamlining. Dabei werden die entsprechenden Systemverbesserungen direkt auf das Installationsmedium kopiert und stehen nach der Installation direkt zur Verfügung. Sollte man noch über ein jungfräuliches Windows verfügen, gibt es hier eine Anleitung zum Erstellen einer solchen CD. Der Vorgang ist nicht kompliziert und wirklich zu empfehlen.

Während der Installation gibt es nicht viele Möglichkeiten Einfluss zu nehmen. Man sollte bei der Einrichtung des Netzwerks den QoS-Paketplaner deinstallieren und bei der Tastatureinrichtung das Layout von “Deutsch” auf “Deutsch (IBM)” umstellen. Unterschied: CAPSLOCK lässt die Zahlenreihe auf der Tastatur unbeeinflusst und die SHIFT-Taste setzt Capslock nicht automatisch zurück.

Nach der Installation werden als erstes die “Sicherheits”-Features von Windows deaktiviert: Firewall, automatische Updates (Wir sind immerhin schlau genug, selbst regelmäßig zu updaten). Vorsicht, die Benachrichtigungen müssen auch abgeschaltet werden, sonst nervt Windows ständig mit Hinweisen. Danach werden die Treiber für alle Geräte installiert und der Monitor auf die richtige Frequenz gebracht. Jetzt können wir loslegen.

Windows-Einstellungen

Der erste Weg führt in die Systemsteuerung, in der man schleuningst auf die klassische Ansicht umschalten sollte. Einstellungen nach denen man mal gucken sollte: Tastatur-Wiederholrate, Mauseinstellungen, Ordnereinstellungen (Stichwort: Dateierweiterungen anzeigen lassen). Falls man mehrere Soundkarten installiert hat, muss man vielleicht noch die richtige als primär deklarieren. Auch empfehlenswert: Klassische Benutzeranmeldung, man kann dann allerdings nicht mehr die schnelle Benutzerumschaltung nutzen, wer an seinem PC alleine ist, kann darauf aber auch gut verzichten. Anschließend geht’s ins Startmenü, mittels Rechtsklick auf “Eigene Dateien”, lässt man diese woanders hin zeigen, bei mir zum Beispiel auf “d:\jan”. Dort begeben wir uns gleich hin, markieren Eigene ebooks/musik/bilder und verstecken diese per “Eigenschaften”-Dialog. Löschen bringt nichts, da diese Ordner von Windows immer wieder angelegt werden.

Programme: Essentials

Jetzt kommt der Knackpunkt der ganzen Installation: Die Programme. Viele machen das Arbeiten mit Windows einfacher oder angenehmer. Wer allerdings blind jedes superheiße Systemtool installiert das von Chip & Co. empfohlen wird, landet schnell auf der Nase, weil er damit genau das Gegenteil erreicht: Das System wird kompliziert und aufgebläht. “Weniger ist mehr” heisst die Devise. Zunächst möchte ich die Programme vorstellen die keine Anwendungen darstellen, sondern helfen, dass System besser einzurichten. Bevor mir Luna bei allen weiteren Schritten Tränen in die Augen treibt installiere ich deshalb StyleXP, zusammen mit einem b0se Skin. Die sind nicht nur sehr schön, sondern im Gegensatz zu dem meisten anderen Skins die so angeboten werden auch praxistauglich und kompatibel mit den meisten Anwendungen, was auf lange Sicht wesentlich wichtiger ist als ein Wow-Effekt bei der ersten Installation Danach kommt XP-Antispy und hilft mir unnötigen Mist innerhalb Windows zu deaktivieren. Letzte Tweaks werden mit den Windows XP Powertoys vorgenommen. Ich verwende TweakUI (ein MUSS) und den ClearType-Tuner (ermöglicht ein Feintuning von ClearType, das über “an/aus” hinaus geht). Ausserdem möchte ich eines von den Windows 95 (!) Powertoys nicht missen: Send-to-X erlaubt das Kopieren von Dateien oder Dateinamen per “Senden an”-Menü in die Zwischenablage. In TweakUI wird folgendes eingestellt:

Programme: Multimedia

Nachdem also nun die wichtigsten Einstellungen vorgenommen sind, installiere ich ein paar Tools die mir täglich unter die Arme greifen. Den Anfang machen Multimedia-Tools.

Zunächst kommen die Codecs drauf, die man heutzutage braucht. Von Digital Digest sollte man sich Divx 5.x, 3.11alpha, einen AC3-Codec sowie Xvid besorgen. An Quicktime von Apple (link erübrigt sich wohl) kommt man auch nicht vorbei.

Der perfekte MP3-Player war und ist Winamp. Eine gigantische Auswahl von Plugins und Skins passt ihn an die eigenen Bedürfnisse an, es gibt kaum etwas das er nicht abspielt. Warnung: man fährt besser mit den Classic-Skins. Die sind zum einen wesentlich ressourcenschonender, zum anderen erheblich einfacher zu bedienen. Ausserdem will ich Musik hören und mir nicht das Skin angucken. Für den Alltagsbetrieb hat es sich bei mir ausserdem bewährt, die “Global Hotkeys” zu aktivieren. So muss ich den Player nicht extra aus der Taskleiste kramen wenn ich einen Track überspingen oder pausieren will.

Das Video-Äquivalent zu Winamp ist der BSPlayer. Auch er unterstüzt Skins (ich empfehle “milky”) und Plugins, vor allem aber ist sein Subtitle-Support hervorragend. Viele Optionen lassen sich sehr genau konfigurieren, trotzdem ist die Bedienung einfach. Manchmal macht er faxen, hat aber trotzdem keine Konkurrenz da draußen.

Zum Rippen von CDs gibt es auch nicht viel zu sagen: Hier führt kein weg an EAC vorbei. Dazu empfiehlt der Küchenchef den LAME-Codec zum anspruchsvollen und problemlosen Kodieren von MP3s. Wird von EAC perfekt eingebunden. Andere Codecs lassen sich natürlich auch integrieren.

Hat man die MP3s dann auf der Platte wollen sie natürlich organisiert werden. Dazu braucht man keine irren Programme, sondern nur ein durchdachtes Datei-Schema. Bei mir liegen Mp3s in folgender Form auf der Platte: “Artist\Year- Album\Track - Title”, mit Playlists im Artist-Verzeichnis. Um das erzeugen einer solchen Struktur nicht nur zu einem Kinderspiel, sondern zu einem Vergnügen zu machen gibt es auch hier nur eine Lösung: Mp3Tag Dieses Programm lässt wirklich keine Wünsche offen. Das schnelle Editieren von Tags ist ebenso möglich wie das komfortable automatische Generieren und Aufräumen riesiger Datenmengen. Möglich wird das durch Features wie eine hervorragende freedb-Anbindung, eine Handvoll Wizards (z.B. für Tracknummern), Reguläre Ausdrücke und automatische Dateiname->Tag Schemata. Sind alle Dateien sauber katalogisiert, lässt man sich mit einem Mausklick eine Verzeichnisstruktur wie oben beschrieben anlegen und bekommt automatisch korrekte Playlists, eine pro Album generiert.

Real Audio/Video versuche ich zu vermeiden wo es geht. Leider gibt es oft Streams die sich in keinem anderen Format empfangen lassen. Der offizielle Player ist ein Monster das alles verkörpert, was man an Software verkehrt machen kann: Aufgebläht, langsam, installiert stillschweigend TSR-Programme und sammelt Nutzerdaten. Zum Glück gibt’s Real Alternative, einen Videotreiber der es ermöglicht, mit jedem beliebigen Video-Player Real Media abzuspielen.

Bloatware par excellence stellt iTunes dar. Verglichen mit Winamp bietet iTunes eine erbärmliche Funktionalität, läuft extrem langsam, verbrät massive Systemressourcen und installiert ein TSR-Programm dass sich nicht entfernen lässt. Wer meint auf iTunes angewiesen zu sein, weil er einen iPod besitzt, der sei eines besseren belehrt: EphPod verwaltet die Songs auf dem iPod wesentlich besser als das superdämliche Interface von iTunes, das mir nicht mal erlaubt, Lieder vom iPod auf Platte zu ziehen. EphPod hat noch Probleme mit Playlists und Audiobooks, aber wer darauf verzichten kann, spart hier eine Menge Platz und Stress.

Programme: Datenschaufler

Möglicherweise hat man mit einer Menge Daten zu tun, die von A nach B sollen. Zwar verfügt der Explorer inzwischen über rudimentäre Zip- sowie Brenn-Funktionalität, für ernsthafte Anwendungen ist das aber nicht ausreichend.

Beinahe jedes Archiv-Format entpacken kann WinRAR. Erzeugt werden RAR- (doh!) sowie Zip-Dateien. Eine problemlose Integration ins Kontextmenü, geringer Ressourcenverbauch sowie flotte Bedienung haben mich noch nie in die Versuchung kommen lassen irgend etwas anderes zu installieren.

Irgendwann ist auch die dickste Platte voll. Wenn man sich von seinen Daten nicht verabschieden will, muss dann der Brenner ran. Mit Nero habe ich gute Erfahrungen gemacht, allerdings auch noch nie irgendwas anderes ausprobiert. Ich glaube so geht’s den meisten Leuten.

Moment, der letzte Satz war gelogen. Wenn es nämlich darum geht, Images zu brennen, nehme ich lieber Alcohol 120% statt Nero. Der Name ist bescheuert, zugegeben, aber man kann beim Brennen so ziemlich jeden Parameter einstellen, den man sich nur wünschen kann.

Manchmal will man sich von seinen Daten aber doch trennen. Will man aus irgendeinem Grund eine CD nicht brennen, aber dennoch auf ihren Inhalt zugreifen, empfehle ich die Daemon-Tools. Alcohol bietet auch ein virtuelles Laufwerk, ich hab’s aber nie getestet.

Programme: Internet

Verpönt ist der Internet-Explorer zu recht: langsam, schlecht zu bedienen und vor allem unsicher sind alles Eigenschaften auf die ich bei einem Browser gerne verzichte. Stattdessen läuft bei mir Opera. Warum nicht Firefox? Nun, zuerst sei gesagt das Firefox bei mir auch läuft, mein Favorit ist allerdings Opera. Der Grund liegt darin, dass Opera einfach unschlagbare Poweruser Features bietet: Mausgesten, komplette Tastaturbedienung, Downloadmanager, Link-Manager, vernünftiges Tabbing und vor allem eine enorme Geschwindigkeit bei geringem Speicherverbrauch. Ich habe nicht selten 20 oder mehr Tabs offen, ohne merkliche Auswirkungen.

Darüber wie “The Bat!” zu seinem Namen kommt kann ich nur spekulieren. Fakt ist, dass TheBat ein verdammt guter Email-Client ist, bei dem man jede Design-Entscheidung nachvollziehen kann. Sollte ich einen Mail-Client entwerfen, so würde er aussehen. Das Verwalten großer Anzahl von Mails und verschiedener Accounts (6, in meinem Fall) ist kein Problem. Spams werden von verschiedenen Plugins gefiltert, ich verwende den mitgelieferten BayesIT!, der nach sehr kurzes Lernphase hervorragende Ergebnisse liefert.

Für den alltäglichen Gebrauch benutze ich den Total Commander (unten mehr dazu) als FTP-Client. Für größere Downloads mit Queue-Verwaltung kommt Leech-FTP zum Einsatz, sollte der mal nicht funktionieren, muss FlashFXP herhalten.

Als IRC-Client dient das obligatorische mIRC.

Zur Fernwartung der Rechner von Bekannten mit PC-Problemen oder zur Fernsteuerung meines Laptops (der auf dem Schreibtisch eine ergonomisch äußerst ungünstige Position in der linken hinteren Ecke hat) dient RealVNC.

Ein sehr guter RSS-Reader ist KlipFolio. KlipFolio verfügt über eine sehr schlichte Oberfläche, die Feeds lassen sich auf einem unsichtbaren Raster komfortabel anordnen und bestimmte Keywords können Alarme auslösen. Clou ist das große Repository an speziellen Klips unter klipfarm.com, die z.B. das Wetter anzeigen, ebay-Auktionen verfolgen oder auf interessante Fernsehsendungen hinweisen. Ein Hinweis: Klipfolio verarbeitet reine RSS-Feeds nicht direkt, sondern mittels des Feedviewer Klips.

Für SSH-Zugriff aufs Uni-Netz oder die Administration des Routers per telnet ist Putty geradezu perfekt. Auch hier stört kein überflüssiger Schalter, alles ist sehr schlicht gehalten.

Als BitTorrent Client dient Azureus. Zwar ist Azureus in Java implementiert und braucht daher einige Zeit zum starten und genemigt sich zur Laufzeit dezente 40mb Speicher (inkl. JRE), allerdings bietet kein anderer Client vergleichbare Funktionalität.

Instant Messaging ist eine feine Sache. Man schickt sich gegenseitig Nachrichten oder Dateien. Warum dafür 20MB Installer nötig sind oder ich mit meinem Instant Messaging-Programm telefonieren, spielen oder Bilder angucken will kapier ich nicht. Deshalb habe ich mich schon lange vom offiziellen ICQ-Client getrennt und verwende stattdessen Miranda. Wer kein ICQ benutzt kann Miranda trotzdem verwenden, es gibt Unterstützung für alle gängigen Protokolle. Plugins machen Miranda noch besser, ich empfehle: Gamer Status, setzt den Status automatisch, z.B. auf “Away”, je nachdem was für Spiele (oder andere Programme wie z.B. Videoplayer) laufen. No unwanted Sounds deaktiviert die Nachrichtensounds für den “Dnd” oder “Occupied” Status. Sicherlich nicht für alle interessant: Das Math Plugin ermöglicht das versenden von mathematischen Formeln im Nachrichtentext in TeX-ähnlicher Syntax.

Programme: Tools

Auch hier werden vor allem Programme vorgestellt die kaum Ressourcen und wenig Speicherplatz auf der Festplatte benötigen. Quatsch wie die Norton Utilities erhalten deshalb von mir ganz bestimmt keine Empfehlung.

Neben dem weiter oben erwähnten StyleXP sorgt der Icon-Packager für einen schicken Desktop. Ähnlich wie bei StyleXP wird dabei dem System nichts hinzugefügt, sondern lediglich eine komfortable Oberfläche zum Verändern und Verwalten der Systemicons bereitgestellt. Sobald das Programm beendet ist, werden keine Ressourcen mehr verbraucht.

Mit dem Process Explorer und dem File Monitor hat mein System absolut keine Geheimnisse mehr. Vor allem der Process-Explorer hat es mir angetan. Wenn mal wieder ein Verzeichnis nicht gelöscht werden kann, genügt eine schnelle Suche nach dem entsprechenden Handle im Process Explorer und der Störenfried, in der Regel ein Zombie-Prozess kann gleich abgeschossen werden.

Auf dem Laptop drosselt Speedswitch-XP automatisch den Prozessor wenn ich unterwegs bin. Das verdoppelt meine Akku-Laufzeit fast.

Zu meinen absoluten Lieblingen gehört Slickrun. Und das obwohl ich das Programm erst seit ein paar Monaten benutze. Das Konzept ist einfach: Per WIN+Q Kombination öffnet sich unten in der Ecke auf dem Bildschirm eine verschieb- und vergrößerbare Zeile die Kommandos entgegen nimmt. Diese können entweder Pfadangaben zu Exe-Dateien, URLs, eMail-Adressen oder spezielle, vorher definierte Keywords sein. Selbstverständlich mit Autocompletion. Seitdem benutze ich mein Startmenü eigentlich kaum noch. WIN+Q und “mail” geht wesentlich schneller als mit der Maus den Mail-Client anzuwählen. Ein Muss für Tastaturfans.

Für Notizen empfehle ich, nach Experimenten mit einer Menge verschiedener Programme, A-Note. Das Programm ist Open-Source, schnell, klein, verfügt über einige nette Feature und nervt nicht mit unnötigem Kram der die Bedienung erschwert. Besonderes Feature: zu A-Note gehört ein auf PHP-basierender Server, der es ermöglicht, seine Notizen auf verschiedenen PC’s aktuell zu halten.

Einen guten Editor zu finden ist unter Windows schwer. Ich habe wirklich eine Menge ausprobiert, aber bin auf meinen Streifzügen jedesmal wieder bei UltraEdit gelandet. Das Interface ist ein bißchen wüst und das Programm könnte etwas schneller starten, dafür funktioniert das Schreiben und Editieren verschiedenster Dateien sehr gut. Von mir genutzte und geschätzte Features: Spaltenmodus, Hex-Editor, Syntax-Highlighting, Einbindung des Latex-Compilers, reguläre Ausdrücke beim Suchen & Ersetzen, UTF-Konvertierung, Absatzformatierung in Textdateien.

Ich kann mir mein Leben ohne den Total Commander nicht mehr vorstellen. Nahezu alles auf meinem Rechner was nur entfernt mit Dateien zu tun hat erledige ich mit diesem Programm. Das Commander-/Orthodox File Manager Konzept dürfte jedem bekannt sein: Man hat zwei Dateilisten links und rechts, darüber ein Menü, darunter eine Zeile mit Buttons. Da die meisten Dateioperationen das Verschieben, Kopieren oder Entpacken betreffen ist diese Form der Darstellung ideal. Ein Fenster stellt das Ziel dar, das andere die Quelle. Worte können allerdings nur schwer beschreiben, mit welcher Leichtigkeit und Geschwindigkeit sich alles im Total Commander bewerkstelligen lässt. Hat man die Tastaturkommandos einmal verinnerlicht (und das geht schnell) lassen sich große Mengen von Dateien in Windeseile organisieren. Ganz besonders schätze ich am Total Commander allerdings seine Zusatzfunktionen: Tabbing, eingebauter FTP-Client, Kommandozeile, Massen-Umbenenn-Tool, integrierte RAR-Unterstützung, Verzeichnis-Synchronisation (natürlich auch per FTP möglich) sowie viele kleine Details, wie Verzeichnis-Bookmarks oder Plugin-Integration. Tip: Zum leichten Wiederherstellen der Konfiguration, die beiden *.ini-Dateien mit inireloc ins Programmverzeichnis platzieren.

Schlussbemerkung

Wie Eingangs erwähnt lassen sich die meisten hier genannten Programme nach einer Neuinstallation von Windows problemlos weiterverwenden oder mit wenigen Schritten neu aufsetzen. Wer öfter Software ausprobiert wird diese Prozedur mindestens einmal im Jahr durchführen müssen um das System vom Ballast zu befreien. Eine saubere Dateistruktur macht das ganze kurz und schmerzlos, so dass man schnell wieder die gewohnte Arbeitsumgebung laufen hat.

In dieser Liste scheint eines zu Fehlen: Sicherheitssoftware. Ich habe aber tatsächlich keine installiert. Besser als ein Virenscanner ist der Verzicht auf Internet Explorer, Outlook Express und Word. Auch die Personal Firewalls sind größtenteils Schwachsinn und allenfalls auf Laptops zu empfehlen die sich in öffentliche WLANs einbuchen. Ich habe in all den Jahren niemals Firewalls, Virenscanner oder Anti-Spyware-Programme laufen gehabt und bin trotzdem von allem Übel das da draußen lauert verschont geblieben. Ein intelligenter und vorsichtiger Benutzer ist der beste Schutz gegen solche Gefahren.

14 Kommentare zu 'No-Bullshit Windows'

Schettler

Alter, bist du wahnsinnig? Also wenn du das alles selber geschrieben hast…mann mann mann. Da gehen Welten an mir vorbei.

Fragdieb

Nette Liste…soweit ich die von dir genannten Programme kenne, also etwa 50% davon. Vorsichtig würde ich nur mit dem Tip bezüglich Firewalls sein, es soll tatsächlich noch Leute geben, die Modems oder ähnliches direkt an den Rechner statt an einen Router anschließen, dann macht ne Personal Firewall schon noch Sinn.

Editor: ich verwende gVim+Cream…allerdings vor allem aus dem Grund, dass ich aus uralten Norton Commander Zeiten einfach perfekt mit dem zwei Fenster nebeinander-Look arbeiten kann.

Das virtuelle Laufwerk von Alcohol funktioniert, soweit ich es getestet habe, ähnlich gut wie das von Daemon Tools, allerdings habe ich es auch nicht sehr ausgiebig getestet.

shad

darueber koennt ich mich stundenlang auslassen :) da ich aber wie immer keine zeit hab:

  1. bsplayer macht nicht manchmal faxen, der macht IMMER faxen :)

  2. wenn du schon real alternative ansprichst, koennte mann auch gleich quicktime alternative ansprechen und den media player classic, der sich bei beiden mitinstallieren laesst

  3. nix zu services? die halten mich abgesehen von customization immer am laengsten auf

Fragdieb:

mein modem haengt direkt am rechner und fahre trotzdem seit jahren gut ohne firewall :)

ich muesste eigentlich auch mal die kiste neu aufsetzen, eventuell am wochenende, dann schreib ich noch was dazu…

Jan

@Fragdieb:
Das mit der Firewall ist trotzdem völliger Unfug. Da kannst du besser die Dienste direkt deaktivieren. Und gVim? Du bist krank ;-)

@shad:
Der BSPlayer macht nur bei dir Faxen. Quicktime alternative war mir nicht bekannt, allerdings finde ich den Quicktime Player ganz OK, habe also nie ein Bedürfniss nach einer Alternative verspürt.
Services? Schreib doch mal bitte ein paar Zeilen dazu, dann bau ich die mit ein

Krasser Artikel… super lang ;)

Wo ihr gerade bei Quicktime Alternative seid. Dann kannst du auch gleich den K-Lite Mega Codec Pack nehmen. Alle Codecs die man so braucht incl. Real und Quicktime Alternative schön verpackt.

Richtig bequem wird die Windows-Neu-Installation übrigens mit einer vollständig automatisch ablaufenden Installation. So kann man auch gleich bei der Installation die Programme wie Nero, iTunes, … installieren. Ist dann quasi genauso komfortal wie sie auf einer anderen Platte zu halten.

Jan

Das hab ich früher gemacht, funktioniert aber deshalb nicht gut, weil in der Zeit zwischen 2 Windows Installationen die Programme meist einige Versionssprünge machen.
Und wenn ich eh alles neuinstalliere, hätt ich schon auch gerne die neuen Versionen.

Der Freund der Freude

Hey jan ich muss sagen dein artikel ist ausgezeichnet ,vor allem weil ich manche tools schon lange suche aber nie gefunden habe (zumindest nicht so wie ich es wollte) ich bin zufällig über die seite gestolpert weil ich mein system zum zweiten!! mal diese woche neu aufgesetzt habe,aufgrund von dämlichen “ich mach jetzt mal windows schneller-Tools”Na ja probieren geht über studieren.aber das du unter dem punkt mediaplayer nicht den vlc player auch video lan genannt hat ,hat mich doch verwundert denn dieser player ist einfach großartig!!,zugegeben er bietet lange nicht die fülle von möglichkeiten wie z.B winamp aber er ist schnell verbraucht fast keine ressourcen und man kann wirklich alles abspielen mit dem ding ohne plugins codecs usw.

syrus

warum style xp?? nimm patch doch einfach die uxtheme.dll^^

Jan

VLC habe ich mal ausprobiert. Von dreimal starten ist der zweimal hängengeblieben. Ausserdem frisst VLC dezente 15MB, nein danke da bleib ich lieber beim BSPlayer.

Die uxtheme.dll war mir noch nicht bekannt, werd ich mir mal ansehen.

Nen neuen MP3-Player hab ich inzwischen: musikcube.

Sehr cool ist Synergy: damit lassen sich zwei Rechner die nebeneinander stehen mit einer Maus und einer Tastatur bedienen, vorausgesetzt sie sind über’s Netzwerk verbunden.

Deff

bin gerade bei der suche nach visual styles auf deinen Artikel gestossen und fand ihn doch sehr interessant. Hab einiges neues kennengelernt, war sehr hilfreich. style xp ist meiner meinung das beste tool zum aufpolieren, mit den stardock tools ist mein windows leider ziemlich schnell in seiner neuerlangten Schönheit gestorben (bluescreen hier, ue reboot da). Bei Videotools bevorzuge ich allerdings auch VLC, der sich bei mir selten aufhängt und abspielt was bei drei nicht auch den Bäumen ist. Vielleicht solltest du dem nochmal eine chance geben, auch Coder lernen dazu ;)
eine Firewall ist für mich Unterhaltungssoftware, ist doch immer schön wenn man sie frisch installiert und dann in der ersten minute schon vor 1000 bösartigen Angriffen bewahrt wird. Einen sehr interessanten Beitrag zum Thema Firewalls fand ich diesen hier: http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/Firewall.html#PF

bleibt mir nur nochmal dir für deinen sehr interessanten Beitrag zu danke,

grüsse Deff

Zeff

Nette Liste,

fast alle diese Programme benutze ich selbst, bei einigen würde ich
zu Änderungen raten, also Nero ist ganz fürchterlich von der
Bedienung und seinem Image-Standard, einfach unprofessionell.

Firefox ist noch besser geworden.

Tja, der Rest ist ganz super, aber die Frage bleibt natürlich, für welchen Anwender.

Jan

Ja, der Text steht schon seit längerem auf meiner Überarbeiten-Liste

sporb

Ui.
Könnte fast meine Liste sein. Ersetze TotalCommander durch SpeedCommander, Winrar brauche ich nicht mehr, fertig.
Beeindruckend.

2xExplorer
in der alten Freewareversion Z1 ist mein Dateibrowser.

Als Editor: HTML-Kit von Chami. Damit kann ich direkt entfernte Dateien über FTP bearbeiten.

Beim TotalCommander nervt, daß er beim Abbruch einer Datenübertragen dumme Fragen stellt, anstatt sie wieder aufzubauen und weiter zu arbeiten.

Genereller Tipp: Programme NICHT sofort updaten, erst testen.