Crysis 2 Eindrücke
Crysis 2, das ich gestern nach drei Abenden durchgespielt habe ist ein tolles Spiel für Leute die eigentlich besseres zu tun haben. Mit 5-8h Spielzit ist es relativ kurz, weiss aber innerhalb dieser Phase ganz ordentlich zu unterhalten. Wie Lords of Shadow verfügt es über keine besonderen Merkmale, zeigt aber dass es die auch gar nicht braucht um zu unterhalten.
Die Story ist banal und nebensächlich, irgendwas mit Alien-Tintenfischen die New York in Schutt und Asche legen, und wird erzählt durch Funknachrichten (bäh) und Flashbacks (bäh bäh). Aber wenn ich Story wollte würde ich was anderes spielen.
Was Crysis 2 sehr gut hinbekommt ist das Gefühl für den eigenen Körper. Crytek haben einige Funktionen eingebaut, die ich fortan in Ego-Shootern vermissen werde, wie das aus-der-Deckung lehnen oder das Erklimmen von höhergelegenen Kanten.
Interessant ist der Wechsel zwischen Offensive und Defensive, die Möglichkeit zu sneaken und zu snipern oder vollgepanzert ins Getümmel zu stürzen und die Waffenauswahl der Strategie anzupassen.
Die Kampfschauplätze könnten insgesamt etwas abwechslungsreicher sein. Häufig liefert man sich einfach nur Deckungsgefechte an Straßenkreuzungen oder auf Hausdächern. Dass es insgesamt nur acht verschiedene Gegnertypen gibt (großzügig gezählt, eigentlich sind’s nur drei oder vier) schränkt die Möglichkeiten natürlich stark ein.
Die Waffenauswahl ist dafür umso umfangreicher. Die Geschütze decken die üblichen Handfeuerwaffen, Assault Rifles, Shotguns und Sniper Rifles ab und — und das ist wichtig — fühlen und hören sich sehr solide an. Zusammen mit dem Köpergefühl ergibt sich wesentlich besseres Erlebnis als ich es beispielsweise bei Gears empfinde. Dort habe ich jedesmal Schwierigkeiten damit mich in meiner Umgebung zu bewegen oder mit den Waffen richtig umzugehen.
Zusätzlich zu zwei Standardwaffen können Granaten, Raketen und Sprengladungen mitgenommen werden. Einige abgefahrenere Gerätschaften wie die Mikrowellenkanone oder das K-Volt spielen sich nicht besonders innovativ, haben aber mehr Wumms. Modifikationen passen die Waffen an verschiedene Situationen an.
Erlegte Aliens hinterlassen eine Art Feenstaub (eigentlich “Nano-Katalysator”), eine Quatschwährung die es ermöglicht Anzug Upgrades freizuschalten. Diese schienen mir samt und sonders nutzlos, dafür motiviert einen das schnelle Verschwinden der Staubwölkchen dazu sich die Tintenfischmechs im Nahkampf vorzuknöpfen anstatt nur gelangweilt herumzusnipern.
Die drei Abende die ich mit Crysis 2 verbracht habe waren nett, aber ich bin auch froh dass es vorbei ist (nächste Woche fahr’ ich in Urlaub, ausserdem ist No More Heroes: Paradise in der Post). Trotz zwischenzeitiger Längen war das eine durchaus erfrischender Besuch in der alten Heimat. So nach PC hat sich in meiner Xbox schon lange kein Spiel mehr angefühlt. Crysis bietet dafür genau die richtige Kombination aus konventionellem Gameplay und ein paar guten Ideen.
A blunt critique of game criticism
Danc von lostgarden.com moniert in einem recht umfangreichen Artikel, dass Videospielkritik von Autoren, die nicht selbst in die Entstehung von Spielen involviert sind, nicht dazu beiträgt das Medium voranzubringen. Kann man sich drüber streiten: Zum einen ist das gar nicht das Ziel des Großteils der Spielekritik, zum anderen kann man dagegen mit dem alten “Ich muss das Essen nicht gekocht haben um zu erkennen dass es nicht schmeckt” Argument dagegenhalten.
Natürlich wird das erst dann interessant wenn der Kritiker sich vernünftig ausdrücken und mit angemessenem Vokabular über das Spiel reden kann. Der traurige Witz ist bloß dass man sich bei den meisten Spielen eine viel allgemeinere Sprache ausreicht um berechtigte Kritik zu üben. Bei Totalausfällen wie The Force Unleashed braucht man sich nicht über Feinheiten wie Pacing und Motivationsstrukturen zu unterhalten, weil das Spiel schon an viel grundlegenderen Dingen scheitert.
Trotzdem, der Artikel erinnert daran dass auch Kritik eine Kunst ist. Wer sich darin nur zurücklehnt, motzt und jubelt macht es sich zu einfach.
Elements of Games
The French intellectual Roger Caillois, in a 1958 response to Huizinga entitled “Man, Play and Games,” called play “an occasion of pure waste: waste of time, energy, ingenuity, skill, and often of money.” Therein lies its utility, as a simulation that exists outside regular life. Caillois divides play into four categories: agon (competition), alea (chance), mimicry (simulation), and ilinx (vertigo). Super Mario has all four. You are competing against the game, trying to predict the seemingly random flurry of impediments it sets in your way, and pretending to be a bouncy Italian plumber in a realm of mushrooms and bricks. As for vertigo, what Caillois has in mind is the surrender of stability and the embrace of panic, such as you might experience while skiing. Mario’s dizzying rate of passage through whatever world he’s in—the onslaught of enemies and options—confers a kind of vertigo on the gaming experience. Like skiing, it requires a certain degree of mastery, a countervailing ability to contend with the panic and reassert a measure of stability. In short, the game requires participation, and so you can call it play.
– The New Yorker: Shigeru Miyamoto, Nintendo’s man behind Mario
Wettkampf/Herausforderung, Glück, Simulation/Erlebnis und, naja, wie will man Vertigo übersetzen? Interessantes Konzept, So offensichtlich Competition und Simulation sind, hatte ich bisher Chance und Vertigo eigentlich immer völlig übersehen.
Review: Castlevania: Lords of Shadow

Lords of Shadow ist symptomatisch dafür wie ich Spiele in letzter Zeit wahrnehme: Es ist hervorragend gemacht und extrem unterhaltsam, aber wenn man mich fragt warum genau, muss ich mit den Schultern zucken.
Ich kann nicht mit dem Finger auf ein einziges Feature zeigen und sagen: “Darum”. Lords of Shadow verfügt über keine herausragenden Merkmale, sondern ist schlicht und ergreifend handwerklich extrem solide. Das macht es nicht unbedingt spannend darüber zu schreiben, aber da ich das Gefühl habe dass dieser Titel in der allgemeinen Aufmerksamkeit etwas untergegangen ist mache ich das trotzdem.

