300/Popkultur
Björn hat auf Agitpop mal wieder sein enormes popkulturelles Wissen und sein extrem gutes Händchen für sehr gut lesbare wie inhaltlich überzeugende Texte bewiesen.
Dickes Lob!
Im Zusammenhang zum Thema 300 ist es aber auch bestürzend, zu sehen wie sich der Rest der Welt mit hervorgehobenem Zeigefinger das Maul über den Film zerreisst, ohne seinen Kontext zu kennen. Wer den Trailer gesehen hat wusste auf was er sich einlässt und hat sich hinterher nicht zu beschweren.
Der Film ist Mist, ja, aber extrem unterhaltsamer Mist.
Als gäb’s keine wichtigeren Probleme in der Welt …
Scheisse aber auch. Popkultur in jeder Form, vor allem aber der Diskurs darüber, bereitet mir zunehmend Kopfschmerzen. 90% aller Diskussionsbeiträge sind heisse Luft und selbst der Rest hat selten irgendeine Form von dauerhafter Relevanz. Wenn man infolgedessen aber ganz aufhört sie ernstzunehmen sinken die Chancen dass sich an dieser Situation irgend etwas ändert. Was also tun?
Wieviele Gedanken darf ich mir über God of War 2 noch machen? Kann ich mich einfach hinsetzen und amüsieren, oder muss ich mich für die infantile Begeisterung über die grotesk ästetisierte Gewaltdarstellung rechtfertigen?


6 Kommentare zu '300/Popkultur'
300 ist rein optisch ne Wucht. Und die Tempowechsel in den Schlachten einfach geil.
Hallo? Es ist ne Comic(!!!)-Verfilmung.
Mein Gott, darf man keine sinnfreien Filme mehr machen, in denen es gilt einfach nur die “Bösen” plattzumachen ohne das sich jemand darüber aufregt, dass die Bösen in echt gar nicht so böse sind?
@Jan: Hey, danke für das Lob.
Rechtfertigen musst du dich natürlich für gar nichts und ich bin absolut für “infantile Begeisterung” für Dinge, die man objektiv nicht toll finden sollte.
Es gibt nur zwei Dinge die mich bei sowas ärgern: Total blindwütiges konsumieren ohne sich jemals Gedanken über etwas zu machen und der Versuch Dinge als tiefsinnig zu klassifizieren, die es nicht sind. Was ich als eine Form von Angst ansehe: Man traut sich nicht zuzugeben, dass man “dumme” Dinge gut finden kann. Obwohl wir sicher alle irgendwo unsere “guilty pleasures” haben.
Darum geht mir die letzten Tage immer Homers “The ball. The groin. It works on so many levels”, durch den Kopf, die beste Verhohnepiepelung dieses Verhaltens, die es gibt.
(Achja: Beide Vorwürfe sind natürlich nicht an dich gerichtet. Sind nur auch so zwei Verhaltensweisen die mir, neben der von dir kritisierten Dampfplauderei, in den letzten Tage in der Debatte immer wieder begegnet sind.)
@yeti:
Hallo? Es ist ne Comic(!!!)-Verfilmung.
Und was soll das aussagen? Dr. Schiwago ist eine Literaturverfilmung. Battlefield Earth aber auch.
Das Schwierige ist, da das gesunde Mittelmaß zu finden.
klammeraffe(@) björn
meine Aussage war, dass 300 niemals den Anspruch erhoben hat, etwas anderes zu sein, als eine Comic-Verfilmung. Es schallte niemals im Teaser: “Die neue Geschichts-Juchte, nach einer wahren Begebenheit.” Sodass die Vorwürfe, 300 enthalte faschistisches Gedankengut, weil die östliche Welt schlecht wegkommt, völlig ins leere läufft.
genau es ist “nur” eine comicverfilmung. ein sehr sehr gute…ich war fan des comics und bin fan des films…sicher es ist kein epos wie hdr und nicht so tief wie gladiator oder kingdom of heaven aber es macht laune diese muskelbepackten männer in zeitlupe kämpfen zu sehen….
Ich schließ mich der Meinung an, dass der Film sich in keiner Weise rechtfertigen muss. Ist halt ein extrem heroischer Film, der wenig Tiefgang besitzt. Aber das ist auch gut so, denn der Film hatte ja nicht die Historie als Vorlage, sondern den Comic. Wie Jan schon erwänte, bietet der Film genau das was der Trailer versprochen hatte. Jeder weiß (zumindest jeder bei Verstand) worauf er sich einlässt wenn er sich den Film ansieht.