Idee:

Wenn der Mensch ein Wertesystem der Qualität erfindet und anwendet, muss er damit rechnen, dass der Qualitätsmaßstab früher oder später an den Menschen selbst angelegt wird. Rassismus entspringt daher direkt aus dem Konzept und der Orientierung an Qualität in einer Gesellschaft.

Faschismus ist die konsequente soziale Weiterführung der radikalen Rasterung von Medien (Film, Bildschirm, Tonträger, Schrift, Sprache). Der Mensch kann aus der ihm inhärenten oder ankonditionierten Rasterung nicht ausbrechen.

Politik selbst ist, mit McLuhan gesprochen, nur der Inhalt des Mediums Gesellschaft, und als solcher völlig irrelevant in der Frage nach den Auswirkungen des Mediums auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. In den Grundzügen von Werten und Medien und in der grundlegendsten allumfassenden Struktur sind wir heute nicht weiter als vor 60 Jahren.

21 Kommentare zu 'Idee:'

shad

ex falso sequitur quodlibet

Jan

Das ist vielleicht deine Meinung, Mann

Jan

Diki, du kannst hier nicht irgendwelche Fragmente irgendwelcher Thesen irgendwelcher Sichtweisen irgendwelcher crackverseuchten Theoretiker posten ohne diese sinnvoll zu verbinden oder zu begründen.

Fragdieb

wann kommt der nächste M³?

Jan

Oh fuck, ganz vergessen
Die Screenshots sind schon vorbereitet, morgen mach ich den fertig

Ich halte die Quintessenz der These für zu gewagt. Ich glaube dass sich in den letzten 60 Jahren das Medium verändert hat.

Jan

Diki will doch nur ein bißchen Aufmerksamkeit ;)

Fragdieb

dann sollte er mal lieber nen neuen Track posten.

Schettler

“Wenn der Mensch ein Wertesystem der Qualität erfindet und anwendet, muss er damit rechnen, dass der Qualitätsmaßstab früher oder später an den Menschen selbst angelegt wird.”

???

Die Sätze auf mindestens 4 Zeilen strecken. Mehr Fremdwörter. 5-8 Quellenangaben. Kontextfrei zitieren. Dich auf Platon beziehen. 1-2 Kapitel dichten. Refreshing crack nutzen. Buch schreiben. Philosoph (oder wahlweise Medientheoretiker) werden. Alles gute.

Diki

K, nächstes mal mach ich die Sätze länger und erkläre das ausführlicher; das macht aber weniger Spaß. Natürlich ist das nur eine Meinung, ist ja schließlich ein Blog hier.

Der Medientheoretiker ist in Arbeit, muss noch das Refreshment organisieren.

Schettler

Du musst aber auf jeden Fall bessere Ideen und/oder eine unantastbare Argumentation vorlegen. Ich kann mir denken was du meinen könntest, so wie es da steht ist es auf jeden Fall ziemlicher Unsinn. Es gibt eine Menge Wertsysteme der Qualität und nicht aus jedem entspringt gezwungenermaßen Rassismus sobald es auf den Menschen angewendet wird. Rassismus postuliert, dass die Qualität eines Menschen an seiner ethnischen Herkunft festzumacchen ist. Ich kann mir eine Menge Maßstäbe denken, die nicht einmal annähernd etwas damit zu tun haben.

Diki

Nächstes Mal gucke ich auf Wikipedia nach, bevor ich meine Begrifflichkeiten festlege; “Rassismus” ist in dem Fall falsch angewandt.

Schettler

Meinst du, dass jegliches anwenden eines Qualitätsmaßstabes an Menschen dazu führt, dass diejenigen die nicht in diese Norm fallen als minderwertig angesehen werden?
Zum Beispiel, Produktivität als maßstab?

Diki

Aaah, das ist so schwer in Worte zu fassen ;)

Ganz unabhängig vom eigentlichen Gegenstück (Produktivität, Qualität, Farbe etc.), das mit dem Maßstab gemessen wird, beinhaltet die Idee von Maß und Wert (neben dem fragwürdigen Konzept von Quantisierung) immer auch mindestens 2 Pole, und auch bei weiterer Ausdifferenzierung immer noch das Prinzip von Ungleichheit; der Sinn und Zweck (Umweltorientierung) des Ganzen basiert ja darauf. Jede Bewertung geschieht außerdem nicht ohne Grund, sondern immer in Hinblick auf irgendeine Nutzbarmachung der neu entdeckten Unterscheidbarkeit.

Ich möchte darauf hinaus, dass die Möglichkeit (und damit früher oder später der Gebrauch derselben) z.B. zur rassistischen Diskriminierung von Menschen bereits in der Fähigkeit und dem Willen zur Ausdifferenzierung der eigenen Umwelt oder besser Sinneswirklichkeit vorhanden ist.

Jan

OK, das ist aber nicht das gleiche wie das was du oben geschrieben hast.
Auch Tiere kennen das Konzept der Quantisierung. Kämpfe zwischen Rivalen werden oft allein durch Größe entschieden, wobei nicht die tatsächliche Stärke eine Rolle spielt, sondern auch Scheingrößen wie z.B. Lautstärke. Ähnliches gilt für die Balz.
Weitergedacht führt das also dahin, das Rassismus ein naturgegebenes Prinzip ist?
Du vergisst eine Sache: Der Mensch als denkendes, empfindendes und, ganz wichtig, empathisches Wesen sollte eigentlich darüber erhaben sein.

Diki

Ich meine nicht, dass Rassismus ein naturgegebenes Prinzip ist. Ich denke nur, dass das ganze Konstrukt, auf den Ausgangspunkt gebracht, auf eben den Grundlagen von Wahrnehmung fusst, die gleichzeitig die Basis der Umweltorientierung darstellen, nämlich Differenzierung.

Ich meinte wohl nicht Quantisieren, sondern Quantifizieren. Gut, dass man sowas nachschlagen kann :)

Wenn man dem Menschen Reflektionsfähigkeit zuschreibt, kann man sicherlich verlangen, dass er bestimmte Wahrnehmungen zwar ausdifferenziert, aber aus der gewonnenen Einsicht keine Schlüsse zieht, zum Beispiel in Sachen Ethnische Herkunft, um beim Thema zu bleiben. Das wäre eine künstliche Unterteilung der Umwelt in Relevante und Irrelevante Unterscheidungsmerkmale, die nicht natürlich erlernt, sondern in sozialem Wissen eingelagert ist; das wäre sicherlich nicht das erste Mal, das so etwas passiert.

Schwierig dabei ist aber, dass man verlangt, ein eindeutig wahrnehmbares (nämlich in einer bestimmten Art und Weise differenzierbares) Phänomen zu ignorieren (für sich selbst daraus keine Schlüsse in eine bestimmte Richtung zu ziehen), obwohl es ganz unabweisbar wahrnehmbare Folgen in der Umwelt hat, die man nicht ignorieren kann. Der Punkt ist, dass Wahrnehmung durch Differenzierung die Grundoperation unseres überlebenswichtigen Zentralnervensystems ist, noch weit bevor überhaupt ein Bewußtsein dafür auftritt. Ein soziales Verbot oder Dogma von Wahrnehmung oder aus Wahrnehmung folgender Handlung läuft prinzipiell wider der grundlegensten und frühesten Konditionierung des Menschen, der nur deshalb überlebt, gerade weil er wahrnimmt und nach seiner Wahrnehmung handelt.

Schettler

Jede Form der Differenzierung der Wahrnehmung ist zunächst konventionell erlernt und nicht Naturgegeben, sondern hat seinen Ursprung in dem jeweiligen sozialen Kontext.
Die Schlüsse die aufgrund einer Wahrgenommenen Tatsache gezogen werden sind auch sozial bedingt.
Aber nicht jeder Schluss in irgend eine Richtung ist Rassismus.
Toleranz fordert nicht ein Ignorieren der Wahrnehmung.

Ich kann Wahrnehmen, dass jemand eine andere Hautfarbe hat und schliessen, seine Haut wäre besser vor der Sonne geschützt oder er ist Teil einer Degenerierten Form der Spezies Mensch.
Oder er habe ein Gigantisches Genital.

P.S.: Diki, du lässt in deiner Argumentation wichtige Zwischenschritte aus.
Bsp.:”Schwierig dabei ist aber, dass man verlangt, ein eindeutig wahrnehmbares (nämlich in einer bestimmten Art und Weise differenzierbares) Phänomen zu ignorieren”
“man verlangt” - Wer verlangt das unter welchen Umständen?

Diki

Die Aussage, dass die Differenzierung von Wahrgenommenem ihren Ursprung in sozialen Konzexten hat, halte ich für falsch. Die Ausdifferenzierung von Sinneseindrücken ist die kognitive Leistung des Individuums. Das sie “konventionell erlernt” sein soll, ist auch fraglich; ohne die Fähigkeit, die Signale der Sinnesorgane zu ordnen, ist ein Lernvorgang im klassischen Sinne überhaupt gar nicht möglich.

Dein Beispiel zeigt ganz gut, worum es mir geht; nämlich darum, dass (und ich wiederhole mich) bereits die Fähigkeit, zu Differenzieren und daraus Folgen zu ziehen, die Möglichkeit von rassistischer Diskriminierung beinhaltet. Wenn ich von Möglichkeit spreche, umfasst das natürlich auch die Variante, von der Möglichkeit keinen Gebrauch zu machen, und nicht rassistisch zu werden. Auf derselben Grundlage von kognitiver Unterscheidungsfähigkeit fusst übrigens auch die fantastische Möglichkeit, Kirschkuchen zu backen, nur um mal ein anderes Beispiel zu nehmen; aber konkrete Beispiele führen hier überhaupt nicht weiter.

Das ist eine unglaublich allgemeine These, was ich im Grunde sage ist doch: Die Grundlage unseres Lebens eröffnet die Möglichkeiten zu allem, was wir tun. Die Frage, ob uns die Entscheidung darüber, was wir tun, freisteht oder nicht, will ich überhaupt nicht anschneiden.

und zu P.S.: Da ist kein Zwischenschritt drin. Jan hat angeführt, dass der Mensch als empathisches Wesen darüber erhaben sein sollte; das habe ich umformuliert dahin, das “‘man” es vom Menschen verlangen kann.

Jan

Ich glaube unsere Menschenbilder unterscheiden sich zu sehr, als das wir hierüber auf einen Punkt kommen können.
Wir müssten usn erst über die einig werden..

Schettler

Ich meinte nicht, dass die Differenzierung von Wahrgenommenem an sich konventionell erlernt ist, sondern die Art und Weise in der sie geschieht. Es gibt ja nicht eine Art der Differenzierung sondern unendlich viele.
Mit der Feststellung, dass in der Möglichkeit der Differenzierung und Wertung derselben schon die Anlage zu rassistischer Diskriminierung beinhaltet hast du sicherlich recht.

P.S.:Danke, das hatte ich anders verstanden.