Review: Kingdom Hearts 2

Kingdom Hearts 2

Kingdom Hearts 2 ist das niederträchtigste Videospiel das mir je begegnet ist. Niemals war mir der Platz vor dem Fernseher derart unbehaglich, das Geschehen auf dem Bildschirm so widerwärtig vorgekommen wie in den 20 Stunden die ich mit diesem Stück Dreck verbracht habe.

Wenn, wie Shigesato Itoi gesagt haben soll, Videospiele wie Prostituierte sind, ist Kingdom Hearts 2 das Paradebeispiel für seine These. Sich selbst für nichts, aber auch gar nichts zu billig, verdreht es die Augen, geht vor dem Spieler in die Knie und macht sich an die Arbeit, routiniert und professionell, ohne auch nur den leisesten Hauch von Liebe.

All das was sich der Unterhaltungsindustrie an Verkommenheit vorwerfen lässt, hat Square in diesem Titel konzentriert: Geldgeilheit, bekannte Lizenzen, Füllmaterial, künstlich gestreckte Spieldauer, absolutes Desinteresse an interessanten Inhalten, Sequels statt Innovation, Kitsch und Production Values statt Kunst, Halbherzigkeit statt Sorgfalt…

Die ganze Idee hinter der Serie stinkt, wie man sie auch dreht oder wendet, nach Cash-Cow. Von Anfang an stand das Geld das sich mit ihr verdienen lässt als oberstes Prinzip: Wiederverwertung bestehender Franchises auf möglichst kostenschonende Art und Weise, vermarktet an ahnungslose Disney-Fans und die Horden sabbernder Jünger die Square jedes Jahr ihre zahlreichen FFVII Remakes abkaufen.

Das Konzept: ein generischer Anime/JRPG-Held trägt eine ebenso generische Anime/JRPG-Story durch einen Haufen Disney-Welten, vollgestopft mit Disney-Charakteren. Damit man das als Spiel verkaufen kann, muss noch eine Form der Interaktion mit rein, ein bißchen herumlaufen, ein bißchen kämpfen

Nun sind dumme und/oder aufgewärmte Konzepte in der Branche ja nichts unübliches sondern eher die Regel, allerdings klappt es dann häufig, diesen Umstand durch halbwegs solide Umsetzung vergeben und vergessen zu machen. Nach reiflicher Überlegung ist man bei Squenix wohl zu der Ansicht gelangt, dass die Zielgruppe für Kingdom Hearts 2 von solider Umsetzung oder sonstigen Qualitätsmerkmalen im Angesicht spitzhaariger kleiner Jungen und sprechender Enten nichts hält und hat gar nicht erst den Versuch unternommen, in dieser Disziplin Punkte zu holen.

Der Mist, den uns Squenix hier auftischt, ist so form- und bedeutungslos wie es überhaupt nur geht, der Kern der Geschichte lässt sich in 3 Worten zusammenfassen: Junge sucht Mädchen. Wie macht man daraus jetzt ein ganzes Spiel? Man strickt eine abstruste Rahmenhandlung um eine mystieröse Organisation XIII mit allesamt schwarzgekutteten Mitgliedern drumherum und lässt den Spieler bis ca. eine halbe Stunde vor Schluss im Dunkeln darüber. Die Geschichte spielt glücklicherweise kaum eine Rolle im Spiel, spätestens nach zwei Levels wird klar, dass die Rahmenhandlung keinen Bezug zu dem hat, womit wir uns im Spielverlauf beschäftigen: Die Disney Welten. Ich habe eine ganze Weile gebraucht um überhaupt dahinterzukommen, was wir in Agrabah (Aladdin), im Beast Castle (The Beauty and ihr wisst schon) oder im Land der Drachen (Mulan) eigentlich treiben. All diese Welten sind vollkommen autonom, keine hat mit Organisation XIII und der Suche nach Kairi, Soras Freundin aus Kingdom Hearts 1, zu tun sondern jeweils eine ihr gänzlich eigene Story die, oft auf die Dialogzeile und Kameraeinstellung genau, dem jeweiligen Disney-Film entspricht. In Kingdom Hearts 2 Bizarro-Universum ist das vielversprechendste Verfahren zum Auffinden kleiner Mädchen mit großen Füßen nicht systematisches Vorgehen. sondern wahlloses Abklappern aus dem Vorgängerteil bekannter Locations. Zufällig ist dabei in jeder einzelnen gerade Holland in Not und da unser Trio (”Sora! Donald! Goofy!”) es offenbar nicht eilig hat, stehen wir jedesmal tatkräftig der jeweiligen Hauptfigur (in den genannten Beispielen Aladdin, das Biest und Mulan) zur Seite. Wieder und wieder, bis alle Welten abgeklappert sind und wir nach einem vermeintlichen Wendepunkt der Handlung, der Klärung verheißt und Verwirrung bringt jede Welt einfach nochmal besuchen dürfen.

Der Hohn schlägt dir mit der flachen Hand ins Gesicht: Du hast alle Welten geschafft? Well done, do over! In den wenigsten Lokalitäten eröffnen sich beim zweiten Besuch neue Bereiche, Recycling ist gut für die Umwelt, deswegen sieht man sich vor allem den gleichen Charakteren in der gleichen Umgebung gegenüber die einen schon beim letzten Mal so angeödet hat. Bis auf wenige Ausnahmen haben Squenix es geschafft, den Disney-Schöpfungen, das gilt für Levels und Figuren gleichermaßen, sämtliches Leben auszusaugen. Die Verpflichtung sämtlicher Original-Synchronsprecher vermag die hölzernen Dialoge nicht zu retten. Die Sprache entbehrt in Kingdom Hearts 2 jeder Dynamik indem jede Zeile einzeln gesprochen wird, Pausen dazwischen den Redefluss vernichten und das gesamte Spiel gleichmäßig nach Tonstudio klingt.

Derselben Klötzchenbauweise folgen die weitgehend linearen Levels, die dem Spieler das Gefühl geben durch potemkinsche Dörfer aus altenPappkarton zu laufen. Lieblos und leblos dienen die Abschnitte vor allem als Schauplätze für die zahllosen, fürchterlichen Kämpfe. Bei den vielen Rauch- und Magieeffekten zeigt sich, das Squenix absolut in der Lage ist atemberaubende Grafik zu produzieren, doch wo kein Wille, da auch kein Weg und so wirken viele der Level extrem trist und steril. Krasse Beispiele hierfür sind der Bazar von Agrabah oder das Dorf im Land der Drachen, beides große Areale mit Hütten, Verkaufsständen, und keiner Menschenseele weit und breit. Einzig A Nightmare before Christmas fängt erstaunlich authentisch die Atmosphäre des Films ein.

Dass die Kombination von Final Fantasy und Disney-Welten aus verschiedenen Filmen ein gewagtes Unterfangen ist, dem Squenix nicht gewachsen war merkt man daran, wie sehr Sora wie ein Fremdkörper in den besuchten Welten wirkt. Tetsuya Nomuras mieses Charakterdesign beisst sich mit den Disney-Figuren, in Kingdom Hearts 2 trieft der gleiche glubschäugige Animekitsch und die gleiche plumpe Freundschaft-Glaube-Abenteuer Moral wie in FFX, die Mimik von Sora ist genauso hölzern und zweidimensional wie die von Tidus. Die Final Fantasy Figuren aus VII und VIII mit ihren bestehenden Backgrounds stimmig ins Spiel einzufügen wäre vermutlich noch schwieriger gewesen als bei Sora, so wird der Versuch gar nicht erst unternommen. Stattdessen trifft man auf sämtliche Square-Helden fast ausschließlich in einer der drei Nicht-Disney Welten, lediglich lose als Cameos in die Rahmenhandlung gepresst. Dort erfüllen sie keinerlei wichtige Funktionen, sondern dienen offensichtlich und ausschließlich dem Ködern der Final Fantasy Fans.

Kingdom Hearts 2 gelingt es nicht in der Rahmenhandlung oder einzelnen Szenen, auch nur einen Hauch von Spannung aufzubauen, die Dramatik des Spiels dümpel stets müde vor sich hin. Das liegt zum Teil an den mies aufgenommenen Dialogen, zum Teil an der konfusen Story, am völligen Scheitern der nötigen cinematographischen Techniken, an langweiligen Einstellungen und monotonen Schnitten aber vor allem am Fehlen eines Soundtracks: 90% aller Szenen, egal welchen Inhalts, ob “spannend”, “romantisch” oder “traurig” werden entweder von gar keiner Musik begleitet, oder lediglich von dem gleichen nervtötenden Sample das im Hintergrund der Levels plätschert während man von Abschnitt zu Abschnitt rennt. Ein Gutes hat das Ganze: KH2 lässt sich hervorragend ohne Ton, stattdessen mit einer netten CD im Hintergrund spielen.

Die beschriebenen Schwächen lassen sich vor allem der Präsentation zurechnen und wären vielleicht noch zu verschmerzen, wenn das eigentliche Spiel hinter all dem irgendwelche Substanz hätte.

Weit gefehlt.

Wie der Mensch aus Wasser, besteht Kingdom Hearts 2 zu gefühlten 80% aus Cutscenes. Die verbleibenden 20% Interaktion beschränken sich auf das Kampfsystem, den Charakterbildschirm und das ein oder andere Adventure-Element.

“Adventure-Element” meint hierbei ein zu erfüllendes Ziel das aus mehr besteht als von A nach B zu laufen und dabei Gegner zu verdreschen. Der Anteil dieser Elemente am Spiel ist verschwindend gering und konzentriert sich vor allem auf die Welten von Arielle und Winnie the Poo, Atlantis und 100 Acre Wood, die ausschließlich als Container für eine Reihe von Minigames dienen. Zu Beginn habe ich die grausamen Singspielchen in Atlantis und die lächerlich einfachen “Sammel soviele Honigtöpfchen ein wie möglich”-Aufgabe gehasst, aber je nerviger die Kämpfe im Spiel wurden, desto willkommen ist die Abwechslung die sich hier bietet. Die weiteren Aufgaben im Spiel bestehen aus nicht mehr als dem Einsammeln einer Handvoll Gegenstände, dem Abklappern bestimmter Checkpoints oder dem Überqueren eines Bildschirms. Das Highlight war ein “Rätsel” der Schwierigkeitsstufe “Wem gehören meine Socken?” dessen Antwort keine 5 Sekunden vorher nochmal rot unterlegt wiederholt wurde. Das klingt schlimm, aber selbst solche Scherze kamen mir gegen Ende sehr entgegen um mich von den Strapazen der zahlreichen Kämpfe zu erholen bei denen zartbesaiteten Gemütern schonmal schwindlig werden kann.

Squenix haben es geschafft, das Kampfsystem soweit zu vermurksen, dass das Geschehen auf dem Schirm fast nichts mehr mit deinen Eingaben zu tun hat. Diese Katastrophe in Aktion zu erleben ist wirklich beindruckend, Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll.

Die Grafik allein macht jede Koordination die über eine grobe Richtungsangabe hinausgeht unmöglich. Jeder Schwerthieb, jeder Schritt und jeder Treffer werden von einem Feuerwerk an Sternchen, Strahlen, Explosionen, Blitzen, Herzchen, Kondensstreifen und anderem Schnickschnack begleitet, während die Kamera sich einen Dogfight mit dem Getümmel auf dem Spielfeld leistet. Zum Glück ist viel Koordination aber gar nicht vonnöten denn ein Angriff läuft in etwa so ab: Ein Druck auf X startet die Attacke auf den nächsten Gegner der sich vor dir in Reichweite befindet. Diese Reichweite beträgt später im Spiel ungefähr 15 Meter, was jegliche manuelle Bewegung überflüssig macht. Trifft der Schlag, läuft eine Kombo ab, bei der der X Button dem Spiel mitteilt, dass man gerne weitermachen würde, das Timing spielt dabei keine Rolle. Du drückst einfach solange auf den Knopf bis der der Gegner sich in Luft auflöst.

Leichte Variation erfährt dieses Schema durch die Abilities die Sora im Verlauf der Spiels erlernt. Der Effekt der meisten dieser Fähigkeiten ist ziemlich undurchsichtig, aber du hast eigentlich immer genug AP um einfach alle zu aktivieren. Dabei merkt man, dass die Kombos etwas länger werden und der Schaden offenbar zunimmt, auch wenn die konkreten Zusammenhänge im Dunkeln bleiben. Der Ablauf eines Schlagabtausches folgt keinen erkennbaren Regeln. Klar, Kombo ist Kombo, aber unter welchen Umständen der Gegner getroffen werden kann, welche Kriterien erfüllt sein müssen damit ein feindlicher Angriff geblockt wird, bleibt unklar. Vielleicht sind solche Fragen aber auch einfach zu theoretisch, wenn ich mich recht entsinne musste ich in Kingdom Hearts 2 niemals blocken. Höchst selten kamen auch die Drive-Forms oder Reaction Command zum Einsatz, bei denen Sora mit Donald, Goofy oder beiden verschmilzt und dadurch zusätzliche Fähigkeiten gewinnt. Von den vier Beschwörungen haben ich in der Hektik ein einziges Mal aus Versehen Aladdins Djinni gerufen, musste ihn aber unverrichteter Dinge wieder ziehen lassen. Weder war seine Anwesenheit gerade erforderlich, noch war sein Auftreten in visueller Hinsicht vielversprechend. Ähnlich nutzlos ist die Magie die Sora zur Verfügung steht, einzig der Heilzauber kommt regelmäßig zum Einsatz, wenn Donalds KI trotz eingestellter Priorität auf Heilung keine Anstalten macht, Sora in kritischen Momenten beizustehen. Stattdessen neigt er dazu, erst genau dann seine letzten MP zu verschwenden, wenn du gerade selbst deinen Weg durch das Menü zum Heal-Spruch gefunden hast.

Drive-Forms, Summons, Magie sind in den hektischen und unübersichtlichen Kämpfen dummerweise nur über eben dieses fummelige Menü zugänglich. Der Aufwand sich dort durchzuklicken lohnt sich kaum, verglichen mit dem Schaden den Sora durch einfache physische Angriffe verursacht. Dass das hirnlose Getrigger bei dem Kanonenfutter das anfangs zu unseren Füssen kreucht und fleucht funktioniert ist ja vielleicht zu erwarten, dass aber bis zur 18. Spielstunde selbst Bosse dieser Taktik nichts entgegenzusetzen haben ist echt ein Scherz. Wieder gilt: Es könnte schlimmer sein, wenn alle Bosse so abgehen würden wie die letzen. Plötzlich steht man einfach Gegnern gegenüber, deren Waffenradius sich über die komplette Karte erstreckt, die einen ständig mit unblockbaren Attacken umwerfen, sich schneller wegbeamen als die Kamera hinterherkommt oder ähnliche Scherze treiben. Hier fing ich dann an, Heiltränke zu benutzen oder zu gucken was es überhaupt neben den Waffen noch für Ausrüstungsgegenstände gibt. Nach 18 Stunden im Spiel sah ich mich das erste Mal bemüßigt, meinem Equipment etwas Beachtung zu schenken. Mit etwas Geduld und ein paar Versuchen ist der Bossmarathon vor Schluss dann zwar zu schaffen, aber die Kämpfe bleiben stets unglaublich unfair und frustig.

Was gäbe ich dafür, Tetsuya Nomura tief in die Augen blicken zu können. Ganz unter uns, würde ich ihn fragen, wie er nach Kingdom Hearts 2 nachts ruhig schlafen kann. Wie er diese Dreistigkeit rechtfertigen will und ob ihm Würde noch irgend etwas bedeutet. Den meisten der zahlreichen Mistspiele da draussen kann man ihre Fehler nachsehen weil sie auf mangelndes Können oder schlechten Geschmack zurückzuführen sind. Kingdom Hearts 2 ist, mehr noch als sein Vorgänger, das Resultat niederer Beweggründe.

Die zweite Hälfte des Spiels war Arbeit für mich, kein Vergnügen. Zusammen mit shad habe ich aus glasigen Augen den Bildschirm angestarrt, wie paralysiert, nicht einmal in der Lage mich angemessen aufzuregen. Mit Kopfschmerzen bin ich anschließend ins Bett gegangen und habe mich leise in den Schlaf geweint.

Warum zur Hölle hab ich mir das angetan? Der Anreiz Kingdom Hearts 2 überhaupt erst in die Finger zu nehmen war für mich ein wenig wohlwollender Thread bei Insertcredit, grausame Schilderungen eines Freundes und schließlich das bei MarcTV gepostete Introvideo (nix für ungut Marc :). Nach all dem konnte ich kaum fassen das so ein Spiel tatsächlich existieren sollte und ehe ich mich versah, war es zu spät um aufzuhören. Kingdom Hearts 2 und dieses Review haben mich zum Nachdenken gebracht, über die Zukunft der Spiele und über die Zukunft von kackreiz.net. Bei diesem Thema auf dem Laufenden zu bleiben erfordert viel Aufmerksamkeit, darüber zu bloggen verlangt Zeit die ich nicht habe. Meine Reviews verfasse ich vor allem aus Spaß am Schreiben, aber Kingdom Hearts 2 hatte mit Spaß nicht viel zu tun. Dass die Tage in denen ich die Spiele nur ihrer selbst willen gespielt habe vorbei sind ist klar, diesen kritischen Blick wird man nicht mehr los, aber wenn ich keinen Mittelweg finde wird mir dieses Hobby wahrscheinlich bald zum Hals heraushängen. Zum Glück kommen auf 10 Kingdom Hearts immernoch 1 Shadow of the Colossus oder Outrun 2. Beide haben mich in den letzten Tagen beschäftigt und mir die Hoffnung zurückgegeben, dass in dieser Branche doch nicht alles verloren ist. In Zukunft werde ich um schlechte Spiele einfach einen großen Bogen machen, dafür ist meine freie Zeit zu kostbar geworden.

36 Kommentare zu 'Review: Kingdom Hearts 2'

Marco

Heftig…

KH2 ist meiner Meinung nach eines der besten RPGs dieser Konsolengeneration - und ich mag auch Shadow Hearts Covenant und Xenosaga und natürlich vor allem FFX.

Aber vielleicht magst Du einfach keine gute Story, gutes Charakters-Design und lineare Stories. Ich hatte selten so viel Spaß mit einem Spiel wie Kingdom Hearts 2

Du siehst KH2 viel zu viel als Spiel. Es ist finde ich eher wie eine Reise durch eine Geschichte.

Schettler

Gerade wenn man dieses Spiel wegen der Geschichte spielt wird man doch nur an der Nase rumgeführt.
Wenn ich das richtig sehe dann wurden die groben Eckpunkte einfach aus KH1 übernommen nur das die “Herzlosen” jetzt “Namenlose” sind. Man reist immer noch durch 3 Räume große Disney-Welten und sucht seine Freunde von der Insel.
Der Rest um die mysteriöse “Organisation XIII” stellt sich doch mehr und mehr als inhaltsleer heraus.
Man hat den Eindruck den Verfassern der Story wäre am Morgen nach einem enormen Saufgelage eingefallen, dass die Story und alle Dialoge von KH 2 in einer Stunde fertig sein müssen und dann haben sie sich, total verkatert, ans Werk gemacht.
An FFX ist ein gutes Spiel verloren gegangen aber KH2 ist wirklich sehenswert schlecht.

Wenn du, Marc, aber von gutem Charakter-Design und einer guten Story sprichst wüsste ich wirklich gerne was genau du meinst. Es ist mir schleierhaft.

shad

Was soll ich den sagen, ich hatte das zweifelhafte Vergnuegen KH2, nachdem ich das hier schon durch hatte, nochmal fast komplett mit dir durchzuspielen.

Aber zur Verteidigung von KH2 muss ich sagen, dass ich die anderen beiden KH Spiele nicht gespielt habe, dann allerdings hat das wenig mit einer Reise durch eine Geschichte zu tun, sondern eher was mit ‘nem David Lynch Potpourri. Die Story ist bestenfalls wirr.

Das Kampfsystem ist aber wirklich ziemlicher Quatsch. Laut Statistik am Ende hab’ ich 1x Summon benutzt, ebenfalls aus Versehen und meine ‘most used Form’ war 2x. Tut auch ueberhaupt nicht Not, denn das Spiel ist auf ‘Normal’ so einfach, dass man das bequem mit einer Hand spielen koennte. 30h X und Viereck smashen… Wenn ich mich recht entsinne bin ich 2 oder 3x gestorben, jedenfalls so selten, dass ich mir vom Jan zeigen lassen musste, dass King Mickey kommt wenn man stirbt.

Jan

Das Video mit dem One-Handed-Gameplay lad ich nachher hoch

Zu Schettler

Es gibt leute, die dieses spiel nicht mögen, dass ist klar.
Aber wenn man was kritisieren will, dann sollte man es richtig machen.

Diese wie du so schön gesagt hast “Namenlose” nennen sich “Niemande”.
Irgendwo muss dich dieses Spiel doch interessieren, denn sonst hättest du gar nicht hier reingeschaut. Und dann auch noch sich so negatiev zu outen ist ja wohl das allerletzte. Hmmm wie heisst es so schön in einem Disney Film : “Wenn man nicht nettes zu sagen hat, dann sollte man es lassen.” Und genau das trifft bei deinem Eintrag zu.

Mit Grüßen, Marius

Angespornt durch diesen Artikel hier, bin ich mal zu YouTube rübergedackelt und hab mal nach dem Tron-Level gesucht:
http://www.youtube.com/watch?v=YQHGIdHCjm4
http://www.youtube.com/watch?v=tYNKR4OB6Gw
http://www.youtube.com/watch?v=f14Gq_Ga_vk
http://www.youtube.com/watch?v=4fN-p15KKkw
Mein Gott, sie haben Tron vergewaltigt! Lieber noch schnell ‘ne Runde “Tron 2.0″, bevor ich noch anfange zu weinen.

WTF

“Wenn man nicht nettes zu sagen hat, dann sollte man es lassen.”

Ich habe selten so etwas dämliches, nein das reicht nicht, so etwas sinnentleertes, menschenverachtendes und abgrundtief böses gehört.
“Ich finde die Massenvernichtung der Juden nicht ‘gut’, aber weils nicht nett wäre sowas zu sagen halte ich lieber meine Klappe…”
Was soll das? Wem bringt das etwas? Kannst du nicht denken?

Aber wenn man was kritisieren will, dann sollte man es richtig machen.

Ja, ich würde sagen der Weg sollte folgender sein:
Das Spiel spielen oder zugucken wie es jemand spielt, Vergleichsmöglichkeiten haben und sich eine Meinung aufgrund von Erfahrung bilden. Alles trifft auf den Verfasser des Artikels und auch den Schettler zu.

Wenn sich jemand fragt wo das Interesse eines leidenschaftlichen Videospielers für KH2 herkommt, dann muss das nicht unbedingt etwas mit dem Spiel an sich, sondern vielleicht auch mit Videospielen im Allgemeinen zu tun haben.

Kind fang an zu denken!

4lmagest

Hab gerade heute nochmal KH1 gezockt.
Werd mir spätestens nach diesem Artikel kein KH2 zulegen.
DENN
Im ersten Teil gibt es:
-eine Story(auch wenn die Welten etwas wirr zusammen gemischt wurden)
-vernünftige Gegner/schwierigkeitsmodus(auch wenn die normalen Kämpfe spätestens mit lvl. 70 zu leicht werden)

Bereits seit dem 2. Teil(GB) hatte ich Angst, dass die Fortsetzung mies wird.
Ich meine schon diese ominöse Organisation in Schwarz(wtf. Neo?), mit Mitgliedern ohne jeglichen Charakter noch Vergangenheit, zusammenhangslos künstlich implantiert.
Und dann wurde auch noch das an sich leichte, aber lustige Kampfsystem mit sinnfreien Features(siehe Jans Artikel) zugemüllt.
Nach all der Info die ich über KH2 gesehen hab, ist es aus einem netten Square-Disneymärchen ein “Donald meets the Matrix”-Spiel geworden, seelenlos und blass wie die zombies in the “dawn of the dead”.

@ WTF

Tut mir leid, aber was meinst du mit denken?

Wer doof fragt, kriegt auch ‘ne doofe Antwort:
“Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer aktiven inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen suchen.” (Aus der voll doofen Wikipedia)

Jan

@4Imagest:
Gute Entscheidung. 80% des Inhalts aus KH2 wurde einfach von KH1 übernommen.
Und statt mit Dawn of the Dead würd ich KH2 eher mit Land of the Dead vergleichen, die Qualität der Story ist ähnlich.

Wer Kingdom Hearts 2 nicht spielt nachdem er KH 1 gespielt hat, verpasst den besseren Teil der Serie. Ich meine nur weil Jan das Spiel nicht mag… Auf der anderen Seite loben alle Magazine (ob offline oder online) das Spiel in den Himmel. Das hat seinen Grund. Es ist ganz klar eines der besten RPGs auf der PS2. Aber Jan mag ja auch kein FFX… Was mir auch absolut schleierhaft ist.

Kuhnen

Warum schleierhaft? Ich verstehe es nicht warum seine ganzen Argumente so vielen Leuten nicht zugänglich sind.
“Auf der anderen Seite loben alle Magazine (ob offline oder online) das Spiel in den Himmel. Das hat seinen Grund. Es ist ganz klar eines der besten RPGs auf der PS2.” Vielleicht belegst du deine Behauptungen mit Quellen und untermauerst sie mit Argumenten. Dann könnte man evtl. viel besser nachvollziehen was du meinst und was dich dazu veranlasst KH2 als eines der besten RPGs auf der PS2 zu bezeichnen. Also warum ist KH2 eines der besten RPGs für die PS2? Was verstehst du unter gutem Charakterdesign, guter Story und warum stehst du auf lineare Storys?

Mein Bericht zu Kingdom Hearts 2 von vor einem halben Jahr.

Warum ich auf lineare Stories stehe? Warum mögen andere Leute keinen Spinat!

Kuhnen, geh doch einfach mal bei Marc vorbei, der wohnt nämlich auch in Bielefeld.
Dann könnt ihr ja mal ne Runde KH2 zocken und du kannst dich davon überzeugen dass es noch schwachsinniger ist sich im Real Life über ein Rollenspiel zu streiten als es im Internet zu tun.
Ich mag Spinat und finde Rollenspiele generell Langweilig, von daher wünsche ich euch allen noch viel Spaß…

YEAH, endlich wieder Fahrenheit Niveau hier. Hehe :D
Aber wie konntest du das bis zum Ende spielen? Das ist ja wie bei den Leute die auf Alkohol kotzen und dann weitersaufen ;P

Jan

Wie gesagt, ich hatte seelischen Beistand.
Aber sowas tu ich mich echt nicht nochmal an.

4lmagest

Meiner Meinung nach tut Square(Enix!) immer öfters dieselben Fehler.
Hat mal was gut funktioniert, ist es gut angekommen, wird es in einem “obligatorischen” nächsten Teil(FFX bräuchte an sich kein Sequel) durch neueste Marktforschung hübsch neu verpackt.
Damit wird quasi der Körper eines älteren Teils übernommen, aber nicht der Geist. Oft werden viele Konzepte auch unnötig weiterentwickelt, wie zum Beispiel das sinnfreie Hüpfen von Yuna in der Umgebung von FFX-2.
Auch das unnötige überstylen sofern man das so schreibt, wird immer mehr zu einer Krankheit. Schöne Sequenzen, Charakterdesign und visuelle Effekte(Flare, Blend usw) sollten meiner Meinung dezent eingesetzt werden um das unreale und zauberhafte eines Spiels vorzuheben; in FFXII(und so wie es aussieht in FFXIII) werden diese Elemente geradezu vergewaltigt. Wer sich die neuesten Bestia Overkills auf YouTube angeschaut hat wird mich vielleicht verstehen. Das ist einfach zu übertrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=aMVnUMgQod4
http://www.youtube.com/watch?v=pySXfT4lpGo&mode=related&search=
http://www.youtube.com/watch?v=9gCXQnXbVMM&mode=related&search=

Man denke nur an den Laserstrahl von Valfaris, der im Vergleich dazu wie ein Laserpointer wirkt. Und man müsste annehmen, da ja dieser Overkill nahezu die Erde vernichtet, müsste es den Morbol locker pulverisieren, falsch gedacht.
Und wer die Trailer von FFXIII gesehen hat, muss noch einmal mit Schrecken feststellen, dass sich Dante aus Devil May Cry(Capcom) nach FFX-2 sich wiedermal einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat.

Aber ein treuer Squarespieler, der ich nun von nicht allzulanger Zeit geworden bin, kann garnicht anders als auch diese Mix-Remixspiele zu kaufen(1. uh das ist ja von Square, könnte ja Sephiroth als Boss vorkommen) und 2. weil Square wieder mal den ersten Teil unvollendet lässt so dass ich keine andere Wahl habe als dieses Spiel zu spielen um so das Ende zu erfahren.

Wie? Kuhnen kommt aus Bielefeld? Uni? FH?

4lmagest

Ach ja zu Jan´s Bemerkung:
“Einzig A Nightmare before Christmas fängt erstaunlich authentisch die Atmosphäre des Films ein.”
Dies bestätigt nur noch meine Theorie des Recyclings:
http://buenavistagames.go.com/product/nightmarePS2.html

sieht euch die Screenshots genauer an:
nicht nur das die Charaktere exakt genau wie in KH aussehen, sogar die Halloween-Stadt ist nahezu komplett übernommen.

Kuhnen

Jo, studiere Soziologie an der Uni.

Ok, das ist doch schon mal besser - Argumente! Ich selbst kenne KH2 ja gar nicht und kann mich halt über Posts aufregen wie “Ich kann dich nicht verstehen, ich finde das Spiel gut”. Die Frage lautet halt “warum?” Ich z.B. mag lineare Storys in bei RPGs nicht, weil ich sie meist schon nach dem ersten Kapitel bis zum Ende vorraussagen kann und mir dabei die Spannung fehlt. Ich mag es halt von Wendungen überrascht zu werden, wenn z.B. der alte Freund des Helden der wahre Bösewicht ist oder sowas…
Lineare Storys alleine halten mich nicht vor dem Fernseher, wenn nicht ein anderer Aspekt des Spiels viel Freude bereitet. Anders sieht es bei mir bei Paper-RPGs aus, wo ich lineare Geschichten sehr mag, aber das ist eine andere Sache…

Wenn ich mir Jans Artikel durchlese, dann kann ich mir vorstellen warum er das Spiel anscheinend verachtet. Widersprüchlich wird es dann wenn du in deinem Artikel schreibst dass dir die Musik so sehr gefallen hat, während Jan schreibt, dass diese quasi nicht vorhanden ist…

Die Musik nicht vorhanden?! Der Soundtrack geht über 2 CDs! Und wenn Du eine intelligente Story suchst, dann ist doch FFX, KH und KH2 genau das Richtige für Dich.

Diki

Die Tatsache, dass der Soundtrack 2 CDs umfasst, sagt ja noch nichts über die Qualität der Musik aus (genausowenig wie 8Gb Texturdaten ein Garant für gutaussehende Grafik sind). Wie Jan schon geschrieben hat, besteht die Musik im eigentlichen Spiel aus nervigen Halbminutenloops, in den In-Game-Cutscenes bestenfalls aus Stille und innerhalb der vorgerenderten Szenen aus orchestralem Overload.

Ich würde gerne erfahren, was Du an der Story intelligent findest. Dein Bericht wird in diesem Punkt nicht konkret, aber an dieser Stelle müssen wir ja keine Rücksicht mehr auf Spoiler nehmen.

Kuhnen

Hmm, dann driften unsere Vorstellungen von intelligenter Story ziemlich auseinander. FFX würde ich von der Story her mit gutem Willen eher in die unterste Mittelklasse setzen. Nichts besonderes, kaum Spannung, alles schon gewesen…
Ich kann immer wieder nur betonen wie gut FF-Tactics in allen Belangen ist. Ein Spiel, bei dem mir Story, Kampfsystem, Charaktere und Grafik so gefällt, dass ich mir es mehrere hundert Stunden antun kann. Bei der Grafik kann man sich natürlich streiten, aber wenn man ein Fable für diese netten Figürchen hat, kann man schon darüber hinweg sehen. Naja, wenn man FF-X gespielt hat musste man ja auch über so einiges hinwegsehen bis das Spiel wirklich beginnt. Bei FF-Tactics ist immer alles super - von der ersten Minute bis zum Abspann nach vielen Stunden.

Matthias

Jan: “sowas tu ich mich echt nicht nochmal an”
Ach Jan, ich fänds schade wenn Du aufhören würdest, auch schlechte bis beschissene Spiele zu spielen. Ich kenne kaum einen, nein eigentlich gar keinen, der so wunderschöne Verisse schreiben kann wie Du. Deine Argumentation ist mir stehts einläuchtend, Dein Stil immer gediegen und von feinstem Humor durchwachsen. Deine Seite ist für mich einer der letzten mir verbleibenden Gründe, mich überhaupt noch mit Viedeospielen auseinanderzusetzten und, das sage ich ohne Untertreibung, ein wahrer Hafen der Hoffnung, was Viedeospiel-Kultur angeht. Ich denke, dass es wichtig ist, dass Du Deine Rewvies nicht nur auf tolle Spiele beschränkst, weil gerade Dein kritischer Blick auf die ganzen Kommerz-Fäkalien einem immer wieder das Auge schärft für das, was Viedospiele eigentlich sein sollten und was nicht.

P.S. Kofft euch keinen I-Mac, die Tastatur ist total beschissen und verschluckt, die ganze Zeit Eingaben

P.P.S. An alle dies interessiert: Lissabon ist toll - Sprache macht ein wenig Probleme - Das Dope hier ist unter aller Sau (hab deshalb erst mal aufgehört) - viele schöne Fruen (das ist genau das, was ich bei P.S. meinte) - Grüße alle die usw……

Chantor

Sy spielt das Spiel doch nicht wenn ihr es nicht mögt und kritisiert doch lieber Games wie z.b. Manhunt von Rockstar… Lieber sehe ich Disney und FF Figuren über den Bildschirm hüpfen anstatt Snuff Videos (oder es extrem in die richtung geht) zu sehen sind!

Burgernator

/signed ;-)

@Chantor: Ja wenn aber die hüpfenden Disney und FF Figuren scheiße sind, dürfen sie auch kritisiert werden. Schließlich werden die ganz und gar nicht mit Manhut verglichen. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Vanessa

Mir gefält KH2 ich bin noch nicht durch, aber alleine das video am Anfang des Spiels hat mich fasziniert. Es gibt leider Menschen wie dich die einfach nicht wissen was gut ist und du gehörst eindeutig dazu!

Jan

Ich weiss gar nicht was ich sagen soll.
Mit so paradoxen Statements schiesst ihr Honks euch ständig selbst ins Knie.

Extreme Radler

Jo KH 2 ist eins meiner besten Sppiele, schön, es ist kitchig, mich fastziniert einfach die Geschichte und die einvernähung der vielen Figuren!

Jan

Leute ihr seid echt zu geil
Schluss mit dem Scheiss jetzt.

Ab jetzt werden alle Kommentare gelöscht die der Diskussion nicht dienlich sind.

4lmagest

Jeder kann schreiben, dass Jan keine Ahnung hat und dass man es selber besser weiss, nur hat in diesem Fall keiner etwas davon.
Wenn man nicht weiss, was man an einem Spiel gut findet, muss man sich fragen, ob es denn wirklich so gut ist.
Vielleicht haben die meisten auch vergessen, was es heisst Argumente an den Tag zu bringen.

Jan

Danke für deine Bemühungen, aber gegen diese Idiotenmeute anzureden ist zwecklos, dafür sind es einfach zuviele.
Ich setze dem jetzt ein Ende.