Oh David

Ich raff es nicht. Der Kerl hat die richtigen Ansätze und sagt Dinge wie das unten zitierte, aber versteht dann unter worlds, stories, characters and gameplay that will fascinate and immerse from the first minute to the last so einen Müll wie Heavy Rain.

Speaking to Eurogamer, the Heavy Rain creator said “the controller is just a means” and that the content must do the talking – presumably in a silky French accent.

“For me, the main challenges are in the content; how we can get rid of gameplay loops and invent new ways of playing; how we can bring more complex emotions in our experiences; how we can invent worlds, stories, characters and gameplay that will fascinate and immerse from the first minute to the last,” Cage shared.

(via Eurogamer)

12 Kommentare zu 'Oh David'

Wieso Müll? Ganz ehrlich, Heavy Rain mag als klassisches Videospiel nicht so toll sein, aber als eines unter wenigen hat es dafür gesorgt, dass ich mich für die Charaktere interessiere – UND dass meine Frau, die sonst nur an zwei Videospielen interessiert ist (Mr. Driller und Bookworm) sich kaum vom Fernseher wegbewegen wollte und sogar lernte mit dem PS3 Controller umzugehen, obwohl sie sonst nach fünf Minuten ein “Das sind zu viele Knöpfe, das ist mir zu kompliziert” von sich gibt.

IRGENDWAS haben sie also auf jeden Fall richtig gemacht.

Jan

Wieso Müll? Ganz einfach: Weil die Story idiotisch und die Steuerung vermurkst war, die Erzählung sich ständig haarsträubender Abkürzungen, Auslassungen und ähnlicher unlauterer Mittel bedient hat. Weil Heavy Rain weder ein guter Film noch ein gutes Spiel ist.

Die Maßstäbe die man an ein Videospiele anlegt richten sich sicher nach der persönlichen Erfahrung. Daher gehe ich mit solchen Schlampereien sicher kritischer um als jemand den Games sonst kaum interessieren.

Etwas haben sie richtig gemacht: Ja, sie haben kosmetisch die Neurosen der Spieler bedient: Sich einzureden, dass Heavy Rain ein Spiel wäre.

Im Spielerhirn passiert folgendes: Ich drücke wo drauf, im Spiel ist optisch simuliert, wie jemand etwas in lebensnahen Animationen macht. Das ist ja fantastisch! War ich das?! Ja, das war ich! Wie echt!

Ähnlich wie man bei LOST, CSI oder 24 das Gefühl hat, eine Serie zu sehen, weil alles vorgegaukelt wird: Dramaturgie und Handlung. Durch Wendungen, plötzliche Breaks.

Das hat Heavy Rain mit diesen Serien gemeinsam: Eine Leiche wird immer wieder zum Leben erweckt, aber nur scheinbar. Sie sind die Zukunft, aber eine sehr sehr graue.

Kosmetik (Grafik, Technik) überwiegt.

Des Königs neue Kleider.

Mikkai

Darum können auch wenige mit Kritik an diesen Spielen (Serien) umgehen.
Weil ihr Neurose durch die Licht gezerrt wird.
Auch wenn sie schlecht formuliert wäre.
Das muss um jeden Preis verhindert werden.

Mikkai

Glayd

@Jan & Mikkai
Was ist denn für euch ein gutes Spiel bzw. ein guter Film?
Eure Kritik an Heavy Rain kann ich nachvollziehen. Die Intensität der Kritik aber nicht.
Wo liegen denn eure Maßstäbe? Was müsste ein Heavy Rain richtig machen?
Nur die Kosmetik zu verdammen, ist doch recht einfach. Wie würde eure Lösung aussehen?

Glayd

Jan

Welche Spiele ich mag sollte sich dir nach Stöbern im Archiv eigentlich erschließen. Zu meinen All-time favourites gehören z.B. Ninja Gaiden, Diablo II, Deus Ex, Shadow of the Colossus.

Meine Kritik an Davig Cage ist deshalb so intensiv, weil David Cage an sich selbst enorm hohe Ansprüche stellt und regelmäßig daran scheitert. Wie ich in meinem letzten Beitrag zum Thema dargelegt habe, glaube ich auch nicht dass man Heavy Rain richtig machen kann. Diese Art von “Spiel” ist grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.

Lies nochmal den Artikel, ich verdamme nicht die Kosmetik sondern die Substanz.

Da der Patient mit dem Namen “Videospiel” im Sterben liegt, ist eine Lösung die aktive Sterbehilfe, an der momentan Entwickler, Hersteller und Konsumenten mitwirken.
Heavy Rain ist nicht der Schritt in die Zukunft der Videossiel, sondern der Sprung in die Vergangenheit, da es eher einem interactive movie entspricht, denn einem interactive game.
Und nur die Kosmetik zu verdammen, verehrter Glayd, ist kein “nur”, denn dies zu erkennen, schaffen nicht viele.
Vielmehr gleich deine Kritik an der meinem, der unbewussten Bewegung eines Schlafenden, der einen Alptraum zu verscheuchen sucht.

Mikkai

Glayd

@Jan
Sorry. Bin heute das erste Mal über den Blog gestolpert und habe in noch nicht von vorne bis hinten durchgepflügt.
Aber in ner ruhigen Minute werde ich das mal machen. Das wird sich mir wohl mehr erschließen. ;)

@Mikkai
No offense. War nicht als destruktive Kritik sondern als Feststellung gedacht.
Ich dagegen sehe die Entwicklung nicht als Alptraum. Demnach zucke ich nicht mal um ihn zu verscheuchen. Ich übergebe mich auch nicht wie du, der diese Entwicklung scheinbar als Vergiftung wahrnimmt und sich dagegen nochmal verkrampft aufbäumt. Aber dies nur um bei deiner blumigen Bildersprache zu bleiben.
Dass das Spiel keinen Mehrwert für die Videospielwelt besitzt, kann sein. Ansichtssache. Im Kern stecken einige gute Dinge, die einfach öfters schlecht umgesetzt sind. Wenn dadurch einige fähige Leute beeinflusst werden und sich durch den Erfolg von Heavy Rain ein paar Geldgeber finden und dann ein stimmiges Spiel rauskommt… why not?!?

Wenn ich deine zwei Kommentare hier lese, dann bekomme ich das (unvollständige) Bild, dass du irgendeinen persönlichen Draht zu dem Thema hast und dir dieses Thema um einiges mehr am Herzen liegt als mir.
Ich bin einfach nur leidenschaftlicher Zocker (soweit es die Arbeit und Studium zulässt).

Ob die Spiele nun einen Sprung in die Vergangenheit oder in die Zukunft machen… Tja. Was willst du dagegen machen? Selber programmieren. Sonst fällt mir nichts ein. Ich hab mich damit abgefunden, dass es genug Entwicklungen in dieser Sparte gibt, welche ich nicht gutheiße.
Dann greife ich die paar Spieleperlen ab (z.B. Limbo, Flower, Sotc,…) und die Gurken werden einfach nicht gekauft.

Wenn du es “nur” auf die Kosmetik schiebst, dann empfinde ich das nicht als besondere Leistung, sondern als Standardaussage.
Spiele mit “nur” guter Kosmetik haben eine sehr, sehr kurze Halbwertszeit. Ein Spiel, welches neben guter Kosmetik auch noch Substanz besitzt, währt Ewigkeiten. Da hätten wir z.B. ein Grim Fandango.
Allerdings schließen sich diese zwei Aspekte nicht grundsätzlich aus. Sie kommen einfach nur seltener in natürlicher Kombination vor. ;)

Just my two cents.

Glayd

PS: Nichts hiervon ist persönlich beleidigend gemeint. Sowas passiert bei solchen Diskussionen im Internet nämlich leider zu schnell und zu oft.

Ich schätze unsere Diskussion. Heavy Rain gibt vor, ein Spiel zu sein, ist aber Simulation eines Spiels. Platt, linear trifft es da eher.
Da wiederhole ich mich gerne.

Die Linearität wird geschmückt mit Kosmetik, so dass ein Täuschungsmanöver entsteht, dass der Kosmetik wegen unbemerkt bleibt. Die Interaktionen sind erstaunlich gering.

Hier herrscht Ästhethik ohne Anspruch vor.
Heavy Rain liegt mir nicht am Herzen, aber mit simulierten Spielen rechne ich gerne hart ab, mit allem was mein Wortschatz hergibt.

Heavy Rain ist ein kurzer Platzregen mit der Eigenschaft sehr schnell zu vertrocknen. Eine Schande für die Spiele”welt”.

Mikkai

Glayd

Dito.

Glayd

JTR

Linearität ist besser als Openworld ohne Sinn. GTA 4 ist so etwas von schlecht, die Missionen laufen nach 90er Jahren Stil ab (Renne nach A töte B und komme zurück nach C). Da rege ich mich auf, aber nicht ab Heavy Rain das so vieles besser gemacht hat, als jedes Spiel zuvor. Bei mir hat es mehr Emotionen hervorgerufen als so manch mit goldenen Palmen geschmückter Film!

Krustentier7

ist der blog hier eigentlich noch… “intakt”?

@JTR: ich finde heavy rain auch fantastisch. es ist linear, aber genau das macht es so… fesselnd. wie du schon sagtest: ein GTA IV (ich finde es jetzt nicht schlecht, aber trotzdem passt das beispiel), dass einem alle erdenklichen freiheiten bietet (nicht in der geschichte, sondern im gameplay), reißt mich nicht ansatzweise so sehr mit wie heavy rain. die story mag ihre schwächen haben, aber verdammt: so lange sie mich nicht aus der immersion hinausreißen, kann ich über derartige… ich nenne es jetzt mal “nichtigkeiten” (natürlich kann man die logiklöcher krasser sehen als ich jetzt, keine frage) hinwegblicken.

und da scheine ich nicht der einzige zu sein.