Review: GT Legends
Auf GT Legends war ich nicht vorbereitet. Bis vor 3 Wochen hatte ich keine Ahnung, was da auf mich als Rennspielfan zugerollt kommt. Bis ich vor 3 Wochen die Demo installiert und probegespielt habe. Ich habe also nichtsahnend die Demo installiert und gestartet. Immerhin drei Wagen in der Demo zur Auswahl, dass kann sich schonmal sehen lassen. Dann sah ich aus einem schön modellierten Cockpit auf eine Boxengasse, und der Raum um mich herum wurde gefüllt mit dem Geblubber eines Corvette-V8 im Leerlauf, so echt, als stände der Wagen direkt neben mir. Kurzer Tritt aufs Gaspedal, und das Blubbern wurde zum Donnern und dann zum Kreischen, um dann mit einem Fehlzündungsknall wieder zum Leerlauf zurückzukehren. Aus der Boxengasse herausgerollt und beschleunigt, dann kam die erste Kurve, und natürlich den Bremspunkt verpasst. Irgendwie habe ich die Corvette dam äußersten Rand der Kurve doch noch zum Einlenken überreden können, und mit kreischenden Reifen und Rauch schlingerte ich über die virtuellen Bodenwellen. Ich war fasziniert. GT Legends hatte bei mir etwas geschafft, was ich lange nicht mehr erlebt habe, nämlich, mich von Anfang an davon zu überzeugen, dass ich dieses Spiel haben muss.
Jetzt, inzwischen im Besitz der Vollversion, kann ich sagen, dass es sich schon gelohnt hat. GT Legends ist eine Rennsimulation, die mich wirklich fasziniert, zum einen durch die Auswahl an legendären Touren- und Sportwagen der 60er und 70er Jahre, für die ich schon immer ein Faible hatte, und zum anderen, wie schon angesprochen, durch die wirklich erstklassige Soundkulisse. Jeder Wagen wird perfekt wiedergegeben, und mit etwas Erfahrung ist es sogar möglich, den Verfolger im Nacken am Geräusch zu erkennen. Die Wagen wurden auch in technischen Belangen realistisch umgesetzt, mit allen technischen Mangelhaftigkeiten damaliger Fahrzeuge, wie Starrachse statt Einzelradaufhängung oder Trommelbremse und 4-Gang Getriebe. Dementsprechend fahren sie sich auch, meist ist es besser, sie um die Kurve rutschen zu lassen statt wirklich herum zu fahren. Die Computergegner lassen sich in 5 Schwierigkeitsgeraden einstellen, im zweitschwersten sind sie mir durchaus ebenbürtig. Generell sind die Rennen immer eine sehr enge und knappe Angelegenheit. Schumachermäßig das Rennen von vorne dominieren klappt zumindest bei mir nie, schon allein, weil ich im Qualifying grundsätzlich versage. Rennen sind halt mehr mein Metier als Hotlaps. Die KI-Fahrer schrecken auch vor kleinen Rempeleien nicht zurück, zum Glück sind die Fahrzeuge doch alle recht stabil.
Die Grafik des Spiels ist (für mein Empfinden) dem momentanen Standard entsprechend, geht aber auch nicht wirklich darüber hinaus. Die Fahrzeuge sind zwar detailiert und wunderschön umgesetzt, aber die Umgebung kann dabei nicht mithalten. DIe Asphalttexturen sind allerdings sehr gut, meist kann man die Ideallinie allein am unterschiedlichen Verdreckungsgrad des Asphalts erkennen.
Die größte Schwäche von GT Legends ist der PC-Standardvorwurf, nämlich dass die Hardwareanforderung wirklich hoch sind, und man nicht das Gefühl hat, dabei wenigstens durch atemberaubende Grafik belohnt zu werden. Auch gelegentliche Ruckler durch im Hintergrund laufende Aktivitäten von Programmen wie ICQ sind ziemlich nervig bei einem Spiel, bei dem es auf perfekte Reaktionen ankommt. Außerdem empfinde ich die Computergegner als viel zu gut im Qualifying, im Schnitt fahren sie dort um 5 Sekunden bessere Rundenzeiten als im Rennen, bei mir verhält es sich da genau umgekehrt.
Ich glaube, ich belasse es jetzt mal dabei, bevor ich es schaffe, alle Leser mit meinem Rennspielfanatismus abzuschrecken, und beende diesen Review mit einem Link zur Demo, falls es jemand mal selbst ausprobieren möchte: Hier gibts die Demo


5 Kommentare zu 'Review: GT Legends'
kann dir in allen punkten nur zustimmen.
die extrem spunghafte framerate kann einem manchmal ganze rennen versauen. und die unterschiedlichen rundenzeiten der KI vom qualifying zum rennen sind mir auch aufgefallen.
aber ansonsten ein top spiel. mit dem multiplayer habe ich mich noch nicht so beschäftigt. hast du da schon ein paar erfahrungen gemacht?
nein, den Multiplayermodus hab ich auch noch nicht getestet, wollte damit warten, bis ich mir ein vernünftiges Lenkrad gekauft habe, ansonsten werde ich wohl kaum den Hauch einer Chance online haben.
Volle Zustimmung. Die bessere Performance der Gegner im Quali finde ich toll. So gelingt es bei entsprechender Stufe nie nach vorne zu fahren und man muß sich im Rennen nach vorne kämpfen. meine Erfahrung: Bei einer Schwierigkeitsstufe mit der ich im Quali in gute Mittelfeld komme gewinne ich (ohne Fehler) die rennen … das macht Spaß !!!!!
Nuja… das die Gegner im Qualifying bessere Zeiten fahren ist ja normal. Da wird auch mit anderen Settings und z.B. nur sehr wenig Sprit gefahren. Einfach mal mit den Settings experimentieren. Normalerweise solltest Du im Qualifying locker schneller sein als im Rennen. Und naja…. wenn Dich das Ruckeln durch ICQ und andere Hintergrundprogramme nervt, dann würd ich vorschlagen die halt auszuschalten.
ich denke, der Hauptgrund für mein schlechtes Abschneiden im Qualifying ist, dass ich mit Joystick spiele, was präzises Anbremsen von Kurven sehr viel schwerer macht. Es wird Zeit für ein ordentliches Lenkrad, wenn nur die Preise dafür nicht so unverschämt wären…raum nach bei ebay verkaufbarem absuch