Gamespot Wertungsverteilung

Auf der einen Seite ist es traurig dass ich mich Freitag Nacht mit sowas beschäftige, auf der anderen Seite sind die Ergebnisse aber schon interessant.

Marcs Kommentar zu meinem Spiel-mal-wieder Feature, ein Telefonat mit Schettler und ein Anflug von Langeweile während Diki meinem Fernseher während der letzten 3 Kolosse in Shadow of the Colossus wüste Beschimpfungen entgegengebracht hat, haben mich angetrieben, mir mal die Wertungen von Gamespot anzusehen.

Mit einem kleinen Ruby-Script habe ich die Tabellen mit den Wertungen sämtlicher 8208 bewerteter Spiele bei Gamespot (etwa 3/4 dort haben gar keine Wertung) abgegraben und die Ergebnisse in Calc gefüttert. Ich musste ein bißchen überlegen um meine Statistikkenntnisse aus dem dritten Semester wieder hervorzugraben, aber es hat sich gelohnt.

Gamespot score distribution

Diese Grafik zeigt, wieviele Spiele auf jede Wertung entfallen. Hier fällt schon die Häufung bei 7 herum auf und tatsächlich, 6,8 ist der Erwartungswert der Verteilung, die Varianz 2,45, Standardabweichung 1,57 (Wenn ich mich nicht verrechnet habe).

Interessanter ist die umgekehrte akkumulierte Verteilung. Sie zeigt uns an, wieviele Spiele eine bestimmte Werte erreicht haben oder darüberliegen:

Gamespot reverse cumulative score distribution

87% der Spiele sind besser als 5, 74% der Spiele sind besser als 6 und 54% sind immernoch besser als 7. Soviel zur Aussagekraft von Zahlenwertungen für Reviews. Wenn mir danach ist, werd’ ich die Tage mal versuchen, die kumulative Verteilung zu linearisieren. Ist bestimmt interessant zu sehen wo einige Spiele dabei landen.

8 Kommentare zu 'Gamespot Wertungsverteilung'

Wow. Schöne Fleißarbeit… jetzt kann ich mein Vorurteil über die Gamespot-Wertungen sogar statistisch untermauern. Bei IGN dürfte das übrigens ähnlich aussehen.

Ron Gilbert hatte da auch schon mal was zu gesagt.

Jan

Gerade hab ich das gleiche mit der Gamestar gemacht, ist aber nicht ganz so aussagekräftig (nur knapp 800 Spiele) und irgendwas scheint mit meiner Formel für die Varianz nicht ganz zu stimmen.

felix

schoen! ich bin gespannt was die linearisierung bringt!

Sieht nach viel Arbeit aus…

Ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Wertung bei solchen Seiten, Zeitschriften mehrheitlich im oberen Mittelfeld(7,5) ausfällt.
Ist aber auch keine Überraschung.

Ich freu mich das es so viele Gute Videospiele gibt.
Nein, mal im ernst, ich denke das die Hauptgründe dafür sind
-das entweder Leute die eh auf das Genre des Spiels stehen das spiel testen und es deshalb relativ gut (7,5) finden
-sie gar keinen Plan von den Genre (sie finden Rollenspiele zum Beispiel eh nicht so geil) haben und deshalb ihr subjektives empfinden nicht in die Wertung einbringen wollen, auch wenn das Spiel schrott ist
-sie den Publishern nicht ans Bein pissen wollen

Ausserdem gibt es viel zu viele geile Videospiele und ich habe viel zu wenig Zeit…

Fragdieb

Sehr schön gemacht, und wie die anderen schon erwähnten, bestätigt es genau das, was wir alle schon immer vermutet haben.

Nicht schlecht! Respekt dafür.

Wobei Gamespot ja gar nicht SO milde ist wie z.b. IGN oder die meisten dt. Printmags.

shad

Das liegt ja nicht unbedingt an der Aussagekraft von Zahlenwerten für Reviews, sondern eher daran, dass Gamespot bzw. CNET Networks ihr Geld hauptsächlich mit Werbung verdienen. Laut Geschäftsbericht für das 2. Quartal 2006 immerhin 86% oder 79.120.000$.

Wer beisst schon die Hand, die einen füttert…